Nachhaltiger Energielieferant: Photovoltaikanlagen.
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Nachhaltiger Energielieferant: Photovoltaikanlagen.

Energienutzungsplan für Gmund vorgestellt – Kommunale Maßnahmen im Blick

Diese Potenziale hat Gmund zum Energiesparen

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Nachhaltigkeit ist ein viel diskutiertes Thema in Gmund. Die aktuelle Lage der Gemeinde in Bezug auf Energieoptimierung, Energieeffizienz sowie für die Zukunft notwendige Planungen bekam der Gemeinderat jetzt in Form eines Energienutzungsplans präsentiert.

Gmund - Mit ihrem Auftrag für Energiecoaching hatte Gmund schon einen ersten Schritt gemacht, hinzu kam 2019 der Auftrag für einen Energienutzungsplan (ENP) an das Unternehmen Energiewende Oberland (EWO) – Kompetenzzentrum Energie EKO e.V. Im Gemeinderat stellten Andreas Scharli und Christiane Regauer die Ergebnisse vor.

Energienutzungsplan für Gmund: Das ist die Situation

Insgesamt macht die Wärme mit 55,1 Prozent den größten Anteil am Energiebedarf aus. Hier sei es am wichtigsten, anzusetzen. Es folgen Strom (23,1 Prozent) und Verkehr (21,8 Prozent). Etwa 67 000 Megawattstunden (MWh) werden in Gmund aus dem Netz bezogen. Nur ein kleiner Teil, 7,4 Prozent, kann aus erneuerbaren Energien (Wasserkraft, Blockheizkraftwerk, Photovoltaik und Biomasse) gedeckt werden. „Da ist Luft nach oben“, so Regauer. Am meisten Strom verbraucht das Gewerbe (84,01 Prozent), darunter die Papierfabriken. Zum Wärmebedarf (insgesamt 160 112 MWh): Hier liegt der Anteil der erneuerbaren Energien bei 6,7 Prozent (Papierfabriken eingerechnet). Heizöl und Erdgas spielen nach wie vor die wichtigste Rolle. Laut ENP besteht beim Strom (ohne Papierfabrik) das größte Potenzial, den Bedarf mit erneuerbarer Energie zu decken.

Auf Basis der vorliegenden Daten aus den Jahren 2015 bis 2017 zeigt sich, dass der Stromverbrauch im Bauhof am größten ist, gefolgt von der Feuerwehr Dürnbach und dem Rathaus. Beim Wärmebedarf ist das Strandbad Seeglas Spitzenreiter, gefolgt von der vhs Gmund-Dürnbach, dem Bauhof und der Feuerwehr Dürnbach.

Energienutzungsplan: Mögliche Maßnahmen

Auf die Gemeinde zukommen werde laut Andreas Scharli etwa die Heizungs- Unterstation der Turnhalle, wo die Wärmeverluste enorm seien. Bei einer Optimierung der Anlage seien jedoch hohe Fördermittel möglich. „Sehr sinnvoll“ sei eine Photovoltaikanlage (PV) auf dem Bauhof-Dach. Zusätzlich zu Dächern würde sich eine PV-Freifläche anbieten, etwa neben der Bahnlinie zwischen Finsterwald und Moosrain. Auch PV-Folien auf Flachdächern der Papierfabrik oder der Abfüllanlage der Brauerei, auf der neuen Viehzuchthalle inklusive E-Ladesäule und Carports am Parkplatz Seeglas mit PV-Dach brachte Scharli zur Sprache. Über die Nutzung der Abwärme der Papierfabriken werde bereits von Seiten der Unternehmen nachgedacht. Schließlich die Privathäuser, wo es unterschiedliche Modelle für den Einsatz verschiedener Energiesysteme gebe.

Michael Huber (Grüne) wollte wissen, wie hoch die Sanierungsquote aktuell sei. Laut Scharli liege sie bei 0,7 Prozent. Weil 20 bis 30 Prozent Fördergelder winken, sei jetzt ein guter Zeitpunkt für Maßnahmen. Georg Rabl (FWG) hielt es für wichtig, auf die Hausbesitzer aktiv zuzugehen und Bereiche punktuell anzupacken. Johann Schmid (SPD) verwies auf den Arbeitskreis Energie und war dafür, zunächst die Wärmeverluste zu reduzieren. Dritte Bürgermeisterin Christine Zierer (FWG) appellierte an die vorbildrolle der Gemeinde: „Fangen wir doch bei uns an.“ Es blieb bei der Information. Der ENP soll nun auch gedruckt verteilt werden. Konkrete Maßnahmen wurden nicht beschlossen.

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gr

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