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Mit Vielfalt, Klasse und Überraschungen: Musikfest bereitet sich auf 34. Auflage vor

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Von: Katrin Hager

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Gesangskunst, die sich gewaschen hat: Das A-cappella-Oktett Voces8 aus Großbritannien, das heuer für einen Grammy nominiert war, kommt zum Musikfest nach Kaltenbrunn.
Gesangskunst, die sich gewaschen hat: Das A-cappella-Oktett Voces8 aus Großbritannien, das heuer für einen Grammy nominiert war, kommt zum Musikfest nach Kaltenbrunn. © Andy Staples

Das Klassik-Festival setzt auf Vielfalt und Klasse: Das Musikfest am Tegernsee bereitet sich auf 34. Auflage mit zwei verschiedenen Bühnen vor.

Tegernseer Tal – Das Tegernseer Tal wir in weniger als zwei Monaten wieder zur Bühne für Klassik der Spitzenklasse: Das Musikfest am Tegernsee findet heuer von 12. bis 16. Juli in der Tenne auf Gut Kaltenbrunn und von 21. bis 25. Juli im Seeforum in Rottach-Egern statt. Festivalleiter Helge Augstein ist glücklich, dass die Pandemiestimmung passé ist – und endlich wieder sommerliche Leichtigkeit einziehen kann: „Die Pandemie hat ihren Schrecken verloren.“ Auch mit dem Publikumszuspruch im Vorverkauf ist er sehr zufrieden.

Für Vielfalt und Klasse ist im Programm gesorgt. Es gibt Streichquartette und Klavierabende, Trios, Opern- und Chorgesang oder ein Saxofonquartett. „Das Musikfest hatte immer ein abwechslungsreiches Programm“, betont Augstein, der abermals das Programm verantwortet. „Wir sind ein Festival, das das breite Spektrum der Kammermusik abbilden will. Mein Kriterium ist: Es muss sehr gut sein.“

Auch ein Opernabend ist im Programm

Heuer sind etwa die Philharmonix dabei (16. Juli). Das Septett mit Musikern der Wiener und Berliner Philharmoniker frönt virtuos der ungebremsten Lust auf Musik und verspricht einen Mix aus Klassik mit einem guten Schuss Jazz, Folk, Pop und Latin. Das Opernstudio der Münchner Staatsoper (23. Juli) bringt Arien und Ensembles aus Händels „Rodelinda“ oder Giuseppe Verdis „La Traviata“ mit. „Blutjunge Sänger, die das Zeug haben, zu Weltstars zu werden“, erklärt Augstein.

Dem Gesang widmet sich heuer ein weiterer Abend (15. Juli) mit Voces8: ein „phänomenales Ensemble“, so Augstein, das beim Musikfest schon einmal mit einem Auftritt in der ausverkauften Tegernseer Pfarrkirche begeisterte. „Wir müssen schauen, dass wir viele Menschen ansprechen und dabei immer auch etwas Ungewöhnliches bieten“, sagt Augstein über seine Programmgestaltung.

Wiedersehen mit Musikern von Weltrang

Auch einige Wiedersehen mit Musikern von Weltrang wird es geben – und dabei doch wieder Überraschungen: Julia Fischer, Weltstar und nicht nur für Augstein eine der besten fünf weltweit an der Violine, wird beim Musikfest nicht nur die Geige spielen, sondern bei einem Abend mit Streich- und Klavierquintetten auch am Flügel zu erleben sein. Ein Vergnügen, das auch Augstein noch nicht hatte. „Es ist ein Unikum, dass sie auch als Konzertpianistin auftritt, dass ein Solist an einem Abend an zwei Instrumenten zu erleben ist – für mich ist das eines der spannendsten Konzerte“, gesteht er. Auch Klarinettistin Sabine Meyer mit einem Trio-Abend mit Nils Mönkemeyer (Viola) und William Youn (Klavier), Pianist Kit Armstrong solo mit Chopin und Bach sowie die Brüder Lucas und Arthur Jussen am Klavier sind wieder dabei.

Zum dritten Mal hat im Programm heuer das beliebte Konzert für Kinder seinen Platz gefunden. Musiker mit Engagements etwa beim BR-Symphonieorchester oder an der Bayerischen Staatsoper präsentieren Sergei Prokofjews Klassiker „Peter und der Wolf“ (21. Juli).

Zwei Bühnen – nicht mehr

Als Veranstaltungsorte setzt das Musikfest heuer auf das bewährte Tandem mit der Tenne in Kaltenbrunn und dem Seeforum in Rottach-Egern. Experimente, und seien die Räume noch so schön und akustisch perfekt, geht das Musikfest-Publikum einfach nicht mit – diese Erfahrung hat das Team um Augstein gemacht und seine Konsequenzen gezogen. Auch wenn Augstein von den herausragenden Konzertsaal-Qualitäten des Oberbräu-Festsaals in Holzkirchen und des Saals im Waitzinger Keller in Miesbach oder dem Bauerntheater in Schliersee überzeugt ist: „Wenn das Publikum so gar nicht hin will, muss man sich danach richten.“

Der technische und organisatorische Aufwand bei vier oder fünf Spielstätten steht für das komplett ehrenamtliche Organisationsteam jedenfalls nicht im Verhältnis. Ob Schloss Ringberg – beim Publikum als Bühne für Open-Air-Konzerte sehr beliebt – nach der turnusmäßigen Pause heuer im kommenden Jahr wieder vom Musikfest bespielt wird, ist noch nicht ausgemacht. Augstein gibt heuer erst mal dem Innenhof von Gut Kaltenbrunn die Chance, sich bei einem Open Air mit dem Arcis Saxophon Quartett zu bewähren: „Der große Vorteil dort ist: Wenn das Wetter nicht passt, gehen wir einfach ein paar Meter weiter in die Tenne hinein.“

Alle Infos zum Festival

Das vollständige Programm zum Musikfest am Tegernsee ist zu finden auf der Internetseite des Festivals. Eintrittskarten in drei Kategorien zu 30, 60 und 90 Euro gibt es im Vorverkauf bei allen Tourist-Infos am Tegernsee, per Bestellformular (auf der Homepage) sowie im Webshop via München Ticket.

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