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Der Strafzins hat die kleine Gmunder Bank bundesweit in die Schlagzeilen gebracht.

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Raiffeisenbank Gmund: Was der Strafzins gebracht hat

Der Negativzins hat die kleine Gmunder Raiffeisenbank bundesweit in die Schlagzeilen gebracht. Ab 100.000 Euro nimmt die Bank Geld statt Zinsen zu zahlen. Jetzt zieht sie Bilanz.

Gmund – Der so genannte Strafzins blieb nicht ohne Folgen, wie der Geschäftsbericht zeigte, den die Vorstände Josef Paul und Mirko Gmeineder bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank vorlegten.

Wie berichtet, verlangt die Gmunder Raiffeisenbank seit September 2016 ein „Verwahr-Entgelt“ von 0,4 Prozent von allen Kunden, die Beträge von über 100.000 Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten lagern. Die Gmunder waren damit die erste Raiffeisenbank überhaupt, die diesen Schritt wagte. Laut Geschäftsbericht habe sich damit „die Bilanzsumme im vergangenen Jahr nach einer langen Phase stetiger Erhöhungen erstmalig wieder reduziert“. Sie liegt jetzt bei rund 133 Millionen Euro – das sind etwa 9 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. „Mit dem ,Verwahr-Entgelt‘ und der Reduzierung der Giro- und Tagesgelder konnte das erhebliche Ungleichgewicht innerhalb der Bilanzstruktur erfolgreich beseitigt werden“, heißt es im Pressebericht der Raiffeisenbank.

Des Weiteren haben sich im Vorjahr die Kundeneinlagen auf rund 100 Millionen Euro reduziert. Von diesen Einlagen haben die Kunden der Raiffeisenbank Gmund laut Pressebericht derzeit rund 68 Millionen in täglich fälligen Anlagen geparkt. Auf Spareinlagen entfallen 28 Millionen Euro, auf Termingelder und in Sparbriefen sind knapp 4 Millionen Euro angelegt. Insgesamt beläuft sich das betreute Anlagevolumen der Kunden jetzt auf 254 Millionen Euro.

Eine „erfreuliche Entwicklung“ habe es im vergangenen Jahr bei den Kundenkrediten gegeben. So wurden zum Jahresende 2016 rund 150 Millionen Euro an Krediten ausgeliehen. Dies entspricht einer Steigerung von rund 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das erwirtschaftete, versteuerte Eigenkapital wurde 2016 erneut ausgebaut: Es stieg um rund 1,25 Millionen Euro. „Diese solide Eigenkapitalbasis ist eine wichtige Grundlage für den Erhalt der Selbstständigkeit der Raiffeisenbank Gmund“, erklärte Gmeineder.

Das anhaltende Niedrigzinsniveau belaste den Zinsertrag der Banken inzwischen sehr deutlich, heißt es weiter. Der langfristige Trend in Bezug auf das Zinsergebnis zeige weiter nach unten. Auch in den nächsten Jahren, so die Raiffeisenbank, würden sich die Rahmenbedingungen nur unwesentlich ändern. „Der Wettbewerbsdruck speziell durch Direkt- oder Internetbanken wird hoch bleiben.“ Die Raiffeisenbank setze daher auch weiterhin auf eine umfassende und qualifizierte Betreuung, wie Paul betonte. So wurden die Schalteröffnungszeiten der Bank dem veränderten Kundenverhalten angepasst. Die telefonische Erreichbarkeit sowie die individuelle Beratung wurden ausgebaut.

Der Bilanzgewinn beläuft sich laut Gmeineder auf rund 228.000 Euro. Von diesem Gewinn werden drei Prozent als Dividende ausgeschüttet. Rund 36.143 Euro bekommen damit die derzeit 2633 Mitglieder ausbezahlt. Der Restbetrag wird den Rücklagen zugeführt. Mit der Verwendung des Bilanzgewinns waren die Mitglieder bei der gut besuchten Generalversammlung einstimmig einverstanden. Ebenfalls einstimmig wurden Vorstand und Aufsichtsrat entlastet.

Lorenz Höß wurde – ebenfalls einstimmig – als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender wiedergewählt. Für 20-jährige Tätigkeit im Aufsichtsrat, davon zwölf Jahre als Vorsitzender, bekam Klaus Riedlechner von Anton Kandler, Regionaldirektor des Genossenschaftsverbands Bayern, eine Ehrenurkunde überreicht.

mm

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