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Wiessees Bürgermeister Peter Höß (l.) wurde von seinem Gmunder Amtskollegen Georg von Preysing schon öfter mal angegriffen.

Skeptisches Grußwort im Gemeindeboten

Nach Köhl-Rausschmiss: Preysing droht mit Konsequenzen

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Gmund - Nach dem Abschied von Stephan Köhl wird so schnell kein neuer Tourismus-Chef kommen. Der Betrieb im Haus des Gastes läuft. Unterdessen überrascht Georg von Preysing mit skeptischen Worten.

Der kurze Auftritt von Stephan Köhl als Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) habe große Wellen geschlagen, auf allen Seiten sei viel Porzellan zerstört worden, stellt Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) im Grußwort des aktuellen Gemeindeboten fest. „Zu diesem Durcheinander hat leider auch die äußerst unglückliche Kommunikation von uns Tal-Bürgermeistern beigetragen“, heißt es weiter.

Eine Anspielung, die vor allem auf seinen Wiesseer Kollegen Peter Höß (Wiesseer Block) gemünzt scheint, der in Sachen TTT die Rolle des Sprechers der Tal-Bürgermeister übernommen hat. Darauf angesprochen, will Preysing aber keine persönliche Kritik an Höß üben. „Ich habe das ja extra im Plural geschrieben“, meint Preysing.

Im Grußwort spricht Gmunds Bürgermeister zudem davon, dass „möglicherweise noch andere Konsequenzen“ gezogen werden müssten, wenn sich die Wogen nicht bald glätten und „endlich wieder die Arbeit für den Gast im Vordergrund“ stehe. Denkt Preysing dabei doch an den Austritt der Gemeinde Gmund aus der TTT? „Nein, das ist momentan nicht der Fall“, macht Preysing deutlich. Er sei dafür, der jetzigen TTT-Mannschaft eine Chance zu geben.

Derzeit führt, wie berichtet, Prokurist Christian Kausch als Interimslösung die Geschäfte. Nicht zum ersten Mal. Nach dem Weggang von TTT-Chef Georg Overs im Herbst 2015 bis zum Amtsantritt von Stephan Köhl am 1. Januar hatte Kausch bereits die Leitung des 48 Köpfe starken Teams übernommen. Als Köhl nach nur drei Monaten zum 1. April den Posten wieder los war, sprang Kausch ein zweites Mal in die Bresche. „Und der Betrieb läuft ordentlich“, erklärt Höß. Nach all der Unruhe im April sei nun wieder Ruhe eingekehrt. „Und das ist in der Saison das Wichtigste.“

Ob und wann die TTT-Gesellschafter, also die Tal-Bürgermeister, das Amt des Tourismus-Chefs neu ausschreiben, ist offen. „Wir haben da keinen Zeitplan“, meint Höß. In diesem Jahr sei aber nicht mit einer Neubesetzung des Postens zu rechnen. „Da müsste schon plötzlich jemand kommen, der für uns die optimale Lösung wäre“, erklärt Höß.

Mit dem Kurs ist auch Bernhard Kaiser als Sprecher des Tourismusbeirats einverstanden. „Im Moment sind wir froh, dass sich das Ganze konsolidiert hat“, meint Kaiser, der auch Vorsitzender des Wiesseer Kur- und Verkehrsvereins ist. Der Beirat werde in dieser Sache auch gehört, was er sehr schätze, merkt Kaiser an. Das wiederum bedeutet eine Verbesserung der Kommunikation. Die Entscheidung, sich von Köhl zu trennen, hatten die Bürgermeister im Alleingang getroffen.

Jetzt, so Kaiser, habe es einige Besprechungen zum Thema künftiger Kurs und Tourismus-Chef gegeben. Um den Richtigen – oder die Richtige – zu finden, brauche es Zeit. Die Beiräte seien aktiv beteiligt: „Und da sind noch einige Fleißaufgaben zu machen.“

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