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MVG-Mieträder könnte es auch in Gmund geben.

Gemeinderat Gmund signalisiert Interesse

Vorsichtiges Ja zu Mietrad-Konzept: Mögliche Standorte sind Gmund, Moosrain und Dürnbach

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Der Einstieg in das Mietradsystem der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) beschäftigt die Gemeinden im Landkreis. Gmund zeigt grundsätzlich Interesse.

Gmund Buchen, losradeln: Der Landkreis Miesbach erwägt derzeit den Einstieg in das Mietradsystem der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und will noch im Herbst eine Grundsatzentscheidung treffen. Währenddessen fragt die Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) derzeit in allen Landkreiskommunen nach, ob sie grundsätzlich Interesse hätten, bei dem System mitzumachen.

In Gmund befasste sich der Gemeinderat jetzt mit dem Thema. Bürgermeister Alfons Besel (FWG) empfahl die MVG als „leistungsfähigen Partner“, der „top-gepflegte Räder“ zur Verfügung stelle. Allerdings kämen auf Gmund je nach Größe der Station zwischen 24 000 und 39 000 Euro zu, hinzu sind Tiefbaukosten fällig, die vom Freistaat gefördert würden. Die Kommune müsse zudem die laufenden Kosten tragen sowie das Defizit. Für E-Bikes, schätzt die SMG, würden sich die Kosten verdoppeln. Für die Nutzer fallen acht Cent pro Minute an, maximal zwölf Euro pro Tag. Gebucht und bezahlt wird über eine Smartphone-App.

Mietradsystem in Gmund: Mögliche Stellplätze diskutiert

Zur Debatte standen zehn Stellplätze am Bahnhof, jeweils acht am Bahnhalt in Moosrain und im Dürnbacher Zentrum. Besel empfahl, mit diesen drei Standorten ins Rennen zu gehen, was Christine Zierer (FWG) für eine gute Idee hielt. Sie ist überzeugt, dass es sich um eine touristische Bereicherung handeln werde. Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) war nicht so euphorisch, zumal die Umgestaltung des Bahnhofareals noch in Planung ist. „Wir sollten vorsichtig überlegen, ob wir da mitmachen und uns die MVG reinsetzen“, sagte Rabl angesichts der Tatsache, dass Gmund zahlen und die MVG finanziell profitieren werde.

Nach Ansicht von Franz von Preysing (CSU), der von einem grundsätzlich „coolen Angebot“ sprach, kann das Mietradsystem nur funktionieren, wenn auch alle anderen Kommunen mitmachen.

„Vorsichtiger Einstieg“ ins Mietradsystem

Johann Huber (CSU) war für einen „vorsichtigen Einstieg“, da es schon private Verleihgeschäfte gebe. Während Johann Schmid (SPD) seine Bedenken wegen der Kosten und Zweifel an der Wirkung auf das Verkehrsaufkommen hatte, gestand Josef Stecher (FWG), dass er einerseits neugierig sei und die Gemeinde ihr Interesse durchaus bekunden solle. „Das System ist aber nur sinnvoll, wenn es in ein Netzwerk eingebunden ist, an dem nicht nur Urlauber, sondern auch Betriebe teilhaben können.“ Bus und Bahn müssten so funktionieren, dass sie ein schlüssiges Konzept bilden.

Am Ende konnte sich der Gemeinderat mit der Mehrheit von 11:6 Stimmen zu einem „vorsichtigen Ja“ durchringen. Das heißt: Gmund hat grundsätzlich Interesse an MVG-Mieträdern in Gmund, Moosrain und Dürnbach. Aber es gibt noch jede Menge Fragen. Die MVG, so Besel, müsse sich anstrengen, diese zu beantworten. 

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