Die Türen zu den Klassenzimmern im Gymnasium Tegernsee sollen sich am 8. September wieder öffnen. Wie der Schulbetrieb angesichts von Corona vonstatten geht, wissen aber auch die Schulleiter noch nicht.
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Die Türen zu den Klassenzimmern im Gymnasium Tegernsee sollen sich am 8. September wieder öffnen. Wie der Schulbetrieb angesichts von Corona vonstatten geht, wissen aber auch die Schulleiter noch nicht.

Viele Fragen sind noch offen

So bereiten sich die Schulen am Tegernsee auf das neue Schuljahr vor

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Wie wird es angesichts der Corona-Entwicklung nach den Ferien mit dem Schulalltag weitergehen? Zwei Beispiele aus dem Tegernseer Tal zeigen: Die Verantwortlichen bereiten sich auf mehrere Szenarien vor.

  • Wie es nach den Ferien mit dem Schulbetrieb weitergeht, ist noch unklar
  • Zwei Schulleiter am Tegernsee bereiten sich auf verschiedene Szenarien vor
  • Begrüßung der Fünftklässler nur in Schichten möglich

Tegernsee/Gmund – Abschalten und genießen: Das war in diesen Sommerferien für Tobias Schreiner nur bedingt möglich. Weil es bis heute keine klaren Vorgaben dazu gibt, wie der Schulbetrieb nach den Ferien weitergehen soll, habe er die Entwicklungen in Sachen Corona in den zurückliegenden Wochen „sehr aufmerksam“ verfolgt, berichtet der Leiter der Realschule Tegernseer Tal. „Gedanklich ist man immer dabei geblieben.“

Zum Schulstart am Dienstag, 8. September, sind laut Schreiner mehrere Szenarien denkbar: Sie reichen vom Regelbetrieb mit Anwesenheit aller Kinder über den zuletzt praktizierten „Schichtbetrieb“ mit Präsenzunterricht und Home-Schooling im Wechsel bis hin zur Komplettschließung des Schulgebäudes. „Es kann passieren, dass wir bis kurz vor dem ersten Schultag noch nichts Genaues sagen können“, prophezeit der Rektor. Schließlich hängen alle Entscheidungen eng mit dem Infektionsgeschehen vor Ort zusammen.

Vorsichtshalber werden auch die digitalen Klassenzimmer auf Vordermann gebracht

Daher versuche man, für alle Szenarien gleichermaßen gerüstet zu sein, sagt Schreiner. Heißt zum Beispiel: Alle Schüler – auch die rund 120 neuen Fünftklässler – müssen ins digitale Unterrichtssystem integriert werden. Zugänge und Passwörter sind zu checken. „Wir werden die ersten Unterrichtstage dazu nutzen, unsere digitalen Klassenzimmer aufzupolieren“, kündigt Schreiner an. Denn auch wenn zum Start zunächst alle Kinder im Schulgebäude in Finsterwald präsent sein sollten – ob das dauerhaft so bleibt, bezweifelt der Schulleiter stark.

Etwas Klarheit über den ersten Schultag haben zumindest schon einmal die Eltern der künftigen Fünftklässler. Eine gemeinsame Begrüßung aller neuen Schüler scheide heuer wegen Corona aus, macht Schreiner deutlich. Er will die Kinder aber trotzdem „nicht ohne ein Willkommen reinrumpeln lassen“. Daher werden die Fünftklässler – begleitet von einem Elternteil – in Schichten an ihrer neuen Schule begrüßt.

Gymnasiums-Direktor: „Können uns keine proppenvolle Aula leisten“

Ähnlich will es Werner Oberholzner, Leiter des Gymnasiums Tegernsee, mit den Neulingen handhaben. Auch hier fällt der sonst übliche große Empfang für die Fünftklässler samt Familien aus – stattdessen werden die vier Klassen einzeln und ebenfalls im Halb-Stunden-Rhythmus willkommen geheißen. „Was wir uns nicht leisten können, ist eine proppenvolle Aula“, betont der Direktor. Auch die zu Beginn des Schuljahres fälligen Elternabende würden daher wohl in kleineren Runden stattfinden.

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Oberholzner geht davon aus, dass zumindest zum Start des Schuljahres ein Regelbetrieb mit allen Schülern möglich sein werde. Entsprechend habe man den Stundenplan vorbereitet. Sollte später wieder eine „Fifty-Fifty-Regel“ nötig werden – sprich phasenweiser Unterricht mit nur halber Klassenstärke – hat Oberholzner bereits eine Verbesserung im Sinn. Statt eines wochenweisen Wechsels zwischen Präsenzunterricht und Home-Schooling würde er dann einen tageweisen Wechsel bevorzugen. „So verliert man nicht so schnell den Draht zu den Schülern“, erklärt der Direktor. Auch die bewährte digitale Plattform des Gymnasiums werde dann wieder zum Einsatz kommen, kündigt Oberholzner an. Gedanklich spielt auch er alle möglichen Szenarien zum Schulstart durch: „Einfach auf sich zukommen lassen, kann man es nicht.“

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