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Zur Einweihung der neuen Räume des Hängegleiterverbands am Hoffeld in Gmund gratulierten Politiker und Verbandsvertreter. 

Deutscher Hängegleiterverband weiht Räume ein

Neues Zuhause für die Erben des Ikarus

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Das Ikarus-Fieber erwachte am Tegernsee schon in den 1970er-Jahren. Inzwischen ist der Verband so gewachsen, dass er eine neue Geschäftsstelle in Gmund bezogen hat.

Gmund – Peter Janssen erinnert sich gut an die 1970er-Jahre, als das Drachen- und Gleitschirmfliegen noch in den Kinderschuhen steckte. „Zu diesem Zeitpunkt ist das Ikarus-Fieber ausgebrochen“, berichtete der Ex-Bürgermeister von Tegernsee. „Überall hämmerte und klopfte es, Nähmaschinen ratterten.“ Alles nur, um Drachen zu bauen. Auch er hat seinerzeit ein Fluggerät zusammengeschustert. Den Sitz, den er in Handarbeit aus dem Brett einer Schaukel gefertigt hat, zeigte er seinen Zuhörern bei der Einweihung der neuen Geschäftsstelle des Deutschen Hängegleiterverbands (DHV) in Gmund.

Inzwischen ist das Drachen- und Gleitschirmfliegen wesentlich sicherer geworden. Die Idee, sich zu einem Verband zusammenzuschließen, so Janssen, datiert aus dem Jahre 1979. Er selbst bekleidete damals das Amt des Vorsitzenden. „Die Geschäftsstelle war bei mir im Wohnzimmer“, erzählte Janssen. „Der Verband entwickelte dann recht schnell.“

So schnell, dass der Ruf nach eigenen Räumlichkeiten laut wurde. Die fand man an der Miesbacher Straße in Gmund. Nur etwa 200 Meter vom Neubaugebiet am Hoffeld entfernt, wo der Hängegleiterverband jetzt residiert. „Es ist schön, dass wir hier Wurzeln geschlagen haben“, sagte Janssen. Dem pflichtete auch Landrat Wolfgang Rzehak bei, der in Gmund wohnt. „Das ist genau die richtige Stelle“, sagte er. „Ein grüner Landrat und ein umweltfreundliches Sportgerät.“

Wie Rzehak gingen auch der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan (CSU) und der Parlamentarische Staatssekretär Nobert Barthle (CDU) vom Bundesministerium für Verkehr auf ihre persönliche Beziehung zur Sportart ein. Radwan wohnt „am Fuße des Wallbergs“, von wo aus er die Drachen- und Gleitschirmflieger beobachtet.

Barthle berichtete von einem Onkel seines Vaters, einem Segelflugpionier. „Die Fliegerei liegt meiner Familie quasi im Blut.“ Daniel Riner vom Schweizerischen Hängegleiterverband, dem „kleinen Bruder“ des DHV, schenkte zur Einweihung eine 50-Franken-Note. Zum einen, weil man nach einem Hausbau immer einen Notgroschen brauche. Zum anderen, weil diesen Geldschein die Abbildung eines Gleitschirms ziert. Ziel des DHV müsse es daher sein, dafür zu sorgen, dass auch auf den 50-Euro-Schein ein Gleitschirm gedruckt wird. „Obwohl, wir wissen ja nicht, wie lange es den Euro noch gibt.“

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