Am unteren Rand dieser Wiese am Oedberg wäre der Reitplatz geplant.
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Am unteren Rand dieser Wiese am Oedberg wäre der Reitplatz geplant.

Gmunder Bauausschuss lehnt Voranfrage für neue Attraktion ab

Ponyhof am Oedberg: „Rechtlich nicht machbar“

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Kann sich die Gemeinde vorstellen, dass auch ein Reitplatz am Rande des Freizeitgeländes entsteht? Das wollte die Oedberg GmbH wissen und stellte eine Anfrage im Bauausschuss.

Gmund – Das Freizeitgelände am Oedberg entwickelt sich Schritt für Schritt. Seit 2018 läuft ein aufwändiges Bebauungsplanverfahren für teilweise Um- und Neugestaltung der Flächen am Fuße des Oedbergs. Es ist so gut wie abgeschlossen, „nur die Bekanntmachung steht noch aus“, erklärt Bauamtsleiterin Christine Wild auf Nachfrage. In den nächsten Tagen soll diese erfolgen.

Grundsätzlich machbar sind dann unter anderem die Erweiterung der bisherigen Stellflächen für Wohnmobile, wo künftig 20 Tiny-Häuser aufgestellt werden sollen, der Umbau des Waldfeststadels in ein Mehrzweckgebäude mit Bike-Station im Sommer und Skischule im Winter sowie Sanitäranlagen für Wohnmobilisten oder der Bau mehrerer kleiner Hütten, um den Auf- und Abbauprozess beim Waldfest zu vereinfachen. Auch die Genehmigung des Bauantrags für diese Maßnahmen, so Oedbergchef Georg Reisberger auf Nachfrage, befinde sich in den letzten Zügen.

Reitplatz am Oedberg: Ponyhof ist schon in Ostin ansässig

Zur Sitzung des Bau- und Umweltausschusses reichte die Oedberg GmbH jetzt eine neue Voranfrage ein – diesmal zum Bau eines 12 mal 18 Meter großes Pferdestalls sowie eines 20 mal 30 Meter großen Reitplatzes. Beides soll außerhalb des Bebauungsplangebiets angesiedelt werden, am Rande jener Wiese im Nord-Osten, die bereits als Ausweichparkplatz dient und für die es schon Pläne gibt für weitere Wohnmobilstellplätze und ein Schwimmteich. Bei dem Reitbetrieb soll es sich um einen Ponyhof handeln, der bereits in Ostin ansässig ist.

Die Bauamtsleiterin sah keine Chancen auf eine Genehmigung: „Das ist Außenbereich, das Vorhaben ist nicht privilegiert.“ Mit dem Antrag, so Wild, wolle die Oedberg GmbH grundsätzlich die Einstellung der Gemeinde zu dem Vorhaben abfragen.

Ponyreiten am Oedberg: Gesamtkonzept erwünscht

„Es wäre unredlich, hurra zu rufen“, meinte Bürgermeister Alfons Besel (FWG). Er erinnerte an die „vielen Gefechte“, die die Gemeinde schon mit dem Naturschutz in Sachen Oedberg ausgefochten habe und stellte fest: „Wie die Rechtslage ist, ist das nicht zustimmungsfähig.“ Florian Floßmann (FWG) hielt Ponyreiten für Kinder grundsätzlich für positiv. Er frage sich aber, warum der Platz nicht näher an die bestehenden Einrichtungen rücken könne. Laut Besel mache das keinen Unterschied, denn auch hier handle es sich um Außenbereich. Michael Huber (Grüne) sah übers Baurecht hinaus gestalterische Probleme. „Die Anlage erscheint wie in die Luft reingesetzt.“ Erst müsse ein Konzept für das Gesamtgelände stehen. „Die ganzen Nutzungen auf dem Freizeitgelände sollten schon aus einem Guss sein.“ Georg Rabl (FWG) hielt es für wichtig, zunächst Rechtssicherheit für den aktuellen Bebauungsplan zu bekommen. „Einen weiteren Gegenpunkt jetzt zu setzen und den dritten Schritt vor dem ersten zu machen, halte ich nicht für sinnvoll.“ Er fände es besser, wenn sich das Freizeitgelände vom jetzigen Kern aus natürlich weiter entwickeln würde. „Alles andere ist kontraproduktiv“, sagte Rabl.

Rathauschef Besel fasste am Ende der Debatte zusammen: „Es ist schade, aber das Baurecht gibt dieses Vorhaben aktuell nicht her.“ Die Mitglieder im Gremium sahen dies ebenso und lehnten die Voranfrage einstimmig ab.

Lesen Sie hier: Ein Wolf ist im Landkreis unterwegs.

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