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Hatte der Gmunder eigentlich schon zu viel: Alkohol.

Wiesn-Sünde landete vor Gericht

Nach Wiesn: Betrunkener Gmunder klaut Schnaps-Nachschub

München/Gmund – Als ein betrunkener Gmunder (19) am Münchner Hauptbahnhof keinen Alkohol mehr bekam, schnappte er sich einfach ein paar Flaschen Schnaps - und das war noch nicht alles.

Ein heute 19-jähriger Gmunder ging im September des vergangenen Jahres nach einem Wiesn- und mehreren Barbesuchen in Richtung Münchner Hauptbahnhof. Die Zeit: 2.45 Uhr. Da hätte der Gmunder lange warten können. Der nächste Zug, der ihn gen Heimat gebracht hätte, wäre erst über drei Stunden später gekommen. Sichtlich betrunken schlenderte der junge Mann in Richtung eines 24-Stunden-Shops, der sich am Bahnhof befindet.

Dort angekommen, wollte er sich die Wartezeit mit noch mehr Alkohol verschönern. Doch dann der Schock für den 19-Jährigen: Die Verkäuferin im Shop wollte dem jungen Mann aufgrund seines offensichtlichen Alkoholpegels nichts Hochprozentiges mehr verkaufen. Die Abfuhr ließ sich der Gmunder nicht bieten. Er beschloss, das Gewünschte einfach mitzunehmen, ohne die Sachen zu bezahlen. Mit einer gekonnten Armbewegung fasste der 19-Jährige ins Regal und schnappte sich drei Flaschen Wein sowie jeweils eine Flasche Aperol und Bacardi. Die fünf Souvenirs packte er unter seinen Arm und spazierte aus dem Laden. Nur wenige Augenblicke später wurde er von Polizisten angesprochen.

"Ich war einfach sauer, dass ich keinen Alkohol mehr bekommen habe."

Die Beamten machten kurzen Prozess mit dem 19-Jährigen und zeigten ihn wegen vorsätzlichen Diebstahls an. Blöd gelaufen für den Gmunder. Nun saß er auf der Anklagebank des Miesbacher Amtsgerichts. Doch da ließ er sich nicht lange bitten. „Ich gebe zu, dass ich das gemacht habe und weiß, dass es blöd war“, erklärte er kurz. „Ich war einfach sauer, dass ich keinen Alkohol mehr bekommen habe.“ Sechs Maß und eine Blutalkoholkonzentration von 1,5 Promille seien schuld an seiner unüberlegten Aktion gewesen.

Das war jedoch nicht das erste Vergehen des Angeklagten. Er plauderte noch ein bisschen aus dem Nähkästchen und erzählte, dass er sich einst von einem Taxi nach Hause fahren ließ. Dort angekommen, fiel ihm jedoch auf, dass er kein Geld dabei hatte und somit seinen Chauffeur nicht entlohnen konnte. Randnotiz: Auch damals war der 19-Jährige sternhagelvoll.

„Alkohol ist ein Krebserreger“, belehrte Amtsgerichtsdirektor Klaus-Jürgen Schmid den jungen Mann. „Sie wollen doch mit 50 auch noch leben.“ Staatsanwalt Kolper plädierte auf milde 24 Sozialstunden und drei Beratungsgespräche bei der Caritas. Schmid beließ es letztlich bei acht Sozialstunden für den Gmunder – plus die drei Beratungsgespräche. Der Gmunder akzeptierte, merkte aber an: „Die drei Gespräche hätten mir eigentlich auch gereicht."

Philip Hamm

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