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Um das wilde Parken zu verhindern, wurden Verbotsschilder aufgestellt.

Bei Gut Kaltenbrunn

Neuer Biergarten bringt ein Parkproblem

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Gmund - Gut Kaltenbrunn rüstet sich für die nächste Freiluft-Saison und hat bereits mit der Einrichtung eines neuen, zusätzlichen Biergartens begonnen. Das Parkplatz-Problem ist allerdings noch nicht gelöst.

Rund 250 Gäste sollen in dem neuen Kaltenbrunner Biergarten essen, trinken und rasten, der anstelle des bisherigen Radl-Parkplatzes entstehen wird. Er bietet Besuchern dann jenen Traumblick auf den See, den die Gäste des bisherigen Familien-Biergartens in den niedrigeren Bereichen des Guts-Hügels so vermisst haben. Wie berichtet, soll der Familien-Biergarten komplett umgestaltet werden. Man habe sich mit diesem Teil des Gastro-Konzepts „verkalkuliert“, hatte der neue Geschäftsführer von Gut Kaltenbrunn, Markus Kemeter, gegenüber unserer Zeitung eingeräumt. Heuer wird also nachgebessert. Ein weiterer Biergarten für 250 Leute, und dann auch noch die vielen Veranstaltungsbesucher, die das Gut mit seinen neuen Räumlichkeiten künftig anzieht – eine riesige Blechlawine ist da zu erwarten. Die wilde Parkerei entlang der Bundesstraße oder der Verbindungsstraße nach Finsterwald soll in der kommenden Saison nicht mehr geduldet werden.

Im Gespräch ist inzwischen ein weiterer Parkplatz oberhalb der Bundesstraße. Vor Ort hatten sich Vertreter des Landratsamts, des Naturschutzes sowie der Gemeinde Anfang des Jahres ein Bild von der Lage gemacht. Passiert ist aber seither nichts. „Wir warten darauf, dass ein entsprechender Plan eingereicht wird“, sagt Rathauschef Georg von Preysing (CSU). Wer diesen einreichen wird – Michael Käfer als Pächter oder Alexandra Schörghubers Blue Lion GmbH als Besitzerin von Kaltenbrunn – ist noch offen. Überhaupt ist die Blue Lion GmbH noch weit davon entfernt, einen konkreten Vorschlag zu präsentieren. „Das ist extrem schwierig“, ist sich Antonia Asenstorfer als Sprecherin der Blue Lion bewusst. Erstens seien die Wiesen zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung an das Gut Bohmerhof bei Wackersberg verpachtet. Zweitens sei es aus naturschutzrechtlicher Sicht nicht einfach, eine Wiese zum Parkplatz umzufunktionieren. „So schnell geht das nicht.“ Eventuell, so Asenstorfer, seien sogar Verkehrsgutachten nötig. Asenstorfer: „Da sind noch einige Hürden zu nehmen.“ 

Vor allem die des Naturschutzes. Bisher seien dessen Belange aber noch nicht geprüft worden, weiß Birger Nemitz, Sprecher des Landratsamtes Miesbach. Dass der Pächter die zur Bewirtung genutzten Freiflächen erweitern und zusätzliche Parkplätze ausweisen möchte, sei bekannt, so Nemitz. Ein Bauantrag liege aber noch nicht vor. Asenstorfer sieht sich nicht unbedingt in Zugzwang: „Eigentlich haben wir die nötigen Parkplätze nicht nur nachgewiesen, sondern sogar für jedes Gebäude zwei bis drei Parkplätze mehr im Plan eingezeichnet.“ Die Anforderungen zur Genehmigung der einzelnen Bauabschnitte seien also erfüllt, betont die Blue-Lions-Sprecherin. 

Bei Angela Brogsitter-Finck, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), schrillen schon die Alarmglocken: „Ein Parkplatz im Landschaftsschutzgebiet, das wird einen Aufschrei in der Bevölkerung geben.“ Die Wiese oberhalb der B 318 liege auf einem Endmoränen-Höhenzug des früheren Tegernseer Gletschers, sagt Brogsitter. Alternativen gebe es: den Volksfestplatz, – „da müsste man halt ein paar Meter zu Fuß gehen“ – einen Shuttle-Service oder in Zukunft einen Parkplatz an der Kreuzstraße. „Wir ersticken sonst im Verkehr“, sagt die SGT-Vorsitzende.

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