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Neustart für ein Sorgenkind: Tegernseer Hof hat wieder einen Pächter

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Von: Gabi Werner

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Der Tegernseer Hof in Finsterwald hat mit Tobias Schröder einen neuen Betreiber. Zunächst will der 41-Jährige den Hotelbetrieb wieder aufnehmen, später soll die Gastronomie mit Biergarten folgen.
Der Tegernseer Hof in Finsterwald hat mit Tobias Schröder einen neuen Betreiber. Zunächst will der 41-Jährige den Hotelbetrieb wieder aufnehmen, später soll die Gastronomie mit Biergarten folgen. © Stefan Schweihofer

Es zieht wieder Leben ein in den Tegernseer Hof in Finsterwald. Für das traditionsreiche Haus hat sich nach Monaten des Leerstands ein neuer Betreiber gefunden. Mit langfristigen Plänen.

Gmund – Die Zwangsschließung während Corona, die wiederkehrenden Lockdowns, der daraus resultierende Personalmangel: Der Tegernseer Hof, der vormals über Jahrzehnte hinweg als Feichtner Hof firmierte, hat das nicht verkraftet. Zunächst blieben Biergarten und Gastronomie geschlossen, zu Beginn des Jahres 2022 machte dann auch das Hotel mit seinen 18 Zimmern die Schotten dicht. Seither rührte sich nichts mehr in dem Haus, stattdessen machten Verkaufsgerüchte die Runde, die Eigentümer Kristian Nicol Worbs, Chef der Aureus Immobilien und Anlagen GmbH, stets dementierte.

Hotel des Tegernseer Hofs soll seine Pforten schon am 1. Juli wieder öffnen

Nun scheint es wieder eine Zukunft zu geben für den Betrieb, dessen Geschichte bis ins Jahr 1873 zurückreicht. Anfang Juni hat der 41-jährige Tobias Schröder, ein studierter Diplom-Betriebswirt, einen Pachtvertrag für den Tegernseer Hof unterschrieben. Er fackelt nicht lange: Bereits zum 1. Juli will Schröder den Hotelbetrieb wieder aufsperren. Die Zimmer sind über die einschlägigen Portale im Internet, aber auch über den Tegernseer Hof direkt schon wieder buchbar.

Neuer Pächter hat sich mit Tegernseer Hof einen Traum erfüllt

„Es war immer ein Traum von mir, meine berufliche Arbeit hierher zu verlegen“, sagt der neue Betreiber, der in der Vergangenheit in Murnau und in München lebte, nunmehr aber seit drei Jahren mit seiner Frau, einer gebürtigen Tegernseerin, in Ostin zuhause ist. Sein Ziel hat der 41-Jährige fest vor Augen: Er wolle für den Tegernseer Hof („das ist eine Lebensaufgabe“) ein nachhaltiges, dauerhaftes Konzept erarbeiten und ihm zu seinem alten Glanz verhelfen. „Wir wollen wieder eine Anlaufstelle sein sowohl für Einheimische als auch für Touristen.“

Akuter Personalmangel: Biergarten bleibt vorerst geschlossen

Das ist das langfristige Ziel. Während die Hotelzimmer derzeit nämlich aufgehübscht und Anfang Juli wieder für Gäste geöffnet werden, bleiben die Lokale und der von vielen so schmerzlich vermisste Biergarten vorerst noch geschlossen. Die akute Personalsituation lasse eine Wiederaufnahme des Gastro-Betriebs derzeit noch nicht zu, bedauert Schröder, der eigentlich lieber heute als morgen den Biergarten wieder beleben würde. Halbe Sachen, das macht der neue Wirt deutlich, gebe es bei ihm aber nicht. Erst müssten die Personalsituation und das Konzept stimmen. „Ich möchte das organisch wachsen lassen.“ Niemand habe etwas davon, wenn er den Biergarten nur unregelmäßig öffnen könne oder er in einem Jahr die Segel wieder streichen müsse. In vier Wochen oder auch erst im Jahr 2023: Wann die Gastronomie wieder aufsperrt, lasse sich derzeit nicht sagen, so Schröder.

Pächter arbeitet auf Hochtouren, um Hotelbetrieb zum Laufen zu bringen

Momentan arbeitet der neue Pächter auf Hochtouren, um den Hotelbetrieb wieder zum Laufen zu bringen. Die Zimmer buchbar machen, eine neue Website erstellen, Behördengänge, Personal fürs Frühstück und den Zimmer-Service akquirieren: Es gebe viel zu tun. Die Zimmer selbst müssten nicht groß umgebaut, sondern nur ein wenig hübsch gemacht werden. „Das ganze Objekt wurde von der Familie Worbs sehr gepflegt“, sagt der neue Pächter.

Neben einer nachhaltigen Bewirtschaftung will Schröder auch vermehrt auf Regionalität setzen, beispielsweise beim Frühstück. „Ich möchte mit den Anbietern im Tal zusammenarbeiten.“ Ein Einstieg in die Gastro-Branche in diesen Zeiten – ist das nicht gewagt? Die Leute, glaubt Schröder, wüssten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und die Attraktivität des Tegernseer Tals als Urlaubsort nach wie vor zu schätzen. „Das hat in jedem Fall Perspektive.“

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