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Abriss im Gange: Für den Bau eines neuen Wohn- und Geschäftshauses an der Tegernseer Straße laufen die Vorbereitungen. Dem Wunsch nach mehr Wohnungen erteilte der Gmunder Ortsplanungsausschuss nun aber eine Absage.

„Er soll sich an das halten, was wir vorgegeben haben“

Neue Gmunder Mitte: Bauherr blitzt mit geänderter Planung ab

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Dreistöckige Tiefgarage, mehr Wohnungen, dafür weniger Gewerbeflächen. Die Gemeinde lehnte den neuen Antrag des Bauherrn ab.

Gmund – Die Abrissarbeiten an der Tegernseer Straße 8 in Gmund haben bereits begonnen. Bauherr Christian Werth will seine Pläne für das neuen Wohn- und Geschäftshaus, wie berichtet, zügig umsetzen. Der Gmunder Ortsplanungsausschuss segnete seinen Bauantrag auch ab, parallel dazu verläuft das Bebauungsplanverfahren. Nun reichte der Bauunternehmer einen Antrag mit Ergänzungen zum bisherigen Bauantrag ein. Über diese war das Gremium alles andere als begeistert.

Ursprünglich sollten in dem markanten Wohnkomplex 13 Wohnungen, fünf Läden, zwei Büros und eine Praxis entstehen. Weil die geplante Tiefgarage allein nicht ausreicht, genehmigte das Gremium zudem sechs Kopf-Parkplätze.

Für die Ergänzungen zum Bauantrag, die Werth nun bei der Gemeinde eingereicht hatte und die kürzlich im Ortsplanungsausschuss diskutiert wurden, fand Noch-Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) klare Worte: „Das gefällt mir nicht.“ Wie berichtet, plant Werth nun 22 Eigentumswohnungen, zwei Läden, ein Café und zwei Büros in seinem Wohn- und Geschäftshaus. Zudem soll die Tiefgarage nun dreistöckig werden. Noch im Februar hatte er auf Nachfrage gesagt: „Die Genehmigung des konkreten Bauantrags ist reine Formsache.“ Doch nun macht ihm die Gemeinde einen Strich durch die Rechnung.

Vor allem, dass es laut den neuen Plänen viel weniger Platz für Geschäfte geben soll, schmeckte Rathauschef Preysing gar nicht. „Mitten im Ort sollte man zumindest im kompletten Erdgeschoss Gewerbeflächen unterbringen“, sagte er im Ausschuss.

Aber auch die dreistöckige Tiefgarage wird wohl so nicht entstehen. Durch die höhere Anzahl von Wohnungen würden auch mehr Stellplätze benötigt. Die Zufahrt zur Tiefgarage sieht das Gremium problematisch: Sie ist nur über die Max-Obermayer-Straße möglich. Schwierigkeiten bereiten laut Preysing vor allem die Nähe zu den Bahngleisen, aber auch zum See.

Der Ausschuss war sich einig: Die Ergänzungen zum Bauantrag wurden einstimmig abgelehnt. „Er soll sich an das halten, was wir vorgegeben haben“, sagte Preysing. Dem stimmte auch sein Parteikollege Herbert Kozemko zu: „Wir sollten dabei bleiben, wofür wir uns ursprünglich entschieden haben. Aus.“ Und auch bei Barbara von Miller (SPD) sorgte der Antrag für Verärgerung. „Das Projekt war für mich vorher schon grenzwertig“, sagte sie. „Aber das ist jetzt einfach einen Ticken drüber.“

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