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Realschule Tegernseer Tal: Gut vorbereitet für digitalen Unterricht

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Schaut nach vorne: Schulleiter Tobias Schreiner in einem der Klassenzimmer der Realschule Gmund. Foto: Stephan Rumpf
Schaut nach vorne: Schulleiter Tobias Schreiner in einem der Klassenzimmer der Realschule Gmund. © Stephan Rumpf

Als Digitalschule hat die Realschule in Gmund während der Corona-Krise eine Vorreiterrolle übernommen. Wie es ihr derzeit geht, erklärte der Schulleiter jetzt rund 20 Kreisräten und dem Landrat.

Gmund – „Mittlerweile sind wir alle Profis in Sachen digitale Versammlungen“, begrüßte gut gelaunt Landrat Olaf von Löwis die Teilnehmer einer Videokonferenz mit Realschulleiter Tobias Schreiner. Nach einem kurzen Rückblick auf die junge Geschichte der Schule, die heute, elf Jahre nach ihrer Gründung, 671 Schüler in 27 Klassen durch 55 Lehrkräfte unterrichtet, erklärte Schreiner zunächst, wie die Schulgemeinschaft die ersten Monate der Corona-Pandemie erlebt hat. Dabei verheimlichte er nicht, dass die Ausstattung des neuen Schulhauses in Gmund mit einer Lüftungsanlage, die verfügbare Hardware und Software, die kontinuierlichen Lehrerfortbildungen (auch im digitalen Bereich) und die im Schulkonzept verankerte enge Zusammenarbeit mit den Eltern die Schule schon vor Ausbruch der Pandemie in eine „privilegierte Ausgangssituation“ gebracht hätten.

Start in den ersten Lockdown hat Realschule gut bewältigt

„Es ist Aufgabe der Schule, Entwicklung als Grundaufgabe zu definieren“, stellte Schreiner klar. Deshalb und weil es der Schule gelinge, Großthemen zu identifizieren und zu bearbeiten, habe man den März halbwegs gut bewältigt. Egal ob die Schulung der Lehrkräfte auf Microsoft Teams, die Einrichtung eines digitalen Klassenzimmers oder die seit Jahren praktizierte enge und schnelle Kommunikation mit den Eltern über den Schulmanager: „Wir hatten die Tools, und das Kollegium war bereit, sich darauf einzulassen.“ Schreiners Dank ging auch an das Landratsamt als Schulträger und an die Fachabteilungen, die die Schule technisch und epidemiologisch unterstützen.

Erstmals gab‘s einen digitalen Elternsprechtag

Der Schulleiter legte Ergebnisse von digitalen Evaluationen und diversen Schüler-, Lehrer- und Elternbefragungen vor. So summierte sich das Aufkommen im Online-Unterricht während des ersten Lockdowns auf 50.000 Nachrichten. 90 Prozent der Eltern lobten den digitalen Elternsprechtag, der erstmals durchgeführt wurde. Und auch, dass die Schulsozialpädagogin digital erreichbar war, kam gut an.

Lesen Sie hier: So bereiten sich die Schulen am Tegernsee auf das neue Schuljahr vor

Weitere Befragungen vor den Herbstferien ergaben, dass die Eltern der Realschüler gut mit der Maskenpflicht ihrer Kinder zurechtkommen. Während ein Großteil der Eltern den Vollbetrieb so lange wie möglich aufrecht erhalten wollten, befürworteten dies nur ein Drittel der Lehrkräfte. Das übrige Kollegium, dessen Belastungsempfinden durch Corona, vor allem aber durch die ständig wechselnden Vorgaben hoch ist, könnte sich bei entsprechendem Inzidenzwert auch wieder den digitalen Fernunterricht vorstellen.

Täglich wechselnder Schichtbetrieb wird von Realschule als suboptimal empfunden

Als suboptimal wird der Hybrid-Unterricht im täglich wechselnden Schichtbetrieb empfunden, den Landrat von Löwis aber als Entlastungschance für die Schülerbeförderung in Coronazeiten erachtete. Ein Gegenargument: Es fehle einfach an Zeit- und Personalkapazitäten, weil die Lehrer ja nicht gleichzeitig digital unterrichten und Präsenzunterricht gestalten können. Streaming-Unterricht live aus dem Klassenzimmer, so hieß es weiter, habe sich dabei nur für die technikversierteren höheren Jahrgänge als machbar erwiesen.

Bei der anschließenden Diskussion besprachen die Kreisräte nicht nur die Chancen der Krise, die eine generelle Schulreform mit sich bringen sollte, sondern auch die Probleme wie Ermüdungserscheinungen in Sachen Online-Unterricht bei den Schülern sowie den drohenden Rückgang der Arbeitsmotivation bei den Lehrern, der mit einen Vertrauensverlust gegenüber dem Dienstherren einhergehen könnte. Etwa, wenn jedem Lehrer im Schnitt nur 2,4 FFP 2-Masken für die gesamte Pandemiezeit zugeteilt würden.

ak

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