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Rekord-Haushalt mit vielen Investitionen

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Von: Gerti Reichl

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Die Seestraße in Gmund: Sie wird heuer komplett saniert. Etliche andere Straßen und Brücken stehen im Investitionsplan.
Die Seestraße in Gmund: Sie wird heuer komplett saniert. Etliche andere Straßen und Brücken stehen im Investitionsplan. © Thomas Plettenberg

Mit über 26 Millionen Euro hat Gmund hat einen Rekord-Haushalt verabschiedet. „Wir sind leistungsfähig und stehen solide da“, versicherte Kämmerer Georg Dorn jetzt im Gemeinderat. Dennoch stehe hinter den finanziellen Auswirkungen von Corona und dem Ukraine-Konflikt noch ein Fragezeichen.

Gmund – Die Gemeinde hat viel vor in diesem und in den nächsten Jahren. Investitionen mit einem Volumen von rund 5,5 Millionen Euro sind allein heuer vorgesehen, 8,9 Millionen Euro sollen es in den Folgejahren bis 2025 sein. „Sind alle großen Projekte noch zu stemmen?“, sorgte sich Michael Huber (Grüne) nicht nur angesichts der Teuerungswelle in allen Bereichen. Auch die steigende Verschuldung gibt ihm zu denken. Sie wird Ende dieses Jahres bei knapp 8,4 Millionen Euro liegen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1307 Euro (Landesdurchschnitt bei Gemeinden gleicher Größenordnung: 674 Euro) gleichkommt. Bis 2025 klettert sich voraussichtlich auf 9,2 Millionen Euro.

Gmund mit Rekord-Haushalt: Ukraine-Konflikt sorgt für Fragezeichen

Laut Kämmerer Georg Dorn ist Gmund finanziell gut durch das Coronajahr 2021 gekommen. Auch die Steuereinnahmen sprudeln weiter: Bei der Einkommensteuer, die von erheblicher Bedeutung für die Gemeinde ist, rechnet Dorn mit einem leichten Anstieg von zwei Prozent auf 4,683 Millionen Euro, die Umsatzsteuer bewertet er als „konstant“, die Gewerbesteuer mit „moderat bis leicht positiv“. Letztere veranschlagt er mit 6,2 Millionen Euro, 2021 lag der Ansatz bei 4,1 Millionen Euro. Dennoch seien Schwankungen drin, „und die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts sind noch nicht im Steueraufkommen verzeichnet.“ Als „sehr gut“ bewertet Dorn die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt (rund 1,7 Millionen Euro). Bei dieser Summe werde es bis 2025 wohl bleiben. Angesichts der Investitionen und um den Haushaltsausgleich zu schaffen, muss Gmund neben der Zuführung vom Verwaltungshaushalt einen Kredit in Höhe von 2,53 Millionen Euro aufnehmen. Zudem muss die Gemeinde auf ihre Rücklagen zugreifen und 2,245 Millionen Euro umbuchen. ein Teil davon (knapp 1,58 Millionen Euro) wird dabei zur Schuldentilgung benötigt. Überhaupt wird das Finanzpolster, also die Rücklage, bis 2025 auf 547 720 Euro schrumpfen. Für heuer errechnet sich zum Jahresende ein Rücklagenstand knapp 2 Millionen Euro. Allerdings könnte sich tatsächlich noch ein Polster von 6 Millionen Euro ergeben, da Überschüsse aus dem Jahr 2018 noch nicht einberechnet sind, erklärte Dorn.

Gmunder Rekord-Haushalt: 5,5 Millionen Euro werden allein in diesem Jahr investiert

Rund 25 Projekte hat sich die Gemeinde vorgenommen. Sie schlagen mit rund 5,5 Millionen Euro zu Buche. Rund eine Million Euro sind für Grundstückskäufe eingeplant, Tiefbaumaßnahmen werden mit 3,3 Millionen Euro zu Buche schlagen. Hier die wichtigsten, der geplanten Projekte: Photovoltaikanlage Grundschule (65 000 Euro), Heizung Jagerhaus (150 000 Euro), Pius-Kinderhaus (671 000 Gesamtkosten, heuer 50 000 Euro), Brücke über den Festenbach (Gesamtkosten 207 000 Euro, heuer 70 000 Euro), neues Salzsilo 110 000 Euro, Geh- und Radweg Finsterwald (235 000 Euro), Ampel Finsterwald (Gesamt 330 000 Euro, heuer 100 000 Euro), Erschließung Waldweg (Gesamt 1,3 Millionen Euro, heuer 900 000 Euro), Hochwasserschutz-Moosrain, Abschnitt B (Gesamt 1,3 Millionen Euro, heuer 400 000 Euro), Nahwärmeversorgung Hirschbergstraße (135 000 Euro), Ausbau Seestraße 400 000 Euro) und Neugestaltung der Freiflächen an der B 307 im Bereich Tegernseer- und Max-Obermayer-Straße. Zuweisungen und Zuschüsse in Höhe von 1,4 Millionen Euro sollen in diesem Jahr zurück an die Gemeinde fließen, mit weiteren Summen rechnet die Gemeinde in den Folgejahren. Angesichts dieser Projekte und weiter Vorhaben bis 2025 (siehe Kasten) verlangte abermals Michael Huber ein genaueres Hinschauen: „Wir Grüne stimmen dem Haushalt zu, regen aber eine Klausur für die lang- und mittelfristige Finanzplanung an. Dabei hatte er auch die Millionenprojekte Bahnhof und „Wohnen im Alter“ im Blick.

Bürgermeister Alfons Besel (FWG) hatte nichts gegen eine Klausur. Insgesamt äußerte er sich zuversichtlich: „Den Schulden stehen auch Werte gegenüber“, sagte Besel. Er versicherte, dass die meisten Pflichtaufgaben erfüllt würden. Auch habe Gmund keinen Investitionsstau. Der Rathauschef lobte den „konservativen Haushaltsansatz“ des Kämmerers und sprach von einer „soliden Ausgangsbasis“ für die weiteren Vorhaben. Einstimmig und ohne weitere Debatte wurden der Haushalt, der Stellenplan und die Finanzplanung bis 2025 dann verabschiedet.

Gmunder Rekord-Haushalt: Das sind die wichtigsten Zahlen im Überblick

Gesamthaushalt: 26 Millionen Euro (Vorjahr 19,2 Millionen Euro, alle Zahlen gerundet, Vorjahr in Klammern).
Verwaltungshaushalt: 18,1 Mio. Euro (15,4 Mio. Euro). Vermögenshaushalt: 7,9 Mio. Euro (3,7 Mio. Euro). Einnahmen Verwaltungshaushalt: Gewerbesteuer: 6,2 Mio. Euro (4,1 Mio. Euro); Anteil Einkommensteuer: 4,7 Mio. Euro (4,5 Mio. Euro); Kurbeitrag: 122 000 Euro (72 000 Euro); Zweitwohnungssteuer: 350 000 Euro (370 000 Euro); Miet- und Pachteinnahmen: 718 000 Euro (702 000 Euro). Ausgaben Verwaltungshaushalt: Personal: 4,8 Mio. Euro (4,6 Mio. Euro); Kreisumlage: 5,4 Mio. Euro (5 Mio. Euro); Gewerbesteuerumlage 620 000 Euro (410 000 Euro); Umlage TTT: 200 000 Euro (209 000 Euro). Rücklagenstand Ende 2022: 2 Mio. Euro. Schuldenstand Ende 2022: 8,4 Mio. Euro, Pro-Kopf-Verschuldung: 1307 Euro.

Die wichtigsten Investitionen bis zum Jahr 2025

Die größten Investitionen bis 2025: Seniorengerechtes Wohnen (2 Mio. Euro), neue Brücke Thalmühl (992 000 Euro), Mangfallbrücke in Mühlthal (476 000 Euro), Sprinter Feuerwehr Gmund (100 000 Euro), Parkplatz Bahnhof (500 000 Euro), Zentraler Omnibusbahnhof (800 000 Euro), Umgestaltung Bahnhofsumfeld mit Wiesseer Straße (600 000 Euro), Hochwasserschutz Moosrain, Abschnitt B (850 000 Euro), Wasserleitung Moosrain (350 000 Euro), Wasserleitung Zahlersberg-Bürg (720 000 Euro).

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gr

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