Parken Gmund
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Parkplatz Seeglas: Das Tagesticket kostet hier künftig fünf statt drei Euro.

Gmund beschließt Konzept für seine Parkplätze

So viel kostet das Parken künftig in Gmund

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Kostenlos parken ist jetzt vorbei in Gmund: Die Gemeinde hat ein neues Gebührenkonzept beschlossen.

Gmund Alle wollen raus – trotz Corona. Und so war der Parkplatz in Seeglas gestern Nachmittag gut gefüllt. Parkgebühr wird hier, ebenso wie an den Gmunder Wanderparkplätzen, schon länger verlangt. Bereits im September 2019 hatte der Gemeinderat beschlossen, weitere Parkplätze zu bewirtschaften – innerörtlich wie am Volksfestplatz, an der Mangfallstraße, beim Ludwig-Erhard-Platz sowie an der Raiffeisenbank; zudem die Pendlerparkplätze an den Bahnhaltepunkten und auch die Freizeitparkplätze, darunter in Ostin. Ein Gebührenkonzept gab es bisher dafür nicht. Am Dienstagabend standen im Gemeinderat Details zur Debatte, die von der Verwaltung ausgearbeitet und zuletzt von den Fraktionssprechern vordiskutiert worden waren.

„Wir haben die Gebühren sehr fair gestaltet, ohne Gebühren-Wirrwarr“, betonte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) und verteidigte diese vorab: „Wir wollen zum einen die Kosten für die Bewirtschaftung refinanzieren, zum anderen wollen dir die Verkehrsströme lenken“, so Besel. Weil die Nachbargemeinden ihre Parkplätze bereits bewirtschaften, würden viele Autofahrer bisher nach Gmund ausweichen. 

Das könnte sich ändern, denn Gmund legt folgende Tarife fest: Innerorts (See- und Volksfestplatz, Mangfallstraße, Ludwig-Erhard-Platz und Wiesseer Straße an der Raiffeisenbank) sowie an den Freizeitparkplätzen (Seeglas, Strandbad Kaltenbrunn, Gasse sowie künftig auch in Ostin) gelten von 8 bis 18 Uhr einheitliche Preise: Zwei Stunden sind kostenlos, danach kostet jede angefangene halbe Stunde 50 Cent. Das Tagesticket kostet fünf Euro. Innerorts darf bis zu drei Tagen an einer Stelle geparkt werden (15 Euro), an den Freizeitparkplätzen höchstens zehn Stunden. An den Pendlerparkplätzen sind künftig rund um die Uhr Gebühren fällig: Parken kostet hier einen Euro pro Tag, die Wochenkarte kostet fünf Euro, maximal eine Woche lang darf hier geparkt werden. Auch fahrzeugbezogene Saisonausweise sind künftig für 60 Euro (bisher 48 Euro) möglich, der Jahresparkausweis, gültig auf allen Plätzen, kostet künftig 120 Euro (bisher 98 Euro). „Damit sind wir sehr günstig“, fand Besel, der sich entsprechende Effekte erhofft, etwa auch, was Pendler aus Tegernsee betrifft.

Michael Huber (bisher SPD, künftig Grüne) fragte sich, was die innerörtliche Höchstparkdauer von drei Tagen für einen Sinn mache. Man könne ebenso gut jeden Tag ein Ticket lösen. Besel hatte hier Geschäftsreisende im Blick. Zum anderen hielt Huber das Saisonticket für zu billig. „Unser Ziel sollte sein, dass die Parkplätze möglichst wenig angefahren werden, und dass die Leute am besten mit dem Radl fahren.“ Er forderte, dass das Konzept nach geraumer Zeit auf den Prüfstand kommen solle.

Barbara von Miller (SPD) stellte zur Diskussion, ob man bei der Überplanung des Bahnhofs nicht Bereiche für Länger-Parker einrichten solle, am Ende hielten das keiner für sinnvoll.

Franz von Preysing (CSU) bedauerte, dass es keine einheitliche Regelung fürs gesamte Tegernseer Tal gebe. „Wir reden immer von Zusammenarbeit, aber das schaffen wir nicht.“ Er regte an, dass sich die Bürgermeister bei ihrer Dienstbesprechung dem Thema widmen sollen. Zudem hielt er das Tagesticket mit fünf Euro für zu teuer. „Drei Euro wie bisher hätten auch gereicht.“ Was die Gratis-Zeit von zwei Stunden betrifft, so könnte man da seiner Meinung nach auch mit einer Parkuhr arbeiten. Besel verteidigte das Konzept. „Es ist ein fairer Einstieg für unsere Leute. Und wir sind günstig.“ Mit einer Gegenstimme (Franz von Preysing) wurde das Konzept beschlossen.

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gr

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