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Der Moosbach in Moosrain auf Höhe der Bundesstraße.

Neue Pläne in Arbeit

Moosbach-Ausbau kommt wieder in Schwung

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Gmund - Der Ausbau des Moosbachs in Moosrain war lange umstritten. Jetzt scheint's was zu werden.

Vor genau einem Jahr war Land in Sicht: Da hatte die Gemeinde Gmund über den Ausbau des Moosbachs im Ortsteil Moosrain informiert – und erstmals war bei betroffenen Anwohnern Erleichterung zu spüren, als Wasserbauingenieur Frank Kleist vom Münchner Büro SKI neue Varianten vorstellte: Der Ausbau, hieß es, werde deutlich reduzierter ausfallen als ursprünglich geplant. Seitdem plätschert der Moosbach ruhig dahin.

Bei der Sitzung des Ortsplanungsausschusses tauchte das Thema am Rande wieder auf: Thomas Eder hatte eine Voranfrage zum Bau eines Wohnhauses auf seinem Grundstück Am Eisweiher, also direkt am Moosbach, vorgelegt. Aber Bauamtsleiterin Christine Lang trat auf die Bremse. „Solange der Ausbau des Moosbachs ungeklärt ist, sollten wir das Vorhaben zurückstellen“, schlug Lang vor. „Alles andere wäre kontraproduktiv.“ Das sahen die Ausschuss-Mitglieder ebenso und stimmten für die Zurückstellung der Anfrage. 

Eder muss sich gedulden, denn frühestens 2017 soll es was werden mit dem Ausbau. Immerhin arbeitet SKI seit einem Jahr fleißig an dem Plan. Auf Basis der favorisierten Variante 4 wurde die Variante 4 Plus erarbeitet, wie Frank Kleist auf Nachfrage erklärt. Die sieht so aus: Im Bereich zwischen dem Hochwasser-Damm und der Siedlung soll das Gelände so modelliert werden, dass der Ortsteil Moosrain durch wild abfließendes Wasser nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch westlich der Bahn sind Geländemodellierungen vorgesehen. Dort, wo der Moosbach zwischen den Häusern Richtung Bundesstraße fließt, soll das Bachbett über eine längere Strecke eingetieft werden. Die Ufergestaltung – sei es mit Beton-, Spund- oder Natursteinmauern – wird noch mit den Anwohnern abgesprochen. Kleist ist recht weit: „Das Landratsamt Miesbach hat aus naturschutzfachlicher Sicht signalisiert, dass die Variante 4 Plus die beste Variante wäre“, sagt Kleist. Schon in den nächsten Wochen sollen die Anwohner wieder ins Boot geholt und Gestaltungsvarianten besprochen werden, „dann können wir eine Genehmigungsplanung vorbereiten.“ 

Ebenso wie Kleist ist auch die Gemeinde zuversichtlich, dass der Ausbau möglichst 2017 realisiert wird. Weil sich die Vollendung des drei Abschnitte umfassenden Gesamt-Projekts Hochwasserschutz Moosrain in die Länge zieht – der Bau des Beckens und der naturnahe Ausbau bei Festenbach sind bereits geschafft – hat Gmund vorsorglich beim Landratsamt beantragt, dass die Übergangsregelung am Damm-Durchlass bis Dezember 2017 verlängert wird. Das heißt: Erst wenn alle drei Abschnitte geschafft sind, wird im Hochwasserfall eine größere Menge Wasser abgelassen. Ein Punkt ist allerdings noch strittig: der Überbau am ehemaligen Hotel Eder direkt an der Bundesstraße. Den Überbau abzureißen, wäre Anwohnern und der Gemeinde am liebsten: „Das wäre fürs Strömungsverhalten von Vorteil“, glaubt Ludwig Bergmann vom Gmunder Bauamt. Demnächst soll es wieder ein Gespräch mit dem Besitzer Bernd Eder geben. Er hält jedoch am Überbau fest und beruft sich auf eine Genehmigung. Land ist hier noch nicht in Sicht.

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