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Veränderung greifbar machen: Die Besucher des Pop Up Innovationshubs schrieben ihre Wünsche für die nächste Veranstaltung auf Kartonkärtchen. Diese steckten sie in die der anderen Gäste, wodurch ein Turm entstand. Das soll zeigen: Mit unseren Ideen gestalten wir gemeinsam die Zukunft – das Leitmotiv des Innovationshubs.

„Ein voller Erfolg“

Pop Up Innovationshub in Gmund: Die Zukunft ins Oberland holen

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Die Digitalisierung wird den Landkreis Miesbach verändern. Damit er davon profitiert, zeigte der Pop Up Innovationshub in der Büttenpapierfabrik Gmund die Chancen dieser Veränderungen auf.

Landkreis – Ingrid Wildemann-Dominguez kennt die Grenzen der Digitalisierung. Computer können rechnen und sich wiederholende Aufgaben ausführen, so ihre Botschaft. „Aber kreativ sein, das wird der Mensch noch lange besser können als die Maschine.“ Deshalb ist Kreativität für die Regionalmanagerin der Markt der Zukunft – und der steht jedem offen, Internet sei Dank. Damit das Oberland und seine Bewohner diese Chance nutzen, will sie Räume schaffen. Für ServusZukunft, eine Gemeinschaftsorganisation der Standortmarketing-Gesellschaft Miesbach (SMG) und des Tölzer Wirtschaftsforums Oberland, hat sie einen Pop Up Innovationshub organisiert.

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Pop Up Innovationshub in Gmund: Die Zukunft ins Oberland holen

Die Idee ging auf. Der Innovationshub lockte über 300 Besucher in die Büttenpapierfabrik Gmund – mehr als erwartet. Sie besuchten Seminare, knüpften Kontakte und ließen sich von den Vorträgen und Ausstellungen inspirieren. „Wir wollten unseren Gästen so viele konkrete Handlungsanweisungen geben wie möglich“, sagt SMG-Pressesprecherin Laura Alt.

Ein Beispiel: Im Fabrikrestaurant Mangfall hängen links neben dem Eingang Hunderte Papierstücke von der Decke. Sie sind unterschiedlich dick, haben verschiedene Farben. Im Hintergrund spielen Lautsprecher leises Wasserplätschern ein. Die Installation soll an die Papierherstellung erinnern. „Wir wollen Papier mit allen Sinnen erfahrbar machen“, sagt Kurator Oliver Szasz, Professor für Medien- und Kommunikationsdesign an der Macromedia University München. „In unserer digitalen Welt berühren wir fast nur noch Oberflächen aus Glas oder Plaste. Obwohl der Markt für Papier immer kleiner wird, kann man damit aber immer mehr anstellen, und die Produkte werden immer luxuriöser.“ Unternehmen und Kreative sollen wissen: Papier ist nicht tot, ihr könnt damit ganz eigene Ideen umsetzen und gleichzeitig den Plastemüll reduzieren. Und vor allem: Ihr könnt es hier tun, im Oberland. Ihr müsst nicht nach Berlin oder New York auswandern.

Der Pop Up Innovationshub von Servus Zukunft in der Büttenpapierfabrik Gmund.

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Pop Up Innovationshub: Das sagen Gäste und Veranstalter

Über 50 Veranstaltungen gab es beim Innovationshub insgesamt. Patentanwälte erklärten den Markenschutz im Internet und Steueranwälte die Abrechnung des Online-Shops. Einer der Höhepunkte war der Vortrag von Steffi Czerny, Gründerin der Münchner Messe Digital Life Design (DLD), bei der auch schon Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf der Bühne stand. „Es ist toll, wenn Menschen, die an der vordersten Front der Digitalisierung stehen, in den Kreis Miesbach kommen und ihre Erfahrungen hier weitergeben“, sagt Alt. „Eine Innovationsausstellung von dieser Größe macht sonst kein Landkreis.“

Trotzdem: Verglichen mit den Messen in Großstädten ging es in Gmund eher familiär zu – was den Charme der Veranstaltung ausmachte. Wo bei großen Veranstaltungen die Hektik regiert, blieb in der Papierfabrik Zeit, sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und Ideen zu entwickeln. „Das war unsere Hoffnung: Dass die Leute miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Alt. Am besten habe das dort geklappt, wo Unternehmen, die bei der Digitalisierung weit vorn sind, auf die treffen, die wissen, dass sie etwas tun müssen. Alts Fazit: „Die Veranstaltung war ein voller Erfolg.“

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Pop Up Innovationshub: So geht es nächstes Jahr weiter

Diese Zufriedenheit ist wichtig. Mit dem Innovationshub wollten die Standortförderer aus Miesbach und Bad Tölz prüfen, ob eine Zukunftsmesse im Landkreis ankommt. Weil in Gmund alle Aussteller kostenfrei arbeiteten und die Unternehmen die Infrastruktur ohne Gebühr bereitstellten, war es ein Versuch ohne Risiko. Langfristig träumen die Organisatoren aber von einer festen Innovationsmesse. Es wäre die erste in Oberbayern außerhalb Münchens. „Die guten Erfahrungen dieses Jahr bestärken uns“, sagt Alt. Die Planungen für nächstes Jahr laufen schon.

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