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Luft nach oben: Nur wenige Besucher tummelten sich zuletzt auf dem Bauernmarkt in Gmund, immer freitags von 13 bis 18 Uhr am Viehhallenplatz.  

Wenige Besucher in Gmund

Bauernmarkt: „Da ist irgendwie der Wurm drin“

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Der Bauernmarkt in Gmund ist nach wie vor ein Problemkind. Jetzt hofft die Veranstalterin auf ein Frühlingserwachen. In Sachen Flohmärkte gibt’s hingegen eine Kehrtwende.

Gmund – Am 1. Juli 2016 hatte der Gmunder Bauernmarkt einen Neustart hingelegt. Er war vom Ludwig-Erhard-Platz an den Volksfestplatz gezogen –dorthin, wo er bereits 2001 seine Premiere hatte. Jeden Freitag rollen seither die Händler an und bieten neben der Halle der Viehzuchtgenossenschaft Tegernseer Tal ihre Waren an. Sieben sind es aktuell. Neben Obst, Gemüse, Fisch und Käse gibt’s auch Südtiroler Spezialitäten eines Fieranten aus dem Sarntal, Brot- und Backwaren sowie italienische Spezialitäten eines Händlers aus Turin. Am April ist ein weiterer Händler mit Spargel aus Schrobenhausen dabei.

Genug Parkplätze vorhanden

Eigentlich alles da, könnte man meinen. Doch die Kundschaft lässt sich noch immer zu spärlich blicken. „In Gmund ist irgendwie der Wurm drin“, sagt Kathi Porkolab, die Organisatorin des Marktes. Sie rätselt ständig, warum die Kunden offenbar eine Abneigung gegen den Bauernmarkt in Gmund haben. „Dabei ist doch der Platz ideal“, findet die gebürtige Ungarin, die unter dem Namen „Lupe-Märkte“ weitere Märkte organisiert. Es sei genug Parkplatz vorhanden, um auch größere Einkäufe zu tätigen, das Angebot sei vielfältig. Jetzt hofft sie auf ein Frühlingserwachen, „denn im Winter ist der Betrieb traditionsgemäß nicht so toll.“

Der Vertrag, den Kathi Porkolab mit der Gemeinde geschlossen hat, läuft zunächst ein Jahr – bis Juli. „Im nächsten halben Jahr muss sich zeigen, ob der Markt eine Zukunft hat.“ Motiviert sei sie, das weiter durchzuziehen, „die Händler auch.“ Sie wolle sich nicht festlegen, wie’s weitergeht, hofft aber, dass ein paar Kunden mehr wie bisher freitags den Weg zum Volksfestplatz finden. Vor Ostern, kündigt Porkolab an, werde der Markt schon am Gründonnerstag, 13. April, ab 9 Uhr bis in den späten Nachmittag hinein geöffnet haben.

Nun doch wieder Acht Flohmarkt-Termine 

Wesentlich mehr Erfolg hat Gmund offenbar mit seinen Flohmärkten. Nach einem ersten Trödelmarkt im März steht am Samstag, 1. April, bereits der zweite Termin im Kalender. Auch hier ist Kathi Porkolab die Organisatorin. Etwa 60 Standlbetreiber werden am Samstag anrücken. Eine Kehrtwende? Es hatte doch geheißen, dass Flohmärkte nur noch viermal jährlich stattfinden und Gmunder Vereine hin und wieder einen Flohmarkt organisieren sollen? Zu dieser Regelung war der Gemeinderat im Zuge des Streits um die frühmorgendliche Lärmbelastung durch die Flohmärkte und die Nutzung des Platzes durch Wohnmobile gekommen. Den früheren Organisatoren der Flohmärkte, Angelika Schuy-Haslwanter und ihrem Mann Theodor („Annas Märkte“) hatte die Gemeinde daher zum 31. Dezember gekündigt.

Aufbau nicht vor 7 Uhr

Doch die Vereine haben kein Interesse. „Lediglich die Seegeister wären an zwei Flohmarktterminen interessiert gewesen“, berichtet Kämmerer Georg Glas. Da Kathi Porkolab neben dem Bauernmarkt auch ihr Interesse für die Organisation der Flohmärkte bekundet habe, habe man mit ihr einen Vertrag geschlossen. „Schließlich hat die Gemeinde den Platz von der Viehzuchtgenossenschaft gepachtet, da muss auch Geld herein kommen“, begründet der Kämmerer die Entscheidung, nun doch wieder regelmäßige Flohmärkte zuzulassen. Allerdings haben die Fieranten eine klare Vorgabe: Sie dürfen nicht vor 7 Uhr mit dem Aufbau beginnen. Insgesamt acht Termine hat Porkolab zudem mit der Gemeinde vereinbart.

Die frühere Trödelmarkt-Organisatorin Angelika Schuy-Haslwanter kann sich nur wundern: „In meinem Kündigungsschreiben hatte es noch geheißen, dass die Gemeinde nur noch vier Flohmarkttermine wünsche.“ Und jetzt sei doch wieder alles anders. Dass sie sogar 100 Unterschriften für ihren Verbleib gesammelt hatte, habe ihr nichts genützt. Sie sei überzeugt, dass der Vertrag mit Porkolab schon vor ihrer Kündigung abgesprochen war. Im Rückblick bleibe für sie eins: „ein fader Nachgeschmack“.

Weitere Märkte:

Rund den Tegernsee gibt es weitere Märkte: In Tegernsee steht immer mittwochs am Kalterer Platz in der Rosenstraße ein Marktvormittag im Kalender. Allerdings war das Angebot zuletzt sehr dürftig und nur auf den Wagen von Feinkost Moser beschränkt. Im Herbst 2016 hatte sich der zweite Händler aus dem Rosenheimer Raum mit seinem Obst- und Gemüsestand verabschiedet. „Wir suchen bereits wieder nach einem neuen Standbetreiber“, sagt Tegernsees Geschäftsleiter Hans Staudacher. „Doch bisher sind wir noch nicht fündig geworden.“ Eine Zwangspause legt auch der Markt in Bad Wiessee ein. Der Grund sind die Bauarbeiten am Dourdan-Platz, wo der Markt bisher stattfand und auch künftig wieder Mittwochnachmittag geöffnet haben soll. Klaus Schuschke von der Gemeinde rechnet damit, dass der Platz nach seinem Umbau ab Mai oder Juni wieder mit Leben gefüllt werden kann. Zuletzt haben hier fünf Händler ihre Waren angeboten. „Die Händler haben schon wieder nachgefragt, wann’s losgeht“, berichtet Schuschke. „Ein Zeichen, dass der Markt bei der Bevölkerung gut ankommt.“

gr

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