+
Viel wucherndes Grün und ein paar Holzbänke: Die Gestaltung des Gemeinschaftsgartens D’Obschti am Landbaderfeld gefällt nicht jedem. Unklar ist, wer künftig die Pflege übernimmt.

Initiatoren ziehen sich zurück 

Neue Gärtner fürs d'Obschti gesucht

  • schließen

Dürnbach- Das D'Obschti, die Streuobstwiese am Landbader Feld, soll ein Gemeinschaftsgarten sein. Doch die Initiatoren des Projekts ziehen sich zurück. 

Viel wucherndes Grün, ein paar Holzbänke, mittendrin eine Tischtennisplatte: Der verwegene Obstgarten beim Neubaugebiet Landbaderfeld in Dürnbach ist nicht jedermanns Sache. Nun steuert das kleine Stück Grünland einer ungewissen Zukunft entgegen. 

„D’Obschti“ – so wird die etwa 1300 Quadratmeter große Streuobstwiese inmitten des Neubaugebiets am Landbaderfeld liebevoll genannt. Ein Kosename, der darauf schließen lässt, dass die einstigen Initiatoren des Gemeinschaftsgartens mit viel Herzblut an die Sache rangingen. 2013 haben die beiden damaligen Gmunder Studenten Sebastian „Urmel“ Saurle und Vroni Halmbacher das Projekt auf den Weg gebracht. Im „Obschti“ sollte jedermann nach Herzenslust garteln können. So richtig in Fahrt gekommen ist das Projekt aber nie. „Es waren immer ein paar Einzelkämpfer, die sich drum gekümmert haben“, bedauert Saurle. Der 34-Jährige ist mittlerweile selbstständiger Gartenbauingenieur und wohnt auch nicht mehr in Gmund. 

Saurle und seine Mitstreiterin wollen sich daher nun nach und nach aus der aktiven Pflege des „Obschti“ zurückziehen. „Weil der ehrenamtliche Zeit- und Arbeitsaufwand in den letzten Jahren nicht unerheblich war“, schreiben die Initiatoren in einer Rundmail, die dieser Tage an Helfer, Anwohner und diverse Verbände rausgegangen ist. Darin appellieren Saurle und seine Kollegin an die Dürnbacher, die „grüne Insel selbst in die Hand zu nehmen“. 

Die Aufforderung, so erklärt Saurle, richte sich insbesondere auch an die neuen Nachbarn des „Obschti“, deren umliegende Häuser gerade fertig gestellt werden. Freilich bleibe man aber Ansprechpartner für alle fachlichen und auch organisatorischen Fragen, stellt Saurle klar. Ob sich tatsächlich ein engagiertes Grüppchen findet, das sich um das grüne Eiland kümmert, ist allerdings fraglich. Er habe schon in der Vergangenheit immer wieder versucht, die Anwohner in das Projekt einzubinden. „Aber richtig aktiv geworden sind sie nicht“, meint Saurle. Manche hätten sich sogar an dem Grünland mit seiner etwas ungestümen Optik gestört. Wertschätzung, Desinteresse oder gar Störfaktor? Saurle kann nach eigenen Worten nur schwer abschätzen, wohin die Reise für den kleinen Obstgarten geht. Für den 34-Jährigen ist aber klar: Finden sich keine neuen Kümmerer, müsse die Gemeinde „für gewisse Arbeiten wieder in die Pflicht genommen werden“. 

Richtig, sagt dazu Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing. Im Notfall müsse die Gemeinde bei der Pflege des Grünlands einspringen, schließlich diente die Streuobstwiese seinerzeit als ökologische Ausgleichsfläche sowohl für den Bau des Dorfplatzes als auch zu Teilen fürs Landbaderfeld. „Klar ist aber: Wenn wir die Pflege übernehmen, machen wir es so, wie wir es uns vorstellen“, macht Preysing deutlich. Mit dem Wildwuchs und diversen Aktionen rund ums Gartenjahr wäre es damit vermutlich vorbei. Der Rathaus-Chef würde es daher lieber sehen, wenn sich Dürnbacher Familien fänden, die sich künftig um den Gemeinschaftsgarten kümmern. „Da draußen gibt es ja jetzt so viele junge Familien“, meint Preysing. 

Grundsätzlich findet es der Bürgermeister bedauerlich, dass sich die Initiatoren um Sebastian „Urmel“ Saurle aus dem Projekt Obstgarten zurückziehen möchten. „Die haben das nett gemacht.“ 

Die nächsten Aktionen im Dürnbacher Obstgarten sind bereits geplant. So werden drei zweite Klassen der Grundschule Gmund das Jahr über den Garten im Rahmen des Bildungsprojekts „Schule auf der Streuobstwiese“ unter die Lupe nehmen. Am Donnerstag und Freitag, 28. und 29. April, werden die Kinder den „Obschti“ erstmals besuchen. Am „Tag des Obstbaumes“ (8. Mai) wird in Dürnbach ebenfalls wieder ein Aktionstag stattfinden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Problem-Biber erreicht jetzt auch Rottach - und wird heftig diskutiert
Die Biberfamilie an der Weißach steht unter Beobachtung. Ob das ausreicht, wurde im Rottacher Gemeinderat heftig bezweifelt. Mancher fürchtet, dass die Population aus …
Problem-Biber erreicht jetzt auch Rottach - und wird heftig diskutiert
Wasserschutzzone: Kreisausschuss darf doch mitreden
Die emotionalen Entgleisungen wiederholten sich nicht: Einstimmig haben die Kreisräte beschlossen, dass der Kreisausschuss nun im Verfahren um die Wasserschutzzone …
Wasserschutzzone: Kreisausschuss darf doch mitreden
Urteil zur Zweitwohnungssteuer: So reagieren die Gemeinden
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat ein Machtwort gesprochen: Die bayerische Mustersatzung zur Zweitwohnungssteuer ist rechtswidrig. Die betroffenen Gemeinden …
Urteil zur Zweitwohnungssteuer: So reagieren die Gemeinden
Landkreis steckt 32,1 Millionen ins Krankenhaus Agatharied
Es ist eines der Megaprojekte der kommenden Jahre: 32,1 Millionen Euro wird der Landkreis ins Krankenhaus Agatharied investieren. Das haben die Beratungen zum …
Landkreis steckt 32,1 Millionen ins Krankenhaus Agatharied

Kommentare