+
Landwirtschaft heute: Ein Futterroboter versorgt die Milchkühe.

Ortsplanungsausschuss stimmt Bauantrag zu

Wieder ein moderner Stall mehr in Gmund

  • schließen

Gmund - Ein Roboter, der füttert und melkt. Kühe, die nicht mehr auf der Wiese, sondern im Stall herumlaufen. Das ist moderne Landwirtschaft heute. Die Zahl der Ställe wächst - auch in Gmund.

Mehrere Laufställe wurden in jüngster Zeit im Gemeindebereich von Gmund gebaut – und es werden immer mehr. „Zwei bis drei werden in naher Zukunft schon dazu kommen“, weiß Rüdiger Obermaier vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Seinen Angaben zufolge stehen allerdings noch 70 Prozent der Kühe am Tegernsee angebunden im Stall, kombiniert mit Weidegang. Kein Wunder: Die durchschnittliche Anzahl an Kühen liegt im Tal bei 24. Wer einen modernen Stall plant, müsste aus Gründen der Wirtschaftlichkeit den Bestand auf mindestens 40 erhöhen. „Erst ab dieser Zahl rentiert sich so ein Stall“, meint Obermaier. Dennoch wagen viele Landwirte diesen Schritt. Etwa der Bio-Landwirt Johann Hemeter in Festenbach.

Schon Ende Juli 2016 hatte sich der Gmunder Ortsplanungsausschuss mit seinem Vorhaben befasst. Nach einer kontroversen Diskussion lehnte das Gremium den Antrag ab, weil noch zu viele Fragen offen waren. Inzwischen scheint aber alles klar. Wie Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) erklärte, habe in der Zwischenzeit eine Begehung des Geländes rund um den Bauernhof in Festenbach stattgefunden. Daraufhin hätten das Landratsamt und das AELF positive Stellungnahmen abgegeben. Demnach steht fest: Hemeter hat landwirtscahftliche Privilegien und darf im Außenbereich bauen. Zudem könne er langfristige Pachtverträge mit Grundbesitzern nachweisen, die die ausreichende Versorgung der Tiere mit Futter sichern.

60 Milchkühe stehen künftig im Stall

Um 22 Stück auf 60 Stück Milchvieh möchte Hemeter seinen Viehbestand aufstocken. Der Bestand an Jungvieh, aktuell im alten Hofstall untergebracht, soll im Gegenzug auf 30 reduziert werden. Für dieses Jungvieh plant Hemeter den neuen Stall. Dieser soll mit den Ausmaßen von 11,80 mal 32 Metern parallel zu einem bestehenden Stall gebaut werden. Geplant sind überdachte Außenboxen für die Tiere.

Hemeter plant noch mehr: Senkrecht zu den dann zwei Ställen will er eine Maschinen- und Gerätehalle errichten. Damit muss sich der Ortsplanungsausschuss ein andermal befassen, denn das AELF ist nicht endgültig einverstanden mit der Lage, sondern schlägt eine Platzierung nahe des Bauernhofs vor. Ob Hemeter dafür ein anderes Gebäude auf seinem Areal abreißen muss, ist noch offen.

„Respekt, so etwas zu machen“, sagte Johann Huber (CSU), der zugleich Obmann des örtlichen Bauernverbandes ist. Mit einer einstimmigen Befürwortung des Vorhabens machte dann zumindest der Ortsplanungsausschuss den Weg für den neuen Stall frei.

gr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unwettersommer: Was er für die Fest-Veranstalter bedeutet hat
Alle drei Seefeste und mehrere Waldfeste im Tegernseer Tal mussten heuer wetterbedingt verschoben werden. Was heißt das für die Veranstalter?
Unwettersommer: Was er für die Fest-Veranstalter bedeutet hat
Schlimmer Fehler: Rottacher landet mit riesiger Narbe vor Gericht
Den 6. Januar 2017 wird ein 20-jähriger Rottacher wohl nie vergessen. Seit diesem Tag ziert die Narbe einer Schnittwunde seinen Kopf, die ihm für immer bleiben wird.
Schlimmer Fehler: Rottacher landet mit riesiger Narbe vor Gericht
Bergwacht sauer: Rosstag bringt kein Geld mehr
Weniger Festplatzbesucher, weniger Einnahmen: Die Bergwacht Rottach-Egern ist unzufrieden mit den Entwicklungen beim Rosstag. Auch weil inzwischen viele andere die Hand …
Bergwacht sauer: Rosstag bringt kein Geld mehr
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde
Seine Frau leidet unter Depressionen, er kann nicht mehr schlafen. Der Grund: Kuhglocken auf der Weide. Aber es geht ihm auch um die Kühe selbst - die seien …
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde

Kommentare