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Auf diesem Grundstück in Gasse wollte Anton Taubenberger eine Maschinenhalle errichten.

Grundstück im Außenbereich

Ortsplanungsausschuss: Nein zu neuer Maschinenhalle 

Gmund - Der Strukturwandel zwingt Landwirte zu baulichen Maßnahmen, so auch Anton Taubenberger aus Gmund. Eine neue Maschinenhalle wollte der Ortsplanungsausschuss aber nicht zulassen.

Anton Taubenberger aus Gmund Gasse braucht mehr Platz für seine landwirtschaftlichen Gerätschaften. Deshalb hat der Landwirt einen Antrag zum Bau einer neuen Maschinenhalle gestellt. Dieser war jetzt Gegenstand im Gmunder Ortsplanungsausschuss. Vor allem CSU-Gemeinderat Johann Huber hatte dagegen aber zahlreiche Einwände vorzubringen. Letztlich wurde der Antrag einstimmig abgelehnt. Der Grund: eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange. 

„Die Flächen und damit auch die Maschinen werden immer größer“

Zum Bestand von Taubenbergers Betrieb gehört bereits eine Maschinenhalle, allerdings ist diese inzwischen zu klein geworden. „Die Flächen und damit auch die Maschinen werden immer größer“, begründet Taubenberger seinen Antrag. Dieser sieht den Bau einer 300 Quadratmeter großen Maschinenhalle auf einer freien Wiese vor. Aufgrund ihrer landwirtschaftlichen Nutzung unterliegt die geplante Halle der Privilegierung. 

„Das ist reiner Außenbereich, so eine Halle sollten wir nicht genehmigen“

Ein Vorhaben, das insbesondere Gemeinderat Johann Huber sauer aufstieß. „Das ist reiner Außenbereich, so eine Halle sollten wir nicht genehmigen“, sagte er. In unmittelbarer Nähe zum geplanten Standort befinde sich ein Parkplatz, den hunderte von Ausflüglern nutzen würden. „Die freuen sich über freies Land. Die Halle ist da ein Fremdkörper.“ Außerdem störe diese den derzeitigen Verlauf der Langlaufloipe, die mit der Verwirklichung des Bauvorhabens sterben würde. Zudem warf Huber Taubenberger vor, in seiner derzeitigen Halle ein Gewerbe zu unterhalten. Es komme immer wieder vor, dass Handwerksbetriebe die Bauern vorschieben, damit sie die Hallen nutzen dürfen. „Das Gewerbe muss raus, die alte Halle weg und stattdessen sollte er eine neue, gescheite Halle hinstellen“, forderte Huber. 

Letztendlich lehnte das Gremium Taubenbergers Antrag einstimmig ab

Auch Barbara von Miller (SPD) hatte Bedenken gegenüber Taubenbergers Vorhaben. „In der freien Landschaft ist so etwas schwierig. Warum sucht man nicht nach einer anderen Möglichkeit?“, fragte sie. Letztendlich lehnte das Gremium Taubenbergers Antrag einstimmig ab. 

Derzeit steht ein Teil von Taubenbergers Maschinen im Freien

Zum Unverständnis des Antragsstellers. „Mir wurde der Bedarf vom Amt für Landwirtschaft zugesprochen“, erklärt Taubenberger auf Nachfrage unserer Zeitung. „Und auch der Kreisbaumeister hat bereits sein Okay gegeben.“ Derzeit steht ein Teil seiner Maschinen im Freien, ein weiterer Teil ist bei anderen Landwirten untergebracht. Dies sei mit nicht unerheblichen jährlichen Kosten verbunden. Kosten, die eine neue Maschinenhalle auffangen würde. 

"Ein Abriss wäre mit erheblichen Mehrkosten verbunden“

Von Millers Vorschlag, einen anderen Standort für seine Halle zu finden, kann Taubenberger nichts abgewinnen. „Es gibt nur zwei mögliche Standorte. Den, der im Antrag ausgewiesen ist, und den, an dem die vorhandene Halle steht.“ Die bestehende Halle abzureißen, hält Taubenberger für wenig sinnvoll. „Die ist erst 15 Jahre alt und noch top in Schuss. Außerdem wäre ein Abriss mit erheblichen Mehrkosten verbunden.“

 „Unter meinem Dach gibt es kein Gewerbe“

Erst recht nicht nachvollziehen kann Taubenberger den Vorwurf, er würde in seiner Maschinenhalle ein Gewerbe unterhalten. „Unter meinem Dach gibt es kein Gewerbe“, sagt der Landwirt. Und auch was die Langlaufloipe angeht, sieht Taubenberger kein Problem. „Das ist doch total wurscht, ob die Loipe 20 Meter weiter drüben verläuft. Ich habe auf meiner Wiese genug Platz.“

„Die Stimmung ist vorher schon aufgekocht, weil andere landwirtschaftlich privilegierte Bauvorhaben behandelt wurden“

Den eigentlichen Grund für das Scheitern seines Antrags sieht Taubenberger weniger im Antrag selbst als vielmehr in den Tagesordnungspunkten, die zuvor behandelt wurden. „Die Stimmung ist vorher schon aufgekocht, weil andere landwirtschaftlich privilegierte Bauvorhaben behandelt wurden.“ Das Ganze sei sehr unglücklich gelaufen. 

Taubenberger will keinen Streit vom Zaun brechen 

Wie er jetzt weiter verfahren wird, weiß der Landwirt noch nicht. Eine Möglichkeit bestünde etwa darin, sich auf die Privilegierung zu berufen. Dann müsste das Landratsamt eine Entscheidung treffen. „Ich weiß nicht, ob ich mir nicht da den Zorn der Gemeinde zuziehe“, befürchtet Taubenberger. Einen Streit vom Zaun brechen will er nämlich nicht. „Jetzt kommt dann erst mal ein Vertreter vom Amt für Landwirtschaft vorbei und macht sich ein Bild von der Situation.“ Anschließend muss Taubenberger überlegen, ob er sein Vorhaben weiter verfolgt.

Bastian Huber

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