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Georg von Preysing gab eine Stellungsnahme im Gemeinderat ab.

Erklärung im Gemeinderat

Nach Angriffen: Preysings Geduld am Ende

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Während der Wahlkampf der drei Gmunder Bürgermeister-Kandidaten bisher friedlich verlief, rumort’s im Netz gewaltig. Der noch amtierende Rathauschef Georg von Preysing (CSU) sieht sich einer Kampagne ausgesetzt. 

Gmund Das Interesse an der Podiumsdiskussion unserer Zeitung im Neureuthersaal war riesig. Redaktionsleiter und Moderator Stephen Hank fühlte an diesem Abend den drei Kandidaten Franz von Preysing (CSU), Johann Schmid (SPD) und Alfons Besel (FWG) auf den Zahn, und die rund 350 Zuhörer erfuhren, wie die Kandidaten denken. Wenige Tage später ging ein Online-Portal mit Preysing und der Heimatzeitung hart ins Gericht. Es wurde behauptet, Bürgermeister Georg von Preysing habe bei der Buchung des Neureuthersaals „die Machtkarte ausgespielt“ und der Heimatzeitung bewusst den Vorzug vor der Tegernseer Stimme gegeben. Denn auch die hatte eine Podiumsdiskussion ursprünglich im Neureuthersaal und noch dazu zufällig zum zunächst gleichen Termin geplant. Von einer „Podiumsdiskussion, die noch schnell aus dem Hut gezaubert wurde“, war daraufhin die Rede. Dabei haben solche Veranstaltungen im Vorfeld von Wahlen seit jeher Tradition bei der Heimatzeitung, die nun selbst im Visier steht. Sie sei Preysing gegenüber unkritisch, heißt es in dem Portal, das gerne von einem „dem Bürgermeister treu ergebenen Heimatblatt“ schreibt. Georg Graf von Preysing ziehe die örtliche Zeitung vor und agiere „zuweilen wie ein absolutistischer Herrscher, der gerne seine Erbfolge sichern möchte“.

Im Anschluss an die offizielle Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend kündigte Preysing eine öffentliche Erklärung an. Seine Geduld sei zu Ende, sagte Preysing. Der Text verdrehe die Tatsachen und stelle unrichtige Behauptungen auf. Eine Reihe von Hasskommentaren im Internet gegen die Gemeinde und ihn persönlich seien die absehbare Folge gewesen.

Damit sich jeder Gemeinderat ein Bild machen kann, wie es tatsächlich abgelaufen sei, bat er Geschäftsleiter Florian Ruml um eine Chronologie der Vorgänge im Vorfeld der Podiumsdiskussion. Der erklärte daraufhin, wie die Belegung des Neureuthersaals prinzipiell abläuft. Die Gemeinde, so Ruml, führe den Kalender und spreche sich mit dem Wirt im Saal ab. Zum Zeitpunkt der Anfrage der Heimatzeitung bei der Verwaltung sei der Saal nicht geblockt gewesen. Die Anfrage des Online-Portals habe die Gemeinde als zweites erreicht. „Wir widersprechen dem Artikel ausdrücklich“, stellte der Geschäftsleiter klar.

Alles zur Bürgermeisterwahl in Gmund 2018 finden Sie hier.

In Folge verlas Preysing seine Erklärung, die er schriftlich vorbereitet hatte und mit der er sich auf einen weiteren Text des Portals über sich und seine Familiengeschichte bezog. Er stellte fest, dass seit Wochen eine Kampagne gegen ihn und seine Familie betrieben werde und fragte: „Was hat das Verhalten von Vorfahren vor vielen Jahrhunderten, von Nebenzweigen meiner Familie oder das Leben meines Neffen mit mir, meiner Familie und vor allem der kommenden Bürgermeisterwahl zu tun, bei der mein Sohn einer der Kandidaten ist?“ Preysing warf dem Portal vor, durch ständige Angriffe auf seine Person und seine Familie eine aktive Beeinflussung der kommenden Bürgermeisterwahl zu betreiben. Soweit hierdurch seine Familie und er in „übler und geschmackloser Weise“ angegriffen werden, behalte er sich rechtliche Schritte vor.

Am Ratstisch herrschte Schweigen. Die Erklärung wurde von den Gemeinderäten wortlos aufgenommen.

Lesen Sie dazu einen Kommentar unseres Redaktionsleiters Stephen Hank.

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