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Kommt ihr vor den Bahnhof ein Hotel-Monster hin? Die SGT vermutet das: unbebautes Grundstück zwischen Bahnhof und See in Gmund.

Es gibt „Heftige Gerüchte“

SGT: Gemeinde verschweigt Planung von Riesenhotel am Bahnhof

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Hinter verschlossenen Türen hat der Gmunder Gemeinderat über das neue Hotel schon viel diskutiert. Öffentlich ist die Planung kein Thema - mit Absicht, vermuten nicht Wenige.

Gmund – Angela Brogsitter-Finck, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), fürchtet, dass vieles schon entschieden ist. Ein riesiges Hotel, fix und fertig geplant, an der Öffentlichkeit vorbei. „Bei mir sind Gerüchte angekommen“, erklärt Brogsitter-Finck, Auch besorgte Anlieger meldeten sich bei ihr. Dass der Gemeinderat über die Pläne, die er rund um den Bahnhof verfolgt, noch immer nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiere, sei suspekt.

Eben dies macht die SGT jetzt auch auf ihrer Homepage deutlich. Dort werden die „heftigen Gerüchte“ näher definiert. Gemunkelt wird demnach von einem Bau mit weit über 100 Zimmern und einer Länge von über 100 Metern. Eine Bahn-Unterquerung solle für eine Zugangsmöglichkeit sorgen. Der Bürgermeister wolle die Planung wohl so wasserdicht machen, dass Einsprüche nach der Veröffentlichung nur schwerlich und in einem knappen Zeitfenster möglich wären, heißt es in dem Text. Und: „Es scheint, dass nach Rottach (mit der Überfahrt), Tegernsee (mit der Bohne) und Bad Wiessee (mit Strüngmann statt „Elefantenklo“) nun auch Gmund den Ehrgeiz hat, in die erste Hotel-Liga aufzusteigen.“

Neue Hotelbetten brauche Gmund unbedingt, macht Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) klar. Die Vorwürfe, Entscheidungen unter Verschluss zu halten, weist er als Vertreter des urlaubenden Georg von Preysing (CSU) zurück. Der Bebaungsplan sei noch in Arbeit und damit nicht spruchreif. Der Gemeinderat hoffe, den Entwurf im Herbst der Öffentlichkeit vorstellen zu können. Dann bleibe im Rahmen des Verfahrens genug Zeit für Einwände. „Und die Schutzgemeinschaft weiß sehr gut, wie das geht. Man denke an Kaltenbrunn“, erinnert Rabl.

Bekannt ist, dass sich der Gemeinderat schon bei einer Klausur im März 2015 auf ein grundlegendes Konzept geeinigt hat. Der Bahnhof und die zugehörigen Flächen gehören der Gemeinde seit Dezember 2012. Für 5,9 Millionen Euro erwarb sie Liegenschaften der Tegernsee-Bahn. Die Fläche, insgesamt 9,4 Hektar, beginnt im Norden am Sparkassengebäude, erstreckt sich entlang der Wiesseer Straße bis zum Bahnübergang bei Kaltenbrunn und umfasst den gesamten Bereich bis zum See und der Mangfall, abgesehen von den Überschwemmungsflächen.

Kein Geheimnis ist, dass der P&R-Platz am Bahnhof neu gestaltet wird. Auch ein Kiosk ist vorgesehen. Und eben ein Hotel zwischen Bahnlinie und See. Im November 2016 hatte Preysing erklärt, dass die Gemeinde das Hotel-Grundstück „zu 99 Prozent“ an den künftigen Betreiber verkaufen werde. Das Hotel solle rund 70 Zimmer haben.

Noch seien viele Verhandlungen zu führen, meint Rabl. Vor allem um die Grundstücke für die Hotel-Zufahrt. Dass eine Bahn-Unterführung entstehen soll, ist übrigens kein Gerücht. „Ohne die geht es für uns nicht.“ Über die Gleise dürfe der Verkehr nicht rollen. Eine Brücke komme nicht in Frage. Bleibt der Bau einer Unterführung, was viel Geld kostet. Wer für die Finanzierung aufkommt, dürfte ein großes Thema zwischen Gemeinde und Hotel-Investor sein. Auch im Gemeinderat, lässt Rabl durchblicken, gebe es noch Diskussionsstoff. Die Frage, ob mehr als 100 Zimmer geplant sind, lässt er offen. Sie sei nicht entscheidend, so Rabl. Der Bebauungsplan lege die Außenmaße fest. Wie viele Zimmer der Betreiber in dem Gebäude unterbringe, müsse er selbst entscheiden. Das Gremium, versichert Rabl, befasse sich intensiv mit der Planung. Aus gutem Grund: „Das ist der Schaufensterbereich von Gmund.“

jm

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