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Dicht gedrängt saßen die mehr als 200 Besucher im Gasthof Maximilian. Der Konzertabend bot der Öffentlichkeit erstmals Gelegenheit, einen Blick in die Baustelle zu werfen.

Wir waren dabei

Nackte Wände, heiße Rhythmen - Konzert-Party in Maximilian-Baustelle

Mit kubanischen Klängen erweckte Trovasur den Maximilian aus seinem Dornröschenschlaf. 200 Besucher feierten das Erwachen mit einer Warm-up-Party auf der Baustelle. Wir waren dabei.

Gmund – Die Gemeinde Gmund hatte mit dem einstigen und künftigen Gastraum des ehrwürdigen Maximilian nicht nur einen besonderen Ort für die Reihe „Musik an besonderen Orten“ gewählt, sondern einen einmaligen. Wo es nach dem Innenausbau atmosphärisch traditionell-bayerisch zugehen soll, befanden sich am Samstagabend noch nackerte, unverputzte Ziegelwände, leere Leitungsrohre und Neonröhren-Beleuchtung, die ein zarter Duft von frischem Zement umwehte.

Spontan aber habe das Brauhaus zugesagt, als sich Gmunds Kulturreferentin Christine Zierer um die Baustelle als Partyzone beworben habe. Mehr noch: Bauleiter Karl Hitzelsberger hatte sie tauglich gemacht: Alles war geputzt, Heizgebläse waren aufgestellt, Fenster und Durchreichen mit Sperrholz vernagelt, Biertische und Bänke sowie eine Bar aufgebaut und Fahnen des Herzoglichen Brauhauses Tegernsee aufgehängt. Paletten bildeten eine erhöhte Bühne, deren Rückseite ein Banner mit der Tegernseer Schlosskirche zierte.

Mit kubanischer Musik heizte die Band Trovasur dem Publikum ein.

Trovasur, mit Georg Höss (Gitarre, Tres und Gesang), Markus Aldenhoven (Gitarre und Gesang), Andreas Erlacher (Akkordeon), Matthias Erhardt (Percussion), Sebastian Erhardt (Guitarrón), Klaus Miller (Zither, Percussion und Gesang) und Raúl Piminchumo (Percussion, Gitarre und Gesang) saßen auf der Bühne in rotem Licht mit Discokugel-Sprenkeln. Vor 35 Jahren, erinnerte sich Höss, als sie noch musizierende Schüler waren, seien sie hier beim Fenster eingestiegen. „Wer hätte gedacht, dass wir heute das Maximilian offiziell erwecken dürfen? Es freuen sich alle, dass das Wirtshaus wieder eröffnet wird.“

Die bayerisch-kubanische Band, die nur selten auftritt, weil die Mitglieder alle ihren Berufen als Filmjurist, Architekt, Grafiker, Schreinermeister, Bautechniker und Ingenieur nachgehen, legte los – mit dem Son Cubano. Versiert und einfühlsam führte Trovasur in nostalgische, romantische, leidenschaftliche bis tänzerische Rhythmen Kubas. Anfänglich kein leichtes Unterfangen angesichts der Akustik der kahlen Wände und der Feierlaune in den hinteren Reihen. Als aber geklärt war, dass es sich um ein Konzert mit Party und nicht um eine Party mit Begleitkonzert handelte, entfaltete sich mit der nachjustierten Akustik auch der Charme der Musik à la Buena Vista Social Club. „Adios compay gatto“, „Chan Chan“, „Lágrimas negras“, „Silencio“, „Yolanda“ waren einfach mitreißend. Mit „El trio y el ciclon“, dem Hurrican-Lied, stellten die Musiker aktuelle Bezüge her und sangen Markus Aldenhovens Vater zum 80. Geburtstag ein Ständchen. Weil sich die Musiker anlässlich zu dessen 60. gefunden hatten, feiert Trovasur heuer Jubiläum. „Wir wollten eigentlich vor 20 Jahren als mexikanische Mariachi-Band aufspielen, sind dann aber musikalisch in Kuba hängen geblieben“, erklärte Höss.

Dafür gab es Applaus und Zugabe-Rufe. Gmund war begeistert. Auch von der soliden Organisation, die belegte Semmeln, Wasser und Tegernseer Bier jeweils für zwei Euro anbot, wobei jeder Zwickel an die Gmunder Feuerwehr weitergeleitet wird, die für den Brandschutz sorgte.

Alexandra Korimorth

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