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Das Betonhaus rund um den neuen Trinkwasserbrunnen in Ostin ist bereits fertig. Es bekommt noch einen Dachstuhl und eine Holzverkleidung.

Wie viel wirklich an den Gerüchten dran ist

Ostiner Schneekanonen schuld an gechlortem Wasser?

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Der Wasserversorgungsverein baut einen neuen Brunnen in Ostin. Eine Zeit lang musste daher das Trinkwasser gechlort werden. Und es kamen Gerüchte auf, dass die Beschneiung am Oedberg mit dem Neubau zusammenhängen könnte.

Gmund – Weil der neue Brunnen, den der Wasserversorgungsverein Gmund derzeit baut, sich nahe der Liftanlagen in Ostin befindet und der Ski-Club künftig Wasser für seine Beschneiung aus den Anlagen des Vereins bezieht, kamen Gerüchte in Umlauf: Unter anderem hieß es, der Neubau hänge mit der Beschneiung zusammen, der Ski-Club sei also auch mitverantwortlich fürs gechlorte Wasser.

Bekanntlich musste das Trinkwasser seit 9. Dezember auf Anordnung des Gesundheitsamtes vorsichtshalber mit Chlor versetzt werden, weil für den Brunnenbau Bodenarbeiten nötig waren. Damit bestand die Gefahr, dass das Grundwasser verunreinigt wird.

Das sei nicht der Fall gewesen, macht jetzt Thomas Kniegl, der Vorsitzende des Gmunder Wasserversorgungsvereins, deutlich. „Es wurden täglich Proben genommen, die Wasserqualität war einwandfrei“, versichert er. Die Chloranlage wurde in Absprache mit den Behörden am 1. Februar wieder abgeschaltet.

Und auch der Behauptung, der Neubau des Brunnens sei der Beschneiung am Ödberg geschuldet, die auch von der Tegernseer Stimme aufgegriffen wurde, erteilt Kniegl eine klare Absage. Der Bau sei vielmehr nötig geworden, weil der aktuelle „Brunnen 2“ bereits arg in die Jahre gekommen ist. „Er versorgt seit 1972 das gesamte Netz mit einer einzigen Pumpe“, berichtet Kniegl. Der Tag, an dem die Pumpe kaputt geht, sei daher wohl nicht mehr allzu fern. Und dann, so betont der Vorsitzende, würde Gmund vor einem Problem stehen. „So eine Pumpe hat acht bis zehn Wochen Lieferzeit“, erklärt Kniegl. Eine Lücke bei der Trinkwasserversorgung wäre daher programmiert. Um das zu vermeiden, habe der Verein beschlossen, den neuen Brunnen zu bauen. Er soll im Sommer oder Herbst fertig gestellt werden.

Oedberg bekommt auch Wasser ab

Die beiden Anlagen laufen dann künftig im täglichen Wechsel. „Die Versorgung übernimmt mal die eine, mal die andere Pumpe“, macht der Vorsitzende deutlich. Treten bei einer Anlage technische Probleme auf, kann die andere einspringen. Eine recht komfortable Situation, von der durchaus auch der Ski-Club profitiert.

Er darf künftig zu Spitzenzeiten – also wenn die Schneekanonen auf Hochtouren laufen – Wasser aus einer der Anlagen beziehen. „Das betrifft vielleicht 14 Tage im Jahr“, erklärt Kniegl, der hier von einer Win-Win-Situation spricht. Der Ski-Club könne zusätzliches Wasser beziehen, der Wasserversorgungsverein erschließe sich dadurch eine weitere Einnahmequelle. Schließlich müssten die Baumaßnahmen ja auch finanziert werden.

Dass für die Gmunder das Trinkwasser knapp werden könnte, weil stattdessen die Schneekanonen gefüttert werden, kann laut Kniegl übrigens nicht passieren. Es fänden ja ständig Grundwassermessungen statt. Zudem seien gerade zu den Zeiten, in denen beschneit werde, die Grundwasser-Stände besonders hoch.

gab

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