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Der neueste Mitbewohner des Obstgartens: Die zwei Meter große Holz-Eule "Friedensstifter"

"Auftakt- und Abschlussfest" im Dürnbacher Obstgarten

D'Obschti-Duo feiert Abschied - Anwohner ruft Polizei

Dürnbach - Sebastian Saurle und Vroni Halmbacher wollen sich aus dem Obstgarten zurückziehen. Um Nachfolger zu finden, haben sie ein Fest veranstaltet. Ein Anwohner rief die Polizei.

Im Gemeinschaftsgarten am Dürnbacher Landbaderfeld stehen die Zeichen auf Veränderung. Die Initiatoren des Projekts „d’Obschti“, Sebastian Saurle und Vroni Halmbacher, wollen sich zurückziehen. Um Aufmerksamkeit zu generieren und eine Nachfolgeregelung treffen zu können, haben die beiden das „Abschluss- und Auftaktfest“ veranstaltet. Mit Erfolg – auch wenn ein Polizeieinsatz zwischenzeitlich auf die Stimmung drückte. 

Das Fest, so Saurle, sei nicht „zwecks der Gaudi“ gefeiert worden, sondern um dem Projekt Aufmerksamkeit zu verschaffen und ein Zeichen zu setzen. Der Name „Auftakt- und Abschlussfest“ steht für das Ziel. „Abschluss, weil wir Initiatoren den Rückzug antreten wollen. Auftakt, weil der Obstgarten in eine neue Zukunft aufbricht“, erklärt Saurle. 

"Fünf oder sechs Leute haben ihr Interesse signalisiert"

Um potenzielle Nachfolger zu gewinnen, so der 34-Jährige, habe er im Rahmen der Festivität ein Formular ausgelegt, in das sich Interessierte eintragen konnten. „Fünf oder sechs Leute haben so ihr Interesse signalisiert“, sagt Saurle. Mit selbigen werde er sich bei Gelegenheit zusammensetzen, um die Details zu besprechen. Bis geklärt ist, wer den Gemeinschaftsgarten künftig betreut, kümmert sich Saurle weiter ums „d’Obschti“. Er will sich aber so schnell wie möglich zurückziehen. Angesichts der Interessenten sei die Veranstaltung aber schon ein Erfolg gewesen, meint Saurle. 

Auch wenn der Auftakt zunächst nichts Gutes verhieß. Ein Anwohner hatte sich in seiner Ruhe gestört gefühlt und die Polizei gerufen. Die beendete die Feier aber nicht. Wie die Polizeiinspektion Bad Wiessee auf Nachfrage mitteilte, habe es sich um eine harmlose Angelegenheit gehandelt. Man habe die Gäste lediglich dazu aufgefordert, leiser zu sein, erklärte der zuständige Beamte. 

"Der- oder diejenige hätte das Gespräch mit uns suchen sollen"

„Klar, es war Sonntag und wir hatten senegalesische Trommler da“, sagt Saurle einsichtig. Dennoch habe ihn der Polizeieinsatz traurig gemacht. „Das kann man anders regeln. Der- oder diejenige hätte das Gespräch mit uns suchen sollen, anstatt die Polizei zu rufen.“ 

Schlechte Laune keimte ihm zufolge trotz des Zwischenfalls nicht auf, etwa 60 bis 80 Gäste kamen laut Saurle zu der Veranstaltung. Er hätte sich mehr erhofft. „Was das angeht, bin ich Idealist. Die Reaktion der Anwohner ist mir immer noch zu passiv und zu verhalten“, sagt Saurle. „Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden.“ Vor allem, was die musikalische Umrahmung angeht. Die Darbietungen der Gruppen Mountain Lake Vista, GmBH (Gwetschn mit Blech und Holz) und der senegalesischen Trommlerburschenschaft Jant-Bi seien das Herzstück der Veranstaltung gewesen. 

Der Obstgarten hat einen neuen Mitbewohner: Die Holz-Eule "Friedensstifter"

Zudem hatte Saurle lokale Handwerker dazu eingeladen, auf der grünen Fläche etwas auf die Beine zu stellen. „Mitgemacht hat aber lediglich die Töpferei Winter-Andres“, erzählt Gartenbauingenieur Saurle. Diese habe den Tag mit ihrer handwerklichen Kreativität aber bereichert. Von selbiger zeugt auch der neueste Mitbewohner des Obstgartens, der „Friedensstifter“: eine rund zwei Meter große Holz-Eule. „Ein Anwohner ist Künstler und hat uns drei seiner Werke gestiftet“, sagt Saurle. „Die Eule steht für die Ruhe."

Bastian Huber

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