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Ausgspuit is: Volle Konzentration herrschte an den Biertischen beim traditionellen Schafkopfturnier auf dem Gmunder Volksfest. Aber auch die obligatorischen Tratzereien blieben nicht aus.

172 Spieler karteln auf dem Gmunder Volksfest

Schafkopfturnier: Die Mission des Bürgermeisters

Gmund - 172 Spieler haben auf dem Gmunder Volksfest um die Preise gekartelt. Bürgermeister Georg von Preysing wollte seine Schafkopf-Ehre wieder herstellen. Am Ende zeigte er sich diplomatisch.

Nach 23 Jahren kennt Organisator und Turnierleiter Josef Hundegger alle: „Schorsch, wo bist Du?“, rief er, als er sich im gut besetzten Festzelt umsah. „Schön, dass Du da bist“, begrüßte er dann Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing und stellte gleich mit Blick auf die Berichterstattung in der Heimatzeitung im vergangenen Jahr klar: „Unser Schirmherr kann übrigens gut Schafkopfen.“

Nachdem Preysing damals gegen den eigenen Sohn nicht punkten konnte, wollte er am Samstag seine Schafkopf-Ehre wieder herstellen. Das Los hatte ihm drei routinierte Kampfkartler zugewiesen: Christian Schwarz (54) aus Weißach, Alois Roith (74) aus Wörnsmühl und Peter Franz (70) aus Holzkirchen. Alles langjährige Teilnehmer an den Schaftkopfturnieren der Mediengruppe Münchner Merkur/tz.

Die Sieger: Turnierleiter Josef Hundegger (l.) gratuliert (v.r.) Gottfried Hiel (1.), Jürgen Kummer (2.) und Dieter Brand (3.)

Auch wenn die insgesamt 172 Spieler in 43 Partien eingeteilt waren: Letztlich spielte gemäß des Reglements jeder gegen jeden. Das wiederholte Hundegger noch einmal eindringlich, und erinnerte daran, dass der Zettel für die Ergebnisse eine Liste und kein Malkasten sei. Zudem bat er die Teilnehmer, die sich trotz des schönen Wetters eingefunden hatten, um eine faire Spielweise. Und auch wenn diesmal mehr Frauen – insgesamt 25 – am Wettkampf beteiligt waren: Innerhalb weniger Minuten war das Festzelt erfüllt von den charakteristisch scheppernden Geräuschen emotional ausgespielter Karten und den Tratzereien, die zum Schafkopfen dazu gehören. Auf die verstanden sich übrigens auch die Kampfkartlerinnen gut.

Auf die Frage, wie er den Turnierverlauf dieses Jahr bewerte, antwortete Schirmherr Preysing diplomatisch: „Ja, das Wetter war diesmal schön. Die Gegner waren hart… Und das Ergebnis, na ja. Aber Hauptsache die Gemeinderatsbeschlüsse gehen gut naus.“ Gegner Christian Schwarz, der mit neun Guten aus der Partie ging, schwärmte indes demonstrativ und feixend von den „wunderbaren und gemütlichen Runden“. Aber auch für ihn reichte es nicht unter die ersten Plätze, die unter anderem wieder mit Sachpreisen wie Fernseher, Bobbycars, Fresspaketen, Biertragl, sowie Putz- und Waschmitteln bestückt waren. Hier war es Gottfried Hiel aus Sindelsdorf, der mit 62 Punkten den mit 500 Euro dotierten ersten Preis erkartelte. Jürgen Kummer aus Wessobrunn landete mit 58 Punkten auf Platz zwei (300 Euro) und Dieter Brand aus Puchheim mit 53 Punkten auf Platz drei (200 Euro).

Von Alexandra Korimorth

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