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Auf dem Kreisel soll in diesem Sommer eine Blumenwiese entstehen, auf der Bienen Nahrung finden. Wenn die Optik gefällt, sollen weitere Flächen umgestellt werden.

Projekte im Gemeinderat Gmund diskutiert 

Für Öko-Modellregion: Bienenweide auf Kreisel

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Gmund - Das Thema Öko-Modellregion bewegte auch im Gmunder Gemeinderat. Bürgermeister Georg von Preysing nannte als eines der Projekte die Bienenweide auf dem Verkehrskreisel. 

Staatlich anerkannte Öko-Modellregion ist das Miesbacher Oberland schon. Doch jetzt müssen die Ziele und Maßnahmen noch umgesetzt und in den Köpfen der Landwirte und der Bevölkerung manifestiert werden. Bei ihrer Vorstellungstour durch die 17 Gemeinden im Landkreis erntet Marika Kinshofer als Kreis-Koordinatorin der Modellregion nicht nur Beifall. Wie berichtet, kritisieren einige Kommunen das Projekt, in Waakirchen war gar von einer „Feigenblatt-Aktion“ die Rede. 

In Gmund machte Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) dem Projekt Mut: „Wir sind dabei und bemühen uns“, sagte der Rathauschef. Als konkrete Maßnahme nannte er den Kreisverkehr in Seeglas. Nach einem Beschluss des Gemeinderats wird die Grünfläche im Kreisel wie berichtet als bunte Blumenwiese gestaltet, auf der sich Bienen tummeln sollen. Dies entspricht auch einerm Wunsch des Imkervereins. 

Ein vom Verkehr umtoster Kreisel als Bienenweide? Preysing erläutert: Eine Blumenwiese habe „eine ganz andere Optik“ als die bisherigen Blumenbeete. Die Gemeinde wolle an dieser augenfälligen Stelle testen, wie dies bei den Bürgern ankomme. „Wenn’s dem Volk gefällt, können wir künftig mehr und größere Flächen auch abseits der Straßen umstellen.“ CSU-Gemeinderat Johann Huber, zugleich Ortsobmann des Bauernverbands, machte sich bei aller Forderung nach Öko und Bio für die herkömmliche Landwirtschaft stark: „ Kleine Betriebe müssen erhalten bleiben“, forderte Huber. „Denn Landwirtschaft, Gemeinde und Tourismus sind eins bei uns in Gmund.“ Um Betrieben das Überleben zu sichern, müsse von „strengen, unmenschlichen Auflagen“ Abstand genommen werden. Konkret müsse die Anbindehaltung auch weiter ermöglich werden. Den Verbrauchern müsse man eintrichtern, dass sie auch wirklich Produkte aus der Region kaufen. „Aus der Region, für die Region muss die Devise lauten“, sagte Huber.

 Dies gelte auch beim Bauen: „Ich finde es nämlich unmöglich, wenn in unserem Einheimischen-Programm am Landbaderfeld Laster mit Billig-Holz aus Tschechien vorfahren, wo wir doch gutes Holz haben.“ Den Vorschlag Kinshofers für Regional-Regale in Supermärkten griff Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) auf. Auf seine Frage, wie konkret Verhandlungen etwa mit der künftigen Rewe-Markt-Betreiberin am Maximilian seien, versicherte die Koordinatorin, dass sie Kontakt aufnehmen werde. Kinshofer betonte auf die Nachfrage von Alfons Wagner (CSU), dass nicht alles bio sein müsse, wenngleich 28 Prozent der Landwirte im Landkreis bereits biologisch produzieren. „Wir können die Region so formen, wie wir sie wollen“, betonte Kinshofer. 

Man müsse die Verbraucher dazu bringen, nicht immer nur billige Ware einzukaufen, lautete Preysings Meinung. Da war er ausnahmsweise einer Meinung mit Grünen-Rätin Helga Wagner. Die hält zudem nichts davon, klein-strukturierte Höfe zu vergrößern. „Denn Überproduktion haben wir schon genug“, fand Wagner.

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