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Im ehemaligen Bleicher-Haus in Gmund will ein Büro für Sportwetten eröffnen. Doch es gibt noch Klärungsbedarf mit den Behörden.

Neueröffnung am Gmunder Stachus

Wirbel um Wettbüro

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Der Stachus in Gmund scheint ein kompliziertes Eck zu sein. Nach dem langen Hickhack um die inzwischen eröffnete ShakesBeer-Bar, tun sich mit einem Büro für Sportwetten neue Probleme auf.

Gmund – „Eröffnung 1. März“ heißt es auf einem Zettel im Schaufenster. Doch die Realität sieht anders aus. „Was ist eigentlich mit dem Wettbüro“, fragte Johann Schmid (SPD) daher in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Noch-Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) erklärte, dass die Gemeinde das Landratsamt gebeten habe, eine Kontrolle durchzuführen, weil man nicht wisse, ob es sich um ein Wettbüro oder eine Annahmestelle für Wetten handle.

Also wieder neue Probleme im ehemaligen Bleicher-Haus am Stachus. Lange genug hatte das Gezerre um die Eröffnung der ShakesBeer-Bar gedauert, die direkt an der Kreuzung eröffnet hat. Hauptsächlich ging es damals um fehlende Parkplätze, am Ende erlaubte man dem Betreiber, einen Platz bei der Gemeinde mit 7500 Euro abzulösen. Spielen fehlende Parkplätze jetzt wieder eine Rolle? „Das wird alles gerade geprüft“, wusste Preysing.

Auf Nachfrage sorgt Sophie-Marie Stadler als stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamts für weitere Aufklärung: So sei für die Räume, die ursprünglich als Laden genehmigt waren, eine Gewerbeanmeldung für ein Sportwettbüro bei der Gemeinde vorgelegt worden. Weil die Gemeinde aber wissen wollte, wie die Räume tatsächlich genutzt werden, fragte sie beim Landratsamt Miesbach nach. Eine Mitarbeiterin des Staatlichen Bauamts habe daraufhin die Räumlichkeiten kontrolliert. „Dabei stellte sie fest, dass eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung nötig wäre“, so Stadler.

Denn: Das Bayerische Verwaltungsgericht habe 2016 entschieden, dass zwischen einer Wettannahmestelle und einem Wettbüro unterschieden werden müsse. Eine Wettannahmestelle wäre etwa eine typische Lotto-Annahmestelle mit längeren Öffnungszeiten. Ein Wettbüro hingegen lade zum Verweilen ein, beispielsweise mit einem Getränke-Angebot und Live-Übertragungen von Sport-Ereignissen. „Für beide Alternativen ist jedoch eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung nötig, welche das Staatliche Bauamt prüfen muss“, so Stadler. Eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung sei auch deshalb nötig, weil der Betreiber, dies habe sich bei der Kontrolle gezeigt, aber deutlich längere Öffnungszeiten plant als sie für gewöhnliche Läden gelten (6 bis 20 Uhr).

Inzwischen habe man zwar mit dem Antragsteller bei einem Anhörungstermin im Landratsamt über mögliche Lösungen diskutiert, ein konkreter Antrag sei aber noch nicht eingegangen.

Für die Gemeinde Gmund ist klar: Vor allem auch das Thema Stellplätze muss geklärt werden. Laut Landratsamt sei der Nachweis dafür wie bei jedem anderem Laden grundsätzlich nötig. Da die Räume allerdings bisher als Laden genutzt wurden, „mitsamt zugehöriger Stellplätze“, geht das Staatliche Bauamt augenblicklich von keiner Änderung aus. Und dann käme noch Folgendes hinzu: Sollte sich der Antragsteller für ein „Wettbüro“ entscheiden, müsste er zudem Auflagen für Vergnügungsstätten erfüllen.

Es gibt also noch viel Klärungsbedarf. Erste Wetten, ob das Wettbüro tatsächlich eröffnet, laufen bereits.

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