+
Gefährliche Zwischenetappe: An den Stellen, wo der neue Weg endet, müssen Fußgänger und Radler (wie hier Elke Schwarz) die Straße zwischen Finsterwald und Dürnbach überqueren.  

Lückenradweg zu gefährlich:

Gemeinde rät von Benutzung des Radwegs ab, den sie neu gebaut hat

  • schließen

Der Lückenradweg zwischen Finsterwald und Dürnbach sollte eigentlich für mehr Sicherheit sorgen. Doch Gmunder fürchten um ihr Leben und selbst im Gmunder Rathaus rät man von dessen Benutzung ab.

Gmund – Der Lückenweg zwischen Dürnbach und Finsterwald ist und bleibt ein viel diskutiertes Thema in Gmund. Auch für Elke Schwarz. Die 63-Jährige wohnt in Finsterwald und benutzt die Straße nach Dürnbach seit jeher in allen Varianten: zu Fuß, mit dem Rad und mit dem Auto. Angesichts des aktuellen Zustands kann sie aber nur den Kopf schütteln: „Das kann’s doch nicht sein“, sagt Schwarz, „die Straße ist ja gefährlicher wie vorher.“

Die Finsterwalderin beschreibt das derzeitige Szenario: Wer von Finsterwald nach Dürnbach fährt, muss am Ende des ersten Abschnitts des neuen Geh- und Radwegs eigentlich die Fahrbahn wechseln. Dann muss man auf der Straße bleiben und zu Beginn des nächsten Teilstücks wieder zurück auf die andere Straßenseite queren. Das Spiel wiederholt sich am Ende des zweiten Teilstücks. Die Alternative für Fußgänger und Radfahrer: Entweder entgegen der Fahrtrichtung laufen oder gleich in der Wiese die Strecke zurücklegen. „Der Wahnsinn“, meint Elke Schwarz.

Sie habe die Hintergründe über den Lückenweg in der Tegernseer Zeitung  verfolgt und könne die Beweggründe zur Verweigerungshaltung der Grundstücksbesitzer nur bedingt verstehen. Zwei Landwirte sind nicht bereit, Streifen ihrer Wiesen an die Gemeinde zum Bau des Gehwegs zu verkaufen. Sie protestieren damit gegen Pläne zum Bau einer Umgehungsstraße von Moosrain nach Finsterwald, die seit Veröffentlichung des neuen Bundesverkehrswegeplans wieder im Raum stehen. „Von so einer Umgehungsstraße ist doch schon lange die Rede“, sagt Schwarz. An die Realisierung glaubt sie eh nicht. „Das ist doch Zukunftsmusik.“ Der lückenhafte Weg könne ihrer Meinung nach doch kein Dauerzustand bleiben, meint die Finsterwalderin und frägt sich, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, die Besitzer zu enteignen.

„Eine Enteignung ist nur möglich, wenn das öffentliche Interesse dies rechtfertigen würde“, erklärt Ludwig Bergmann vom Gmunder Bauamt. Die Gemeinde hatte im Frühjahr mit dem Bau begonnen, obwohl sie noch nicht alle Unterschriften in der Tasche hatte. Allerdings war Bürgermeister Georg von Preysing immer der Überzeugung gewesen, dass die Besitzer zum Verkauf bereit seien. Laut Bergmann gäbe es schon die Möglichkeit, eine Enteignung vor Gericht durchzufechten. Dies sei allerdings ein sehr langwieriger Weg, der mindestens fünf Jahre dauern würde. „Und diesen Weg möchte die Gemeinde auf keinen Fall beschreiten“, stellt Bergmann klar. Schließlich hoffe die Gemeinde immer noch auf ein Einlenken der Landwirte.

In Absprache mit dem Landratsamt Miesbach wird dieser Tage die Verkehrssicherung durchgeführt. So kommt zum Lückenweg nun auch noch ein kleiner Schilderwald: Die Geh- und Radwege werden nämlich nicht nur mit den entsprechenden Schildern versehen, am Ende der Abschnitte kommen auch noch die Schilder „Geh- und Radweg Ende“ hinzu. Die Hülsen für diese Schilder wurden bereits gesetzt. Auch werden noch Linien angebracht, die für eine bessere Orientierung sorgen sollen.

Wer haftet, wenn was passiert? „Jeder Verkehrsteilnehmer selbst“, weiß Bergmann. Es klingt kurios, aber Bergmann rät jedem Radfahrer, der von Finsterwald nach Dürnbach unterwegs ist, „gleich grundsätzlich auf der Straße zu bleiben“. Dann entfalle das Queren der Fahrbahn.

gr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wiesseer Seefest: Ausweichtermin kommt gut an
Einen entspannten Abend verbrachten die Gäste auf dem Wiesseer Seefest. Nicht nur wegen des Unwetters am Freitagabend hatte sich der Ausweichtermin als goldrichtig …
Wiesseer Seefest: Ausweichtermin kommt gut an
Unwetter: Bäume blockieren Bahnstrecke und Straßen
Das Unwetter von Freitag hat im Landkreis Miesbach seinen Tribut gefordert. Etliche Bäume sind umgeknickt. Viele Straßen, die Autobahn sowie Bahnstrecken waren betroffen.
Unwetter: Bäume blockieren Bahnstrecke und Straßen
In Rottacher Hotel: Vier Polizeistreifen lösen Junggesellenabschied auf
Unmögliches Benehmen: Die zugereisten Teilnehmer eines Junggesellenabschieds haben am Samstagabend in Rottach gleich vier Polizeistreifen beschäftigt. 
In Rottacher Hotel: Vier Polizeistreifen lösen Junggesellenabschied auf
Wohnmobile: Ein Plätzchen nur für eine Nacht
Fast hätte es in Gmund einen Wohnmobil-Stellplatz gegeben. Doch die Pläne sind vom Tisch, neue nicht in Sicht. Aber: Ein Plätzchen für eine Nacht können Wohnmobilisten …
Wohnmobile: Ein Plätzchen nur für eine Nacht

Kommentare