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Hühnermobil 2.0 von Poschenrieder junior.

Sohn Christoph knüpft an Konzept seines Vaters an

Poschenrieders fahrendes Hühnerhaus geht in Serie 

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Immer wieder frische Wiese für die Hühner: Möglich macht’s der mobile Stall. Seit fünf Jahren ist das Holzhaus auf Rädern bei Familie Hort im Einsatz. Gebaut hat es Stephan Poschenrieder. Sohn Christoph führt die Idee weiter.

Gmund– Gackernde Hühner mit dichtem Federkleid in der grünen Wiese – das sieht der Eierkäufer gern. „Die Leute sind begeistert“, sagt Elisabeth Hort. Sie hat zwei mobile Hühnerställe und verkauft die Eier ab Hof. Absatzprobleme kennt sie nicht. „Wenn wirklich mal Eier übrig bleiben, machen wir halt Nudeln“, berichtet Berg. Ihre Eier brauchen weder Herkunftsstempel noch Transport, was den finanziellen Aufwand für den Erzeuger verringert.

Gesunde Hühner auf der Wiese: Ihr Zuhause ist ein mobiler Hühnerstall, der beim Hof der Familie Hort in Berg steht. Den Stall, ein Prototyp, hat Stephan Poschenrieder vor fünf Jahren gebaut. 

Die Kundschaft fährt gern zum Anwesen der Horts in Berg, gleich gegenüber der Kapler Alm. Dort stehen die Ställe auf Rädern. Immer wenn die pickende und scharrende Hühnerherde ein Stück Wiese ramponiert hat, kommt Horts Nachbar mit dem großen Traktor und versetzt den Stall ein Stück weit. Die Hühner haben dann wieder frisches Grün, die abgeweidete Wiese erholt sich.

Das geht seit fünf Jahren so. Damals, im Sommer 2012, bestellte Martin Hort beim Ostiner La

ndwirt und Tüftler Stephan Poschenrieder einen mobilen Hühnerstall für 350 Hühner. Die Idee an sich ist nicht neu. Aber: Fahrbare Ställe sind für gewöhnlich aus Kunststoff und nicht gerade eine Augenweide. Hort wollte aber ein Hühnerhaus, das optisch ins Oberland passt. Poschenrieder baute es für ihn: ein solides Holzhaus mit Satteldach auf dicken Reifen.

Seit damals ist Trauriges geschehen. Martin Hort starb 2014, Tüftler Poschenrieder 2016. Horts Witwe Elisabeth führt mit den Töchtern den Hühnerhof weiter. Mit dem Stall-Mobil habe sie sich anfangs überfordert gefühlt, gesteht Elisabeth Hort. Aber alles spielte sich bestens ein. Das Versetzen des Stalls sei kein großer Aufwand, die Hühnerherde gesund, berichtet Hort. „Wir sind total zufrieden.“

Horts Stall war einer der ersten, den Poschenrieder gebaut hatte. Insgesamt fertigte er fünf oder sechs, und es sollten noch viel mehr werden. Aber eine Krebserkrankung durchkreuzte die Pläne, auch technisch gab’s mit manchen der individuell entwickelten Modelle Probleme. Trotz aller Schwierigkeiten hielt Sohn Christoph (36) nach dem Tod des Vaters an der Idee fest. Inzwischen hat der Junior das Konzept weiterentwickelt, bis zur Serienreife.

Auf Basis der väterlichen Konstruktion hat der Bauer einen kompakteren Stall entwickelt, der auf einen Sattelschlepper passt. „Der Stall der Horts wurde noch vor Ort aufgebaut“, erklärt Poschenrieder. Auch an der Technik im Innenraum hat der Landwirt gefeilt. Die Fütterung erfolgt automatisch, die Nester klappen nachts hoch, die Auslaufklappen öffnen sich zu einprogrammierten Zeiten. Den Strom dafür liefert eine Fotovoltaikanlage. Der Innenraum hat nun zwei Etagen, hinzu kommen ein verbessertes Entlüftungssystem und ein sogenannter Außenklimabereich. Dort kann die Hühnerschar unter einem Dach auch dann scharren, wenn wegen der Vogelgrippe Stallpflicht herrscht.

Zwei Stallgrößen bietet Poschenrieder an: für 150 und für 350 Legehennen. Das kleine Modell kostet 26 000 Euro, das größere 40 000 Euro. Die Vermarktung erfolgt in erster Linie über die Homepage www.huehnermobil-ober bayern.de. Der erste Stall für 350 Legehennen ist fertig und wird noch in diesem Monat ausgeliefert, acht weitere Modelle sind bestellt. Sie gehen nach Niederbayern, ins Allgäu, nach Österreich und in die Schweiz. „Wir haben sogar eine Anfrage aus Frankreich“, erklärt Poschenrieder. Er beschäftigt inzwischen sechs Mitarbeiter und sucht eine Halle für die Produktion: Auf seinem Martlhof in Ostin reicht der Platz nicht. Einige Offerten für den neuen Standort hat der Landwirt schon. Bis zum Winter, so Poschenrieder, sollte er in einer Halle weiterarbeiten können.

Etwa vier Ställe im Monat will Poschenrieder künftig bauen, die Produktpalette ausweiten. So sind ein mobiler Stall für Masthühner und einer für Schweine in Planung. Allen Modellen ist eines gemeinsam: Sie sind so konzipiert, dass die Tiere sich rundum wohlfühlen. „Mein Angebot “, so Poschenrieder, „richten sich an Landwirte, die alternative Produkte erzeugen und auch direkt vermarkten wollen.“

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