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Senioren-Wohnprojekt in Gmund bekommt Konturen

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Von: Gerti Reichl

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Die Gemeindefläche an der Hirschbergstraße ist bisher als möglicher Standort für das Wohnprojekt im Gespräch. eine Entscheidung dazu ist noch nicht gefallen.
Die Gemeindefläche an der Hirschbergstraße ist bisher als möglicher Standort für das Wohnprojekt im Gespräch. eine Entscheidung dazu ist noch nicht gefallen. © Thomas Plettenberg

Mit einem Grundsatzbeschluss und bereits etlichen Details hat der Gemeinderat die Weichen für ein seniorengerechtes Wohnprojekt in Gmund gestellt. Unterstützt von der staatlichen Koordinationsstelle Wohnen im Alter soll es jetzt an die Planung gehen. Der Standort ist allerdings noch offen.

Gmund – Dass das Projekt höchste Priorität hat in der Gemeinde, wird an dem Tempo deutlich, mit dem Bürgermeister Alfons Besel (FWG), Gemeinderat und Verwaltung das Thema Wohnen im Alter vorantreiben. Nach einer Klausur im März, einem Experten-Workshop im Juni, einer Info-Fahrt des Gemeinderats zu einem Mehrgenerationenhaus im Kreis Traunstein, einem Workshop zum LEADER-Projekt „Baukulturregion Alpenvorland“ sowie einer Veranstaltung mit Bürgern Ende September, stand jetzt in einer Sondersitzung des Gemeinderats bereits ein Grundsatzbeschluss auf der Tagesordnung.

Unterstützung von Koordinationsstelle

Unterstützt wird die Gemeinde von Anfang an von der staatlich geförderten Koordinationsstelle Wohnen im Alter, einem Projekt, das im Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und dort bei der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA) in München angesiedelt ist. AfA-Vertreterin Anja Preuß fasste bei der Sitzung zusammen, was im bisherigen Beteiligungsprozess erarbeitet worden war.

Projekt soll Senioren selbstbestimmten Lebensabend ermöglichen

So habe sich nach langer Diskussion gezeigt, dass anstelle eines Mehrgenerationenhauses allein Senioren die Zielgruppe eines Wohnprojekts sein sollen. Neben Appartements für Alleinstehende sollen auch Wohnungen für Paare eingeplant werden. Alle Wohnungen sollen im Eigentum der Gemeinde bleiben und zu einem sozial angemessenen Preis vermietet werden. Der Wohnraum soll explizit Einheimischen zur Verfügung gestellt werden. Um einen möglichst selbstbestimmten Lebensabend führen zu können, soll eine zentrale Lage ausgesucht werden. Zudem soll das Wohnprojekt über Gemeinschaftsräume und Flächen im Außenbereich verfügen, um die Hausgemeinschaft und die Kommunikation zu fördern. Dass die Gemeinschaftsräume als „erweiterte Wohnzimmer“ und so konzipiert sind, dass darin auch niederschwellige Angebote für andere Senioren in der Gemeinde möglich sind, war allen wichtig. Hier will man sich am Rottacher Mehrgenerationenhaus orientieren, das auch von Gmunder Senioren gerne aufgesucht wird.

Jetzt sollen die konkreten Planungen starten

Um allen Senioren im Wohnprojekt und überhaupt in der Gemeinde eine Anlauf- und Beratungsstelle bieten zu können, soll ein „Kümmerer“ engagiert werden. Unter dem Titel „Gemeinde als Quartier“ soll dazu noch ein Konzept entwickelt werden. All diese Punkte wurden am Ende ebenso einstimmig beschlossen wie das weitere Vorgehen: So soll die Verwaltung zusammen mit der Koordinationsstelle nun in die Planung einsteigen und ein Planungsbüro vorschlagen. Bereits verwirklichte Beispiele sollen in die Planung einbezogen, Fördermöglichkeiten für den Bau, den laufenden Betrieb, das Quartierskonzept und die Personalkosten geprüft werden.

Ambulante Betreuung soll bis zu einem hohen Pflegegrad möglich sein

„Super, jetzt sind wir einen guten Schritt weitergekommen, das Projekt bekommt Konturen“, stellte Besel am Ende erleichtert fest. Etliche Anregungen und Bedenken, die bei der Sitzung am Ratstisch geäußert wurden, flossen in die Beschlüsse mit ein. Etwa die Forderung von Georg Rabl (FWG), der eine rollstuhlgerechte Ausstattung der Bäder als absolutes „Basic“ forderte. Der Vorstellung von Dritter Bürgermeisterin Christine Zierer (FWG), die sich eine Art „Zweigstelle vom Schwaighof“ wünschte und das pflegerische Angebot vermisste, konnte Besel nicht folgen. „Das wollen wir ja gerade nicht“, meinte er. Anja Preuß ergänzte die Erkenntnis aus vorangegangenen Debatten, wonach das Thema Pflege wegen des Fachpersonalmangels kritisch sei. Die barrierefreie Ausstattung der Wohnungen werde vielmehr eine ambulante Betreuung auch bis zu einem hohen Pflegegrad ermöglichen.

Projekt umfasst etwa 30 Wohnungen

„Über welche Größe reden wir bei dem Projekt eigentlich?“, wollte Franz von Preysing (CSU) noch wissen. Laut Anja Preuß wären etwa 30 Wohnungen in unterschiedlichen Größen nötig. „Macht etwa 2000 Quadratmeter“, rechnete Rabl zusammen.

Wo das Wohnprojekt nun geplant wird, soll in einem nächsten Schritt entschieden werden. Zwei Grundstücke sind bereits denkbar: an der Wiesseer Straße neben dem Parkplatz zum Strandbad Kaltenbrunn sowie an der Hirschbergstraße, wo bereits ein Bebauungsplan für Mehrfamilienhäuser existiert. Beide hätten die erforderliche Größe.

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