Im Bleicher-Haus in Gmund haben sechs Künstler aus dem Tegernseer Tal die Pop-up-Galerie eröffnet, (v.l.) Hans Weidinger, Lucia Kordecki und Kurt Gmeineder. 
+
Präsenz zeigen in kräftigen Farben: Im Bleicher-Haus zeigen sechs Künstler aus dem Tegernseer Tal ihre Arbeiten. Die Pop-up-Galerie eröffneten am Samstag (v.l.) Hans Weidinger, Lucia Kordecki und Kurt Gmeineder.

Künstler aus dem Tegernseer Tal eröffnen Galerie auf Zeit

Kunst als Pop-up: Ausstellung in Gmund eröffnet

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
    schließen

Kunst aus dem Tegernseer Tal sichtbar machen, Corona zum Trotz: Sechs Künstler haben jetzt in Gmund eine Pop-up-Galerie eröffnet - einen Ausstellungsraum auf Zeit.

  • In Gmund hat am Samstag eine Pop-up-Galerie eröffnet.
  • Sechs Künstler aus dem Tegernseer Tal zeigen im Bleicher-Haus ihre Werke.

Gmund – Gmundart abgesagt. Ateliertage verschoben. Und ob, wann und wie man die große Gastausstellung mit österreichischen und italienischen Künstlerfreunden „Tre Laghi“ durchführt, ist auch noch nicht gewiss. Aber wegen Corona das gesamte Ausstellungsjahr am Tegernsee aufzugeben, war keine Option für Priska Büttel, Ursula-Maren Fitz, Kurt Gmeineder, Lucia Kordecki, Hans Schneider und Hans Weidinger von der Künstlervereinigung „Gruppe Tal“. Sie haben aus der Not eine Tugend gemacht: In den leer stehenden Räumen des Bleicher-Hauses, wo bis vor einigen Monaten das Schreibwarengeschäft Kudla untergebracht war , hat ihre Pop-up-Galerie eröffnet.

Entlang der großen Schaufenster stehen jetzt und bis ein neuer Mieter oder Eigentümer gefunden ist, auf zahlreichen Staffeleien großformatige farbstarke Gemälde, meist in Acryl auf Leinwand, und Fotografien. Zwischendrin Skulpturen und offen liegende Kataloge (noch) nicht stattgefundener Kunstschauen.

Weidingers riesiges, in Lila-Tönen gehaltenes Diptychon „Birke“ und der leuchtend gelbe Strandhafer vor tiefblauem Meer ziehen die Aufmerksamkeit der Passanten und selbst der vorbeifahrenden oder im Stau an der Stachus-Ampel stehenden Autofahrer ebenso auf sich wie Schneiders abstrakter knallroter „Mohn“, die in karibischem Gelb-Grün gehaltene Landschaft oder die türkis schimmernden Ansichten des Tegernsees zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Dazwischen bleibt das Auge an flammend roten Landschaften von Gmeineder hängen oder an seinem Schilf-Meer, das perfekt mit der Detailaufnahme einer einzelnen Welle von Priska Büttel gleich daneben korreliert.

Pop-up-Galerie in Gmund ist jeden Samstagvormittag geöffnet

Im Vordergrund, auf der etwa kniehohen Auslage, direkt hinter den Fensterflächen, faszinieren floral anmutende, bunte, scheinbar von innen heraus leuchtende Glasobjekte und Stein-Glas-Skulpturen von Ursula-Maren Fitz, die mit den hyperrealistischen Stillleben von Lucia Kordecki regelrecht in einen Dialog treten. Es ist ein einziges Farbfeuerwerk, das einlädt, zu stoppen und die einzelnen Werke genauer zu betrachten. Das taten bei der Premiere am Samstag zehn Kunstfreunde und nutzen die Gelegenheit zum Dialog mit vier der ausstellenden Künstler.

Bis auf Weiteres ist die Pop-up-Galerie jeden Samstagvormittag von 10 bis 12 Uhr geöffnet und wird dann von einem der Künstler betreut, sodass Besucher die Arbeiten mit gebotenem Abstand und Maske auch ganz klassisch näher anschauen können. Wer eines der Werke kaufen oder einen individuellen Besichtigungstermin vereinbaren möchte, kann auch eine der angegebenen Telefonnummern wählen. Sie führen direkt zu den Künstlern. „Innerhalb von zehn Minuten kann einer von uns da sein und den Interessenten die Bilder zeigen und beraten. Wir haben uns so organisiert, dass die Pop-up-Galerie auch als ,Kunst to go‘ funktioniert“, erklärt Weidinger. „Wir machen alles möglich“, waren sich Weidinger, Schneider, Gmeineder und Kordecki bei der Eröffnung einig. Auch darin, mit ihrer Kunst Präsenz zeigen zu wollen. Schließlich sind Kunst und künstlerische Kräfte durch die Pandemie ja nicht verschwunden, sondern nur nicht mehr so leicht zugänglich.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tourismus an Schliersee und Tegernsee: Corona-Lockdown kostet 80 Millionen Euro
Im Ausflügler-Chaos an Schliersee und Tegernsee sehnt sich so mancher Einheimischer einen Lockdown zurück. Doch der war teuer. Sehr teuer, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Tourismus an Schliersee und Tegernsee: Corona-Lockdown kostet 80 Millionen Euro
Plötzlicher Tod: Kult-Trucker vom Tegernsee gestorben - Frau rührt mit Facebook-Post und hat Bitte an Fans
Er galt als der Kult-Trucker vom Tegernsee: Andreas Schubert, bekannt durch die DMAX-Serie "Asphalt Cowboys", ist nun gestorben. Auf Facebook verabschiedet sich nun auch …
Plötzlicher Tod: Kult-Trucker vom Tegernsee gestorben - Frau rührt mit Facebook-Post und hat Bitte an Fans
Andreas Schubert gestorben: Der Asphalt-Cowboy vom Tegernsee
Gmund – Andreas Schubert ist Fernfahrer fürs Leben - es ist eine Sucht, sagt er. Dabei hätte er schon mal fast aufgehört. Ein Porträt des Stars der DMAX Kultserie …
Andreas Schubert gestorben: Der Asphalt-Cowboy vom Tegernsee
Kunstakademie der Villa Bruneck feiert zehnjähriges Bestehen
Kunstakademie der Villa Bruneck feiert zehnjähriges Bestehen

Kommentare