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In Gmunder Papier stecken die Namen der Preisträger der 88. Oscar-Verleihung am Sonntag in Los Angeles.

Faktencheck zur Verleihung am Sonntag

Oscars 2016: Warum die Preisträger-Kuverts vom Tegernsee kommen

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Gmund/Hollywood - Am Sonntag heißt es wieder: And the Oscar goes to... Und mit dabei sind auch wieder Protagonisten vom Tegernsee: die Preisträger-Kuverts der Büttenpapierfabrik in Gmund. Aber wie kam's eigentlich dazu? 

Leonardo Di Caprio, Cate Blanchett und Jennifer Lawrence haben eines gemeinsam: Am Sonntag halten sie - wenn es gut für sie läuft bei der 88. Oscar-Verleihung in Los Angeles - neben der begehrten Trophäe ein Kuvert mit ihrem Namen auf einem Zettelchen darin in Händen. Nicht irgendein Kuvert. Ein goldenes Kuvert vom Tegernsee. Die Büttenpapierfabrik in Gmund steuert auch heuer wieder die Kuverts zur Oscar-Verleihung bei. Wie es dazu kam und was das besondere am Gmunder Oscar-Papier ist, erklärt Caroline Pastor von der Büttenpapierfabrik in unserem Fakten-Check.

Wie kommt Gmunder Papier nach Hollywood?

Die Oscar-Kuverts werden von Marc Friedland aus Los Angeles designt. Für seine Bewerbung vor einigen Jahren brauchte er ein besonderes Papier - und stieß auf die Büttenpapierfabrik. "So verwunderlich ist das nicht", sagt Pastor. Schließlich sei die Büttenpapierfarbik ein internationales Unternehmen und die Kollektionen seien in zwölf Ländern zu haben.

Seit wann stecken die Preisträger-Zettel in Papier vom Tegernsee?

Die Kooperation besteht seit fünf Jahren.

Was ist das besondere an dem Papier?

Es enthält viele kleine Goldpartikel, die die Kuverts auch von der Ferne zum Schimmern und Strahlen bringen. Außerdem sind sie aus einer speziellen Mikroprägung, die sich anfühlt, als reibe man zwei Fingerkuppen aneinander. "Man sieht die Prägung nicht, aber man spürt sie."

Wer hat das Oscar-Papier entwickelt?

In der Büttenpapierfabrik gibt es ein Kreativteam. Es entwirft zwei bis drei Papier-Kollektionen im Jahr. Büttenpapierfabrik-Chef Florian Kohler bringt dabei sein Wissen aus vier Generationen über die Papierproduktion ein. Die Papiere werden dann auf Herz und Nieren getestet: Wie verbrennen sie, was passiert, wenn sie Sonnenlicht ausgesetzt sind?

Wie groß sind eigentlich die Oscar-Kuverts?

Die Büttenpapierfabrik verschickt 20 Bögen á 100 auf 70 Zentimeter nach Hollywood. Designer Friedland schneidet und faltet sie dann in Din A 5-Format. Zuletzt prägt er das Oscar-Emblem ein. 

Sind die Oscar-Kuverts recht teuer?

Eigentlich nicht. Ein Kuvert kostet 3,90 Euro und kann im Shop der Büttenpapierfabrik gekauft werden - wie übrigens alle Papierwaren aus der Oscar-Kollektion (sie heißt offiziell "Treasury", das Oscar-Papier heißt "Value") und vieles mehr, was die Büttenpapierfabrik produziert.

Was passiert mit den Kuverts nach der Verleihung? Landen sie einfach auf dem Müll?

Einige Stars sind vom Schimmern des Papiers offenbar so hingerissen, dass sie die Kuverts mitnehmen. Cate Blanchet zum Beispiel, oder Juliane Moore. Beide haben sich in der Vergangenheit nach der Verleihung mit dem Oscar und dem Gmunder Kuvert fotografieren lassen.

War jemand von der Büttenpapierfabrik schon bei den Oscars dabei?

"Das wäre schön, ich würde mich freiwillig melden", sagt Caroline Pastor lachend. Tatsächlich habe der Designer aber noch niemand aus Gmund mit zur Verleihung genommen. Allerdings war die Büttenpapierfarbik schon bei den Filmfestspielen in Cannes vertreten. 

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