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Klare Regeln in der BOB: Wenn die Fahrradplätze voll sind, sind sie voll. Am Wochenende geht das recht schnell.

Aggressive Szenen am Gmunder Bahnhof

Radler (59) wird aus BOB geworfen - zweimal hintereinander

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Otterfing - Ein Otterfinger musste am Sonntag mit seinem Rad selbst von Gmund nach Hause fahren - trotz BOB-Ticket. Beim zweiten überfüllten Zug platzte Wolfgang Brandhaus der Kragen...

Es begann zu tröpfeln, der sonntägliche Radlausflug ins Tegernseer Tal drohte ungemütlich zu werden. Kurzentschlossen schwenkte der Otterfinger Wolfgang Brandhaus am vergangenen Sonntag in den Gmunder Bahnhof ein und kaufte ein Ticket, um sich und sein Radl von der BOB zumindest bis Holzkirchen heimwärts tragen zu lassen. 

Der Plan misslang gründlich. In der mit Ausflüglern voll besetzten BOB war kein Platz für den Radler, er wurde des Abteils verwiesen und musste heimradeln. „Das kann’s ja wohl nicht sein“, empört sich der Otterfinger, „das muss die BOB bitte besser organisieren.“

Das Problem ist nicht neu. Immer wieder müssen Zugbegleiter Radlern den Zutritt verwehren, weil die Abteile überfüllt sind. Teilweise beobachteten Fahrgäste dabei chaotische Szenen, bei denen sich auch das BOB-Personal selbst nicht mit Ruhm bekleckerte. „Auch für uns eine sehr bedauerliche Situation“, räumt BOB-Pressesprecher Christopher Raabe ein. Aus Sicherheitsgründen müsse die BOB aber kompromisslos die Zahl der Fahrräder pro Zug begrenzen oder ganz ausschließen. Laut Raabe seien Rettungswege freizuhalten. Man habe, der besseren Transparenz wegen, zuletzt sogar Linien auf die Böden markiert und Plakate aufgehängt.

BOB: "Gibt keine Mitnahme-Garantie für Fahrräder"

Oft helfe es schon, auf den nächsten Zug zu warten. An Ausflugstagen schiebt die BOB Zwischenzüge ein. „Wir fahren alles, was wir können“, sagt Raabe, „aber es gibt leider keine Mitnahme-Garantie für Fahrräder.“

Auch im Zwischenzug ist kein Platz

Wolfgang Brandhaus hatte sich am Sonntag, nachdem die erste, brechend volle BOB in Gmund eingerollt war, auf einen dieser Zwischenzüge vertrösten lassen. Als der gegen 16.30 Uhr eintraf, war aber auch da kein Platz. „Ich habe mich trotzdem irgendwie reingedrängt“, sagt der Otterfinger. Und er weigerte sich, trotz vehementer Aufforderung der Zugbegleiter, das Abteil wieder zu verlassen. „Sie sagten, sie holen die Polizei“, sagt der Otterfinger, „ich wollte es drauf ankommen lassen.“

Erst als ihn andere Fahrgäste bedrängten, die genervt in drängender Enge warteten, gab er klein bei. Das Ende vom Lied: Die BOB verließ Gmund mit achtminütiger Verspätung; und der Otterfinger radelte nach Hause, obwohl er ein Ticket in der Tasche hatte. 

„Das ist bei bestem Willen schlicht nicht planbar“

"Das ist kein Einzelfall“, sagt Brandhaus. Die BOB sei gefordert, hier klare Ansagen zu machen: „Entweder sie halten genug Plätze für Radler frei oder sie sagen grundsätzlich, dass sie an solchen Tagen keine Radl mitnehmen.“ So kurzfristig sei Bahnverkehr nicht zu organisieren, sagt Raabe. Beginne es zu regnen, wollen plötzlich alle in die Züge. „Das ist bei bestem Willen schlicht nicht planbar“ , betont der Sprecher.

Die BOB versuche aber, das Thema zu bearbeiten. „Wir haben mit Fahrradverleihern an einigen Ausflugsorten vereinbart, dass sie bei Vorlage von BOB-Tickets Rabatte gewähren.“ 

avh

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