News-Ticker: Vierter Verdächtiger von der Polizei festgenommen

News-Ticker: Vierter Verdächtiger von der Polizei festgenommen
+
In neuem Gewand präsentierte sich der Neujahrsempfang der Kreis-CSU. Erstmals begrüßte Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan die Gäste in der restaurierten Tenne auf Gut Kaltenbrunn.

CSU-Neujahrsempfang auf Gut Kaltenbrunn

Radwan: „Ich freue mich, dass wir unsere Tradition hier fortsetzen“

  • schließen

Landkreis - Lange Zeit hielt die Kreis-CSU ihren Neujahrsempfang in Wildbad Kreuth ab - in diesem Jahr erstmals auf Gut Kaltenbrunn. Am Ablauf änderte sich aber nichts.

Die CSU und Wildbad Kreuth – das war auch für die Christsozialen im Landkreis lange Zeit eine Symbiose. Wenn sich zumeist am dritten Sonntag im Jahr vor beeindruckender Kulisse Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum Defilee formierten, so gehörte das zum Januar in Kreuth ebenso dazu wie die Klausuren von Landtags- und Bundestagsfraktion. Nach dem Weggang der Hanns-Seidel-Stiftung machte sich gezwungenermaßen auch die Kreis-CSU auf Herbergssuche – und fand ihren Stall auf Gut Kaltenbrunn. 

„Ich freue mich, dass wir unsere Tradition hier fortsetzen“, sagte Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan gestern Vormittag in seiner Begrüßung. Und merkte mit Blick auf Anna in Bayern an, dass Gut Kaltenbrunn dereinst immerhin auch zum Familienbesitz der Wittelsbacher gehört habe. Auf den Ablauf hatte der Ortswechsel ohnehin keine Auswirkungen. Politisches zum Jahresanfang und sonst in erster Linie die Gelegenheit zum Gedankenaustausch – bestenfalls das festliche Ambiente mögen einige Besucher an diesem Vormittag vermisst haben. 

Radwan stellte die Herausforderungen durch die Digitalisierung in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Sie sei mit der Erfindung des Stroms vergleichbar und verändere das gesellschaftliche Leben in einem Maße, wie man es vor einiger Zeit noch nicht für möglich gehalten habe. Der Einfluss reiche bis hin zum Engagement der Menschen in der Kommunalpolitik. „Je unfairer der Ton wird“, merkte Radwan hinsichtlich der Diskussion in den sozialen Netzwerken an, „desto weniger Leute werden sich finden, die sich einbringen.“ 

„Als grüner Landrat kann man froh sein, wenn man eine CSU-Staatsregierung hat“

Digitalisierung, Sicherheit, Finanzen – für den Bundestagsabgeordneten stand außer Frage, dass das eigentlich nur mit den Christsozialen funktioniert. „Als grüner Landrat kann man froh sein, wenn man eine CSU-Staatsregierung hat“, sagte der Kreisvorsitzende augenzwinkernd zu Wolfgang Rzehak, der sich an diesem Tag einmal mehr „in die Höhle des Löwen gewagt“ habe. Da würden die Gelder des Bundes wenigstens weitergereicht. „Wenn wir Rot-Grün in Bayern hätten, müsste die Ohnmacht bei Dir noch viel größer sein.“ 

Auch wenn das Landratsamt inzwischen nicht mehr in CSU-Hand ist, die Partei hat auch hier ihren Führungsanspruch nicht aufgegeben. So erinnerte Radwan an Projekte wie den Halbstundentakt bei der Oberlandbahn oder den Bundesverkehrswegeplan, für die die CSU eintrete. „Wann immer die Staatsregierung helfen kann, lieber Wolfgang Rzehak, wir werden’s machen.“ Der Landrat, der auf die Hälfte seiner Amtszeit zusteuert, quittierte es mit einem Lachen – dürfte es aber durchaus als Kampfansage verstanden haben. Die gute Stimmung an diesem Tag sollte es aber nicht trüben. 

Die CSU würdigte das Engagement der Straußenhof-Gründerin Ingrid Strauß mit einer Spende

Grund zur Freude hatte auch der Straußenhof Waakirchen, der als eine der Keimzellen des therapeutischen Reitens in Deutschland gilt. Mit einer Laudatio vor großer Kulisse durch Bezirksrat Josef Bichler und einer Spende in nicht genannter Höhe würdigte der CSU-Kreisverband das Engagement von Gründerin Ingrid Strauß und den heutigen Betreibern Bruno Six und Josefa Brünner. Bichler: „Die Gesellschaft ist dieser Einrichtung zu großem Dank verpflichtet.“

Neujahrsempfang der Kreis-CSU - die Bilder

Den Festvortrag beim diesjährigen Neujahrsempfang hielt Entwicklungshilfeminister Gerd Müller

Er gehört nicht zu den prominentesten Köpfen im Bundeskabinett, arbeitet eher leise im Hintergrund. Entsprechend unprätentiös war auch der Auftritt von Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller beim CSU-Neujahrsempfang auf Gut Kaltenbrunn. Dabei nimmt das Ressort des 61-Jährigen in diesen Tagen durchaus eine Schlüsselstellung ein. Wenn es nämlich darum geht, die Fluchtursachen in den Ländern vor Ort mit Hilfsgeldern zu bekämpfen. 

Hielt den Festvortrag: Entwicklungshilfeminister Gerd Müller.

Müller, der seinen Festvortrag analog zu den Straßenverhältnissen draußen thematisch etwas schlingernd begann, wurde präziser, je mehr er in sein Fachgebiet vorstieß. „Wer eine Obergrenze fordert, muss auch ein Konzept haben“, sagte er. Für Müller bedeutet das, in den Krisenländern aktiv zu werden – so wie es die Bundesregierung derzeit beispielsweise mit der Finanzierung von Schulen oder Wiederaufbauprojekten tue. „Für die meisten Menschen dort ist die Flucht nach Europa die letzte Option“, berichtete er. „Sobald Frieden herrscht, wollen die Menschen in ihre Dörfer zurück.“

Der Minister bezeichnete die Migration als größte Herausforderung für die nächsten Generationen. „Migration hat es in der Menschheitsgeschichte immer schon gegeben“, sagte er. „Aber sie muss gesteuert werden.“ Bis 2050 werde sich die Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent verdoppeln. Es entstehe eine enorme Dynamik, die man nur im Zusammenspiel mit den afrikanischen Staaten bewältigen könne. „Wenn wir die Kooperation insbesondere mit Nordafrika nicht verstärken, werden eines Tages Millionen übers Mittelmeer kommen“, prophezeite Müller. 

Doch der Minister zeigte sich zuversichtlich: „So wie wir heute von der Osterweiterung vor 25 Jahren profitieren, so werden wir es auch im nordafrikanischen Raum schaffen.“ Angesichts der aktuellen Sicherheitsdebatte rief der Minister zur Nachbesserung auf. Zu Pannen wie zuletzt bei der Registrierung des Berlin-Attentäters Anis Amri dürfe es nicht mehr kommen: „Es gibt nur eine Person, einen Namen, eine Identität.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schlimmer Bergunfall: Münchner (36) stürzt in den Tod
Der Münchner ist am Donnerstagmorgen zu den Ruchenköpfen bei Bayrischzell unterwegs. Seine Frau, die zuhause auf ihr gemeinsames Baby aufpasst, schlägt am Abend Alarm - …
Schlimmer Bergunfall: Münchner (36) stürzt in den Tod
Wiesseer Seefest auf Sonntag verschoben
Jetzt steht es fest: Das Seefest in Bad Wiessee kann am heutigen Freitag nicht stattfinden. Das Risiko eines Unwetters ist den Veranstaltern zu hoch. Daher hat man …
Wiesseer Seefest auf Sonntag verschoben
49-Jähriger beleidigt Exfreundin (62) - wegen Geld
In der Anklageschrift stand Beleidigung, doch es steckte weitaus mehr dahinter, wie bei der Verhandlung am Miesbacher Amtsgericht gegen einen 49-jährigen Moosrainer …
49-Jähriger beleidigt Exfreundin (62) - wegen Geld
Gleitschirmunfälle: 37-Jähriger und 78-Jähriger stürzen beim Start
Zu gleich zwei Unfällen beim Start kam es am Donnerstag beim Gleitschirmfliegen am Wallberg. Ein 37-Jähriger und ein 78-Jähriger verletzten sich schwer.
Gleitschirmunfälle: 37-Jähriger und 78-Jähriger stürzen beim Start

Kommentare