+
Emotionaler Moment: Zum Abschluss des Schuljahres hatten der scheidende Rektor Stefan Ambrosi (l.) und sein Nachfolger Tobias Schreiner ein Ehemaligen-Treffen in der Realschule organisiert. Zwischen 250 und 300 frühere Schüler, Eltern und Lehrer folgten der Einladung.

Allererster Rektor der Realschule Tegernseer Tal geht

So schmerzlich ist der Abschied für Stefan Ambrosi

  • schließen

Er war der erste Rektor der noch jungen Realschule Tegernseer Tal – nun verlässt Stefan Ambrosi (56) sein Baby und wechselt an die Realschule in Ismaning. Ein Schritt, der dem Dachauer unheimlich schwer fällt.

Gmund – Noch im vergangenen Herbst habe er den Gedanken an einen Wechsel weit von sich geschoben, erzählt Stefan Ambrosi. Schließlich hat er die Realschule am Tegernsee nicht nur von Beginn an geleitet, sondern sie auch von ihrem Dasein im bescheidenen Übergangsquartier in Bad Wiessee ins neue, moderne Schulhaus in Finsterwald geführt.

Sieben Jahre lang hat der 56-Jährige – immer in enger Zusammenarbeit mit seinem Stellvertreter Tobias Schreiner (38) – die Gemeinschaft an seiner Schule und deren Ausrichtung geprägt. Doch am Ende siegten praktische Überlegungen. „Früher habe ich eine gute Stunde nach Bad Wiessee gebraucht“, erzählt der Dachauer. Heute – durch die vielen Baustellen und die Zunahme des Verkehrs – pendelt Ambrosi oft zwischen eineinhalb und zwei Stunden zwischen seinem Wohnort und dem Schulgebäude in Finsterwald. Daher nun der Wechsel an die nähere Schule.

Für den Rektor mit dem Vollbart ist der Weggang eine emotionale Herausforderung. „Ich habe mehrmals am Tag einen Knödel im Hals“, räumt er ein. Schließlich ist die Realschule Tegernseer Tal unter dem Führungsduo Ambrosi/Schreiner („zwischenzeitlich haben wir mehr miteinander gesprochen, als mit unseren Frauen“) stetig gewachsen.

Mit gerade einmal vier Klassen und gut 70 Kindern ist die Schule 2009 im Schulgebäude in Bad Wiessee an den Start gegangen. Das Jahr darauf wurde sie bereits selbstständig, Container wurden angestückelt, um die Schüler unterbringen zu können. 2014 dann der Umzug ins neue Gebäude in Finsterwald. Im zu Ende gehenden Schuljahr wurden hier 610 Kinder und Jugendliche in 24 Klassen unterrichtet. Die Realschule erfreut sich großer Beliebtheit.

Tobias Schreiner, der zum kommenden Schuljahr vom Stellvertreter zum neuen Rektor aufsteigen wird, schreibt diesen Erfolg in erster Linie Ambrosi persönlich zu. „Die Eltern haben das Gefühl, uns ihre Kinder gut anvertrauen zu können – das ist vor allem das Verdienst Ambrosis“, zeigt er sich überzeugt. Und der scheidende Schulleiter selbst ergänzt: Zusammen mit seinem Vize habe er gleich zu Beginn eine Grundsatzentscheidung getroffen. „Wir wollten eine Schule auf die Füße stellen, wo man aufeinander aufpasst.“

Dass Schreiner seine Nachfolge antreten wird, freut den Noch-Rektor besonders. In den grundsätzlichen Vorstellungen, wie eine Schule zu führen sei, sei man sich schließlich immer einig gewesen, beteuern beide. Und dennoch geht Schreiner mit einer „wahnsinnig gemischten Gefühlslage“ an seine neue Aufgabe als Schulleiter. Er habe zwar schon in der Vergangenheit viel Einfluss nehmen dürfen auf die schulischen Entscheidungen („Stefan Ambrosi hat sich sein Chefsein nie raushängen lassen“), allerdings müsse er künftig die alleinige Verantwortung dafür übernehmen. „Das ist schon ein Riesenunterschied“, macht der Familienvater aus Miesbach deutlich. „Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe.“

Zumal der 38-Jährige vorläufig nicht – wie bisher – im Duett, sondern solo tätig sein wird. Die Stelle des stellvertretenden Rektors bleibe voraussichtlich bis zum Ende der Hälfte des kommenden Schuljahres vakant. „Das ist Usus so“, erklärt Schreiner, der froh ist, dass ihm seine Kollegen schon ihre Unterstützung zugesagt haben. „Im Team können wir das bewältigen“, zeigt sich Schreiner überzeugt. „Auch wenn die Vorstellung, dass Du nicht mehr da sein wirst, noch immer abwegig ist“, meint Schreiner an die Adresse des Schulleiters. „Du warst einfach eine Institution.“

gab

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unwettersommer: Was er für die Fest-Veranstalter bedeutet hat
Alle drei Seefeste und mehrere Waldfeste im Tegernseer Tal mussten heuer wetterbedingt verschoben werden. Was heißt das für die Veranstalter?
Unwettersommer: Was er für die Fest-Veranstalter bedeutet hat
Schlimmer Fehler: Rottacher landet mit riesiger Narbe vor Gericht
Den 6. Januar 2017 wird ein 20-jähriger Rottacher wohl nie vergessen. Seit diesem Tag ziert die Narbe einer Schnittwunde seinen Kopf, die ihm für immer bleiben wird.
Schlimmer Fehler: Rottacher landet mit riesiger Narbe vor Gericht
Bergwacht sauer: Rosstag bringt kein Geld mehr
Weniger Festplatzbesucher, weniger Einnahmen: Die Bergwacht Rottach-Egern ist unzufrieden mit den Entwicklungen beim Rosstag. Auch weil inzwischen viele andere die Hand …
Bergwacht sauer: Rosstag bringt kein Geld mehr
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde
Seine Frau leidet unter Depressionen, er kann nicht mehr schlafen. Der Grund: Kuhglocken auf der Weide. Aber es geht ihm auch um die Kühe selbst - die seien …
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde

Kommentare