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Bereit zum Einsatz: Willi Dörder (l.) und Rudolf Scheibenzuber sind von der Zweckmäßigkeit der neuen Rettungswache überzeugt. 

Rundgang durch die neue Rettungswache

Rotkreuzler nach Umzug erleichtert

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Gmund - Mit fliegenden Fahnen ist das Rote Kreuz in die neue Rettungswache nach Moosrain umgezogen. Ganz fertig ist der Bau noch nicht - dennoch ist die Erleichterung groß.

Diese Zahlen sprechen Bände: In der bisherigen Rettungswache hinter dem alten Dürnbacher Rathaus standen den Rettungskräften des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ganze 140 Quadratmeter zur Verfügung, inklusive knapp bemessenem Stellplatz. Den konnten die Rotkreuzler zuletzt aber gar nicht mehr nutzen. Das Tor war kaputt. „Der Rettungswagen stand ein Jahr lang im Freien“, berichtet Wachleiter Willi Dörder.

Jetzt, im neuen Domizil am Ortseingang von Gmund, verfügt allein die Garage über eine Fläche von 250 Quadratmetern. Fünf Einsatzfahrzeuge des BRK-Kreisverbandes und ein Waschplatz sind darin untergebracht. An die Garage schließt sich nochmal ein ähnlich großer Neubau mit Sozialräumen an.

Ein Gebäude also, wie es den aktuellen Anforderungen an den Rettungsdienst entspricht. „Das hier könnte sogar eine Musterwache werden“, sagt Rudolf Scheibenzuber, Leiter des BRK-Rettungsdienstes im Kreis Miesbach. Denn Standort und Größe einer solchen Rettungswache sind nicht willkürlich, sondern werden vom Staat vorgegeben.

Die Sozialräume sind in Containern untergebracht. Unter anderem steht den Rettungskräften ein Aufenthaltsraum mit Küche zur Verfügung.

Und auch die Fertigbauweise, die im Gmunder Ortsplanungsausschuss im Sommer noch Anlass zu harscher Kritik gegeben hatte, wurde aus gutem Grund gewählt. Zum einen wegen der niedrigeren Baukosten. Knapp 600.000 Euro hat die Rettungswache in Moosrain verschlungen – ohne Inneneinrichtung. Ein Gebäude in Massivbauweise wäre um ein Vielfaches teurer gekommen. „Das wäre für uns nicht realisierbar gewesen“, betont Scheibenzuber. Ein weiterer Vorteil der Module: Sollte in Zukunft wegen veränderter Einsatzschwerpunkte ein neuer Standort vonnöten sein, könnten die Bauteile relativ einfach abgetragen und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

Freilich, so räumt Scheibenzuber ein, habe man Abstriche bei der Raumqualität hinnehmen müssen. Die Sozialräume sind in Containern untergebracht. Hier befinden sich unter anderem die Umkleiden mit den Spinden für die Einsatzkräfte, die Nasszellen, die beiden Schlafräume, die Lager und Büros sowie ein Aufenthaltsraum mit einer recht komfortablen Küche. Unter der Woche sind in der neuen Rettungswache in Moosrain tagsüber mindestens vier bis fünf BRK-Mitarbeiter stationiert, am Wochenende steht eine etwa dreiköpfige Dienstbesatzung bereit. Ehren- und hauptamtliche Helfer arbeiten hier Hand in Hand.

Zuständig sind die Einsatzkräfte vor allem für den nördlichen Bereich des Tegernseer Tals, aber auch für den Bereich Warngau/Wall. „Die Einsatzzahlen“, sagt Dörder, „sind in letzter Zeit stark angestiegen.“ Wo sich früher noch der Hausarzt kümmerte, wird heute der Rettungsdienst gerufen. In Moosrain ist rund um die Uhr ein Rettungswagen stationiert, daneben parken ein Krankentransportwagen sowie Einsatzfahrzeuge der so genannten Schnelleinsatzgruppe (SEG).

Entstanden ist die neue Rettungswache in rekordverdächtiger Zeit: Am 4. Oktober war Baubeginn, am 11. Dezember wurde das Gebäude seiner Bestimmung übergeben (unsere Zeitung berichtete). „Der Umzug war ein Kraftakt“, erzählt Dörder und zeigt auf einen Stapel Umzugskartons, der auf einem Schrank auf die Abholung wartet. Auch müssen die Handwerker noch an einigen Stellen Hand anlegen. So müssen etwa Wände isoliert und gestrichen werden, außen gehört noch der Reibeputz aufgebracht. Eine Forderung der Gemeinde Gmund, die die neue Rettungswache zunächst wenig attraktiv fand.

Trotz aller Provisorien ist Dörder erleichtert, dass die Rettungswache jetzt bezogen ist. Etwa acht Jahre hatte sich die Suche nach einem neuen Standort hingezogen. In Dürnbach hatte die Feuerwehr schon ungeduldig auf den Auszug des BRK gewartet, um dessen Räume endlich nutzen zu können. Dörder: „Ich bin froh, dass wir den Kollegen von der Feuerwehr jetzt nicht mehr im Weg stehen.“ In Moosrain könnten die Rotkreuzler nun ordentlich und sinnvoll ihrer Arbeit nachgehen.

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