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Die Dachgeschosswohnung in Ostin fing im Mai 2015 Feuer. Ist der Mieter selbst Schuld?

Papier auf dem Küchenherd

War es fahrlässige Brandstiftung? Ostiner vor dem Amtsgericht

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Gmund - Ein 47-Jähriger aus Ostin muss sich für den Brand in seinem Büro vor Gericht verantworten. Hat er den Herd angestellt, obwohl Papier darauf lag?

Ein Feuer aus dem vergangenen Sommer war nun Thema am Miesbacher Amtsgericht. Im Mai 2015 hatte es in einerDachgeschosswohnung in Ostin gebrannt. Der Mieter, ein 47-jähriger angestellter Kaufmann, stand wegen fahrlässiger Brandstiftung vor Gericht. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, den Küchenherd angestellt zu haben, obwohl Papier darauf lag, welches sich dann entzündete.

Die Dachgeschosswohnung soll der Angeklagte gemeinsam mit seiner Frau als Büro genutzt haben. Das erzählte der Vermieter, ein Gmunder Immobilienkaufmann, vor Gericht. Der Angeklagte selbst und seine Ehefrau entschieden sich, nicht auszusagen. Im Laufe der Verhandlung wurde mit Hilfe eines Gutachters versucht, die Feuerursache zu klären.

Hatten die Kinder Zutritt zur Küche?

Der Gutachter vom Bayerischen Landeskriminalamt stellte fest, dass die Platte auf höchste Stufe gestellt worden sein musste. „Damit es zu starker Rauchentwicklung und Entzündung kommt, muss ich die Platte auf höchste Stufe stellen“, sagte er und unterlegte dies mit mehreren durchgeführten Versuchen. Die Rauchentwicklung bestätigte der Vermieter, der auch die beiden anderen Dachgeschosswohnungen aufgrund der starken Rauchbelastung sanieren lassen musste. Die Feuerwehr habe zwar laut Einsatzbericht nicht mehr löschen müssen, „aber es muss gebrannt haben“, erklärte der Gutachter anhand verschiedener Fotos vom Tatort.

Was genau auf dem Herd stand, und ob die Fenster zur Zeit des Feuers geöffnet waren, ließ sich während der Verhandlung nicht klären. Deshalb konnte der Gutachter auch nicht sagen, ob das Feuer von jemandem gelöscht worden oder ob der Brand aufgrund von Sauerstoffmangels selbst ausgegangen war.

Der Angeklagte lebt mit seiner Familie im Stockwerk unter der als Büro genutzten Wohnung. So hatten nach Aussage des Vermieters auch die beiden Kinder Zutritt zur Küche, dem Brandherd. In einem zweiten Teil der Verhandlung soll ein Zeuge der Feuerwehr, der zum ersten Termin verhindert war, mehr Details liefern. 

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