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Zwischen Bahngleisen und See hätte das Hotel entstehen sollen.

Rathaus plante jahrelang hinter den Kulissen

Geheime Hotel-Planung am Gmunder Tegernsee-Ufer plötzlich gestoppt

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Ein Hotel am Bahnhof: Hinter verschlossenen Türen hat Gmund jahrelang an diesem Mega-Projekt gearbeitet. Jetzt kommt heraus: Die Planungen wurden gestoppt. Zumindest vorerst.

Gmund – Am Dienstagabend, als im Gemeinderat die traditionellen Weihnachtsansprachen gehalten wurden, überraschte Preysing die Öffentlichkeit mit der Nachricht: Die Planungen für das Gelände südlich des Bahnhofs sind vorerst gestoppt. Aus der Traum für ein Hotel in Seenähe. „Diese Entscheidung tut mir wirklich weh“, sagte der Rathauschef, aber es geht nicht anders.“

Auf Nachfrage geht Preysing ins Detail: „Wir haben Boden-Gutachten machen lassen. Dabei hat sich gezeigt, dass der Untergrund aus Seeton besteht, und der ist problematisch.“ Dies ist nicht der einzige Grund: Auch die Erschließung des Geländes sei bisher ungelöst.

Viel Arbeit und Zeit haben Verwaltung und Gemeinderat bereits in das Projekt gesteckt. Dabei ist das Ziel, den Bahnhof und das Umfeld attraktiver zu gestalten, nicht neu: Schon Anfang der 1990er-Jahre gab es einen großen Ideenwettbewerb für diesen Teil von Gmund. Doch die Vorschläge wurden nicht weiterverfolgt. 2006 setzten sich die Gemeinderäte bei einer Klausur mit dem Thema auseinander. Doch nichts passierte. Ende 2012 konnte die Gemeinde den Bahnhof und sämtliche Liegenschaften für 5,9 Millionen Euro kaufen. Im März 2015 ging der Gemeinderat erneut in Klausur und einigte sich auf ein Konzept, das dann festgezurrt wurde: Man wollte einen Bebauungsplan für das 9,4 Hektar große Gelände aufstellen. Im Mittelpunkt: ein Hotel mit etwa 150 Betten, platziert zwischen der Bahnlinie und dem See. Der bisherige Busparkplatz sollten verlegt und durch ein Areal mit Kurzzeit-Parkplätzen und einen Kiosk ersetzt werden. Die Güter- und Lagerhalle sollte abgerissen, eine Tiefgarage oder ein Parkdeck geplant werden.

Die Erschließung des Hotels mit einer Unterführung unter den Bahngleisen, ist ein Knackpunkt. Die Realisierung dieses aufwendigen Vorhabens, ist ungelöst und zu schwierig. „Ich wusste, dass es schwierig wird“, muss Preysing einräumen, dennoch wollte es die Gemeinde offenbar versuchen.

Ist ein Hotel an dieser Stelle damit ein für allemal vom Tisch? „Das kann man so nicht sagen“, meint Preysing. „Der Gemeinderat möchte schon etwas verwirklichen, aber nicht um jeden Preis.“ Und wie sieht es mit der Umgestaltung des Bahnhof-Umfelds grundsätzlich aus? „Die Aufstellung des Bebauungsplans wurde nie in die Wege geleitet“, gesteht Preysing. Die Neugestaltung und der Hotelbau seien eine Einheit. „Auch das müssen wir völlig neu aufrollen.“ Preysing wird es nicht mehr in die Hand nehmen: Am 25. Februar wählt Gmund einen neuen Rathauschef, unter dessen Federführung die Planung neu angepackt werden muss.

Wie lange muss Gmund auf neue Hotelbetten warten? Preysing verweist auf die genehmigten Baupläne für ein neues Bettenhaus am Feichtner Hof. Inhaber Kristian Nicol Worbs, der das Wirtshaus ab 7. Januar umbaut, den bisherigen Hotelbetrieb selbst betreiben und die Gaststätte neu vergeben wird, könnte einen Neubau mit 14 Gästezimmern, drei Ferienwohnungen und eine Tiefgarage errichten – er zögert aber noch und will die Pläne überarbeiten. Wann dies der Fall sein wird, ist noch offen.

Angela Brogsitter-Finck, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) ist erfreut, dass das Hotel am Bahnhof vorerst nichts wird. Sie hatte offen kritisiert, dass die Planungen stets unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorangetrieben wurden und wurde daher immer wieder mit Gerüchten besorgter Bürger konfrontiert. „Diese sensible Stelle und die direkte Nähe zum lauten Bahnhof sind für ein Hotel nicht geeignet“, findet Brogsitter. Gmund sollte sich diese prägende Stelle im Ort und grundsätzlich seine Schönheit bewahren und einen geeigneteren Platz finden.

gr

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