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Das neue Schuhmacherwehr ermöglicht es, den Wasserpegel um bis zu 30 Zentimeter abzusenken.

Hochwasserschutz: Steuerung des Seepegels 

Riesige Unterwasser-Baustelle für neues Wehr

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Gmund - Gmund steuert auf eine riesige Unterwasser-Baustelle zu: Voraussichtlich ab 2018 sollen die Pläne für den Hochwasserausgleich am Tegernsee umgesetzt werden.

Gmund steuert auf eine riesige Unterwasser-Baustelle zu: Voraussichtlich ab 2018 sollen die Pläne für den Hochwasserausgleich am Tegernsee umgesetzt werden. Im Gemeinderat informierte Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) jetzt im Namen des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim über Details. 

Mitte Mai war Rottachs Dritte Bürgermeister Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) schon vorgeprescht und hatte aus den Sitzungen des Arbeitskreises zum Hochwasserschutzausgleich geplaudert (wir berichteten). Sehr zum Ärger des Gmunder Rathauschefs Georg von Preysing. Schließlich war vereinbart worden, dass er – als Bürgermeister der am meisten betroffenen Gemeinde – über den aktuellen Stand der Planung informiert. Jetzt kam er dieser Aufgabe nach und betonte, dass damit eine gemeinsame Sitzung aller Gemeinderäte nicht nötig sei.

 Nach einer großen Tal-Gemeinderatssitzung im Mai vergangenen Jahres, bei der die gesamte Maßnahme vorgestellt worden war, traf sich der Arbeitskreis inzwischen dreimal zu Sitzungen. Ihm gehören neben Vertretern von Gemeinden, Wasserwirtschaftsamt, Landratsamt und Schifffahrt auch Fischer und der Verein Rettet den Tegernsee an. Preysing brachte die Gemeinderäte auf den aktuellen Planungsstand: Demnach ist das Einlaufbauwerk nicht oberhalb des Mangfallstegs im Schilfbereich, sondern unterhalb am Mangfallufer geplant. Das dafür nötige Betriebsgebäude soll wie ein Bootshaus aussehen. Darin untergebracht sind der Rechen und der Mechanismus, mit dem der Wasserabfluss reguliert wird.

 Bei Starkregen oder einem drohenden Schlechtwettergebiet soll der See um 30 Zentimeter abgesenkt werden. Die Druckleitung selbst – eine 4,5 mal 2,5 Meter große Betonrinne – verläuft dann bis unterhalb der Autobrücke am linken, dann am rechten Ufer, tief in der Mangfall, bis zum Schuhmacherwehr. Dieses wird erneuert, bekommt aber eine Fischtreppe. „Das ist neu“, informierte Preysing. Die Druckleitung mündet hier in ein Tosbecken. Wie bisher werde Familie Kohler am Wehr ihr Kraftwerk betreiben. 

Zum Zeitplan: Bis Ende des Jahres könnten die Pläne im Vorentwurf stehen, so Preysing. Im Anschluss werden detaillierte Pläne erstellt, Umwelt- und Sicherheitsfragen geklärt. „Dann folgt ein Planfeststellungsverfahren der Regierung von Oberbayern mit der Beteiligung der Öffentlichkeit und die konkrete Planung“, so Preysing. Die Bauzeit werde 3,5 Jahre betragen. „Allerdings kann nur im Winter gebaut werden, wegen der Hochwassergefahr im Sommer.“ Schon jetzt fordert Preysing, dass die Bauarbeiten, für die riesige Spundwände nötig sind, von zwei Seiten vorangetrieben werden sollten. „Sonst verhungern wir in Gmund und haben eine Dauerbaustelle“, fürchtet der Rathauschef. 

Wie wird die riesige Baustelle abgewickelt? Wo sind die Zufahrten? Diese Fragen bewegten die Gemeinderäte. Preysing versicherte, dass die Zufahrt nur über den Volksfestplatz erfolgen werde. Johann Schmid (SPD) sorgte sich um den Baumbestand: „Der Eingriff in den Gehölzbestand wird schmerzhaft“, befürchtete Schmid. Preysing versicherte, dass er sich persönlich um eine möglichst erträgliche Bauzeit bemühen werde. Das werde er bei der nächsten Sitzung des Arbeitskreises zur Sprache bringen. Weitere Details wurden noch nicht besprochen. „Jetzt geht’s ums große Ganze“, so Preysing.

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