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Im Festzelt in Gmund ging es hoch her beim Schafkopfturnier. 

Schafkopfturnier der Tegernseer Zeitung in Gmund

Weit gereist fürs beste Blatt

160 Teilnehmer aus ganz Bayern sind zum Schafkopfturnier auf dem Gmunder Volksfest angereist - und haben den Sieg ausgekartelt: Eine Puchheimerin sicherte sich den ersten Platz.

Gmund – Es ist mittlerweile schon Tradition und ein fester Bestandteil im Programm des Gmunder Volksfestes: das Schafkopfturnier derTegernseer Zeitung. Am vergangenen Samstag trafen sich im Festzelt die Kartler zum diesjährigen Wettbewerb.

„2010 waren wir zum ersten Mal hier“, erinnerte sich Organisator und Turnierleiter Josef Hundegger, „das Gmunder Turnier findet in diesem Jahr schon zum neunten Mal statt.“ Zu Beginn richtete Hundegger einige Grußworte an die Teilnehmer und begrüßte besonders Gmunds ehemaligen Bürgermeister Georg von Preysing, der in seinem „Unruhestand“ der Veranstaltung die Treue gehalten habe. Und fügte frotzelnd hinzu: „Vielleicht lernt er’s dann doch nomoi gscheit.“ Nach einer kurzen Erläuterung der Regeln bat er darum, eventuelle Unstimmigkeiten in Ruhe zu lösen: „Bevor’s zum Raufn ofangts, lassts euch liaba von uns helfn.“ Abschließend wünschte er allen ein gutes Blatt, und los ging es für die 160 Kartenspieler.

Viele von ihnen hatten eigens für das Turnier beim Gmunder Volksfest eine weite Anfahrt auf sich genommen. So wie Mary Seeger, die aus der Nähe von Kempten an den Tegernsee kam. „Ich spiele seit meinem sechsten Lebensjahr“, erklärte sie. In Gmund sei sie schon vier- oder fünfmal dabei gewesen und habe immer einen Preis erhalten. „Nix Besonderes, aber einmal habe ich von den Turnieren, an denen ich teilgenommen habe, insgesamt fünf Kaffeemaschinen mitgenommen“, erzählte sie lachend. Die habe sie dann an Bekannte verteilt. Zugleich ist Seeger ein lebender Beweis dafür, dass Schafkopfen beileibe keine reine Männerdomäne mehr ist – in Gmund waren diesmal immerhin 20 Frauen dabei, also etwa zehn Prozent.

Auch Alter schützt vor der Spielleidenschaft nicht. Der 87-jährige Penzberger Günther Kortmann nahm heuer zum dritten Mal in Folge am Gmunder Turnier teil. „Das Schafkopfen habe ich 1960 gelernt“, erinnert er sich. Seither hat ihn die Begeisterung dafür nicht mehr losgelassen: „Ich spiele bei allen Turnieren mit, die der Sepp organisiert. Und mein Auto ist jedes Mal voll, weil alle mitfahren.“ Freude am Schafkopfen haben aber freilich auch Jüngere. Christopher Pölt hat das Spiel von seinem Vater gelernt. Der 16-Jährige spielte zum ersten Mal beim Merkur-Turnier mit. „Ein Solo habe ich zwar noch nicht gewonnen“, sagte er – aber Spaß gemacht habe es ihm trotzdem.

Der ehemalige Gmunder Bürgermeister, dessen Nachfolger Alfons Besel heuer erstmals im Festzelt anzapfte, hat beim Wettkarteln am Tegernsee von Anfang an teilgenommen. „Außer wenn ich wegen standesamtlicher Trauungen im Rathaus keine Zeit hatte“, sagte Preysing. Gewonnen habe er zwar ein paar Mal, aber es seien immer eher kleine Preise gewesen, eine Flasche Schnaps zum Beispiel.

Die Auszählung der Punkte widerlegte einmal mehr das Vorurteil, Frauen könnten nicht gut karteln: Als Siegerin landete die Puchheimerin Evy Dolp mit 59 Punkten in Gmund auf dem ersten Platz und konnte das Preisgeld in Höhe von 500 Euro mit nach Hause nehmen. Den zweiten Platz errang Michael Montag aus Greiling mit 58 Punkten; er erhielt als Preis 300 Euro. Den dritten Preis gab’s für ein Heimspiel: Der Gmunder Franz Sailer erspielte sich 47 Punkte, die ihm 200 Euro einbrachten. 60 weitere Teilnehmer konnten sich über Sachpreise freuen.

Wer Lust aufs Karteln bekommen hat: Die Übersicht über alle Schafkopfturniere mit dem Münchner Merkur und seinen Heimatzeitungen gibt‘s hier. Dasdiesjährige Volksfest in Gmund klingt an diesem Montag, 4. Juni, aus. 

Stefan Gernböck

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