Die Arbeiten für den neuen Mangfall-Steg sind in vollem Gange. Die Stahlrohre, die im Vordergrund zu sehen sind, werden als Stützen in den Seegrund gerammt.
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Die Arbeiten für den neuen Mangfall-Steg sind in vollem Gange. Die Stahlrohre, die im Vordergrund zu sehen sind, werden als Stützen in den Seegrund gerammt.

Fertigstellung bis Ende Juli

Bauarbeiten haben begonnen: Neuer Mangfall-Steg in Sicht

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Die Gemeinde Gmund hat dieser Tage Erfreuliches zu berichten: Die Bauarbeiten für die neue Holzbrücke über die Mangfall haben begonnen.

Gmund – Seit April 2020 war der Überweg, der das Ufer von Seeglas mit dem Ufer von Kaltenbrunn verbindet, abgeriegelt. Baufällig, lautete die Diagnose, die Bürgermeister Alfons Besel damals nach einer Routinekontrolle überraschend auf den Tisch bekam. Die Brücke, die 1954 erstmals errichtet und 1985 saniert wurde, ehe sie 2005 einen neuen Belag bekam, war nicht mehr tragfähig für Spaziergänger und Radfahrer. In mehreren Sitzungen befasste sich der Gemeinderat mit einem Neubau, warf Kriterien wie Aussehen, Kosten und Haltbarkeit in die Waagschale und kam mehrheitlich zu folgendem Ergebnis: Der Holzsteg über die Mangfall ist ein Wahrzeichen von Gmund und soll deshalb wieder in ähnlicher Form und als Holzsteg gebaut werden.

Bauzäune riegeln Gebiet ab

Jetzt ist es so weit: Eine Baufirma aus Marktoberdorf hat sich am Ufer eingerichtet. Bauzäune riegeln das Gelände ab, ein riesiger Kran hat sich in Stellung gebracht. Arbeiter haben damit begonnen, die Holzteile der Brücke abzubauen, Stück für Stück. „Die alten und morschen Pfähle werden dafür bodenbündig mit einer Spezialsäge unter Wasser abgeschnitten“, erklärt Josef Harraßer vom Bauamt der Gemeinde. Am Ufer liegen die Teile für den nächsten Arbeitsschritt schon bereit: Stahlrohre werden in den Boden gerammt – so tief, bis fester Boden erreicht ist.

„Das wird wohl bei einer Tiefe von 16 bis 20 Metern der Fall sein“, zitiert Harraßer aus den Berechnungen. Auf die Stahlpfähle, die vor Ort aneinandergeschweißt werden und deren Länge für ein durchschnittliches Wasserniveau berechnet ist, kommen Holzpfähle obenauf. Zunächst werde ein Probepfahl in den Boden gerammt, dann werde der Rest folgen – insgesamt 18 Stück. Laut Bauzeitenplan soll dieser Abschnitt der Arbeiten bis 2. Juli geschafft sein. Für den sichtbaren Oberbau der Brücke, die komplett aus Lärchenholz errichtet wird, hat eine Gmunder Zimmerei den Zuschlag bekommen. Sie wird die 56 Meter lange Brücke fertigstellen. Mit 2,50 Metern soll das neue Bauwerk deutlich breiter werden: Auf etwa 1,50 Metern Breite mussten Passanten bisher aneinander vorbei kommen. Aus Sicherheitsgründen wird das Geländer aus senkrechten Holzstäben gestaltet. 1,10 Meter Höhe sind dafür vorgeschrieben.

Ende Juli soll die Brücke fertig sein

Wer nun glaubt, der Bau einer Brücke könne problemlos starten, der irrt. „Mit Metallsuchgeräten musste vorab erkundet werden, ob Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg im Flussbett auftauchen“, berichtet Harraßer. Dies sei zum Glück nicht der Fall gewesen. Sehr hilfreich sei dabei die Wasserwacht zur Seite gestanden. Sie habe die Boote zur Verfügung gestellt.

Ende Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Wenn alles gut geht“, fügt Harraßer hinzu, der um Verständnis bittet, wenn es Mitte August werden sollte. Er appelliert an alle Passanten, sich dringend an die Absperrungen zu halten und vom Volksfestplatz über den Fischerweg zum Seeuferweg zu gehen. „Dass Familien mit Kinderwagen unter dem Baukran durchspazieren, ist schon vorgekommen und darf nicht wieder passieren“, so Harraßer.

Die reinen Baukosten werden wohl bei rund 440 000 Euro liegen, mit maximal 50 Prozent Förderung darf Gmund rechnen. Hinzu kommen Planungs- und Nebenkosten von rund 90 000 Euro. Nach der Fertigstellung geht’s an die Verschönerung: Das Thomas-Mann-Denkmal „Herr und Hund“ des verstorbenen Gmunder Bildhauers Quirin Roth, das vorübergehend eine andere Bleibe hat, wird an seiner bisherigen Stelle wieder aufgebaut. Auch eine Birke, die weichen musste, soll nachgepflanzt werden. Fest steht: Die Zeiten der Umwege sind im Sommer vorbei.

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