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An der Realschule in Finsterwald halten ab Herbst 2017 die Züge der BOB. Nach den Sommerferien beginnen schon die ersten Bauarbeiten.

Regierung genehmigt Pläne 

BOB-Haltestelle in Finsterwald kommt

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Gmund - Jetzt sind die Weichen gestellt: Gmund bekommt eine neue Bahnhaltestelle an der Realschule. Hier der Zeitplan und alle Fakten.

Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) überraschte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung mit der Nachricht: Die Regierung von Oberbayern hat das Planfeststellungsverfahren, also die Genehmigungsprozedur, abgeschlossen und ist zu der Überzeugung gekommen: Eine neue Haltestelle an der Realschule macht Sinn.

 „Ich habe nie daran gezweifelt“, reagiert Heino Seeger, Geschäftsführer der Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft (TBG), auf die Nachricht. Wichtigste Nachricht für alle Fahrgäste der Bayerischen Oberlandbahn (BOB), die auf der Strecke zwischen München und Tegernsee unterwegs ist: „Gmund Finsterwald“ wird ein regulärer Haltepunkt und ist damit in den Fahrplan integriert. „Der Halt ist schon einkalkuliert“, erklärt Seeger. „Der aktuelle Fahrplan muss nicht geändert werden, da ein Stopp nur 1,2 bis 1,7 Minuten dauert.“

Da nach dem Planfeststellungsbeschluss laut Regierung von Oberbayern keine weiteren Genehmigungen mehr nötig sind, könnte die TBG bereits mit der Ausschreibung der Arbeiten loslegen. „Vorausgesetzt, es werden innerhalb eines Monats keine Klagen eingereicht“, betont Michaela Krem von der Pressestelle der Regierung. 

Das Vorhaben ist dennoch umstritten: 33 Anlieger, fast alle aus der Bernöckersiedlung, hatten sich gegen die Haltestelle gewehrt. Ihre Einwände werden aber berücksichtigt - zumindest teilweise. Etwa beim Thema Licht: „Wir werden den Bahnsteig mit drei unterschiedlich hellen Lichtstärken ausleuchten“, erklärt Seeger. Mit einer Art Dimmer werde das Licht heller und dunkler ausfallen. Zum Schallschutz: Laut einem Gutachten sind keine besonderen Maßnahmen, sprich Lärmschutzwände, nötig. „Haltende und abfahrende Züge sind auch nicht lauter als durchfahrende Züge“, sagt Seeger. Bei einer Lausch-Probe am Bahngleis hatte er sich selbst davon überzeugt. Während der Bauphase darf montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr mit lauten Geräten gearbeitet werden. Die Lautsprecheranlage am Bahnsteig darf die Grenzwerte in allgemeinen Wohngebieten nicht überschreiten. 

Bereits im Herbst will die TBG mit der Befestigung des Bodens und der Nivellierung der Gleise beginnen. Dazu wird laut Seeger ab 31. Oktober für zwei Wochen der Zugverkehr zwischen Schaftlach und Gmund durch Busse ersetzt. Die Haupt-Bauphase mit dem Bau des 120 Meter langen Bahnsteigs wird in den Sommerferien 2017 durchgeführt, „um die Schüler nicht zu belasten“, betont Preysing.

In einem Zug mit dem dritten Sanierungs-Abschnitts in der Tölzer Straße soll die viel kritisierte „Sprungschanze“ im Bahnübergang an der Schule entschärft werden. Zu den Kosten: Seeger rechnet mit rund 800 000 Euro. Er rechnet mit staatlichen Zuschüssen des Verkehrsministeriums, deren Höhe aber noch nicht feststehen. „Das Gebiet um die Realschule kann sich nun entwickeln“, sagt Seeger. Wie, ist noch offen. „Aber die Eisenbahn denkt nicht nur für ein oder zwei Jahre, sondern in Jahrhunderten."

gr

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