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Geschichte auf Reifen: Beim Oldtimertreffen auf dem Gmunder Volksfestplatz war eine Vielzahl gepflegter Fahrzeugveteranen zu sehen.
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Geschichte auf Reifen: Beim Oldtimertreffen auf dem Gmunder Volksfestplatz war eine Vielzahl gepflegter Fahrzeugveteranen zu sehen.
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Geschichte auf Reifen: Beim Oldtimertreffen auf dem Gmunder Volksfestplatz war eine Vielzahl gepflegter Fahrzeugveteranen zu sehen.
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Geschichte auf Reifen: Beim Oldtimertreffen auf dem Gmunder Volksfestplatz war eine Vielzahl gepflegter Fahrzeugveteranen zu sehen.

Veranstaltung auf Gmunder Volkfestplatz lockt 3500 Besucher an

Oldtimertreffen: Die Faszination fahrender Legenden

Das Oldtimertreffen in Gmund ist ein Fest, auf dem die Fans ins Gespräch kommen. Beim 17. Mal kamen rund 3500 Schaulustige, um 300 Oldtimer und 50 historische Motorräder zu bewundern.

Gmund – „Heuer sind die Amerikaner ganz stark vertreten“, ruft Wolfgang Lehnerer, Vize-Vorsitzender des Oldtimerclubs Tegernseer Tal, beim Rundgang über den Volksfestplatz Vereinschef Markus Schlosser zu. Lehnerer ist selbst mit zwei Fahrzeugen vertreten, einem roten Ford Taunus 17 M von 1961 und dem dazu passenden rot- weißen Tretauto seines Sohnes, Kennzeichen „Lukas I“.

Zudem sorgt er dafür, dass die eintreffenden Automobile ordentlich geparkt werden. Viele Gestaltungsmöglichkeiten bleiben ihm nicht. Aber immerhin konzentrieren sich an einer Stelle die Ford aus der Baureihe Modell T „Tin Lizzy“, etwas weiter hinten stehen zwei Ford Mustang nebeneinander und noch ein Stück weiter ein mega-langer mintfarbener Cadillac mit eindrucksvollen Heckflossen. Daneben ein Buick, ein Chevrolet, ein Dodge. Sie blitzen und blinken und sehen aus, als stammten sie aus glanzvollen Zeiten der USA oder geradewegs von den Filmsets der amerikanischen Traumfabrik.

„Make America great again“ sei aber nicht in Gmund angekommen, stellt Schlosser klar: „Da sind viele von den ‚Alt Ford Freunden‘ dabei. In dem Club hat sich herumgesprochen, dass wir in Gmund ein schönes und entspannt-lässiges Oldtimertreffen haben.“

Auch wichtig: Die Fans kommen auf Achse. „Auf Achse“ bedeutet, dass die Fahrzeuge selbstständig fahren und nicht von Transportern gebracht werden. Es bedeutet auch, dass hier wahre Technik-Fans sind und nicht nur Sammler. Hermann Öllinger aus Pfarrkirchen etwa gilt in der Szene als wahrer Künstler. Der 79-Jährige fertigt Ersatzteile von Hand und baut sie dann ein. Er ist mit einem dunkelblauen Citroën, Baujahr 1922, angereist, den er vor 29 Jahren für einen Bekannten restauriert hat. Weil dieser das Traumauto – Gaspedal in der Mitte, aufklappbare Frontscheibe – nicht fahren konnte, hat Öllinger den Vorbesitzer erst chauffiert und ihm dann das Auto abgekauft: „Heute gehört es dem Chauffeur“, sagt er lachend und stolz und vertieft sich dann wieder in seine Schraubergespräche.

Die sind der wahre Grund für den Erfolg des Oldtimertreffens: Die Fahrzeugbesitzer teilen ihr Wissen bereitwillig, die Fans fragen – ohne Berührungsängste. Man kommt locker ins Gespräch. Da erzählt einer, dass er mit seinem Sohn neun Jahre und acht Monate dafür gebraucht hat, um aus einem bei eBay erstandenen Schrotthaufen eine schwarz-glänzende Limousine wie aus einem amerikanischen Gangster-Film der Prohibitionszeit zu machen. Alles nickt anerkennend. Und jeder ist irritiert, als einer der Besucher quasi mit seiner Brieftasche wedelt und sagt, dass er an dem Auto interessiert sei.

Allerdings hängt an einigen Fahrzeugen neben dem Teilnehmer-Schild auch eines mit „Zu Verkaufen“. Schlosser sagt dazu: „Das gab es bisher noch nicht.“ Zum Treffen kämen meist wirkliche Fans, denen es nicht um die Rendite gehe, die man mit Oldtimern erzielen kann.

Es stehen nicht nur Klassiker wie die kleine Flotte historischer Fiat-500er auf dem Platz, sondern auch wirklich kostbare Raritäten: etwa der Messerschmidt Kabinenroller mit Schlangenleder-Sitzen oder der Porsche 597 Geländewagen mit Schaufel auf der Kühlerhaube. Für die Bundeswehr wurden einige wenige Exemplare produziert.

Auch vom BTM Cheetah GT Red, einem Rennwagen mit kleinen Flügeltüren aus dem Jahr 1946, gibt es in Europa nur etwa acht Stück. 30 Jahre lang und weltweit hat Wolfgang Virtel aus Neuried nach dem roten Flitzer mit seinen 686 Kilo, 450 PS und seinen 6,2 Liter-Verbrauch gesucht, bis er Mitte der 1980er Jahren in Baden-Württemberg fündig wurde. „Er ist laut, heiß und hart ohne Ende“, schwärmt Virtel. Aber es ist sein absolutes Traumauto, das er schon als Schüler gezeichnet hat. Für die TÜV-Zulassung hat Virtel Kopfstützen, eine Feststellbremse und einen Traktoren-Scheibenwischer eingebaut.

Auch bei den Lieferwagen gab’s Kostbarkeiten, etwa ein Puch Haflinger aus Gmund, ebenso bei den Motorrädern, wo die „Indian Big Chief“, Baujahr 1929, viele Bewunderer fand. Bernd Nöst hat sie über Berlin aus Buenos Aires nach Naring bei Weyarn geholt.

Dass ihre Schätze auch mobil sind, bewiesen die Oldtimer-Fans bei der Ausfahrt: Sie führte rund um den Tegernsee mit einem Abstecher zur Wallberg Talstation.

Von Alexandra Korimorth

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