Junge Bläser: Die Jugend der Blaskapelle Agatharied mit Musikmeister Wolfgang Probst zählte am Sonntag zum reduzierten Aufgebot von sechs Kapellen beim Tag der Blasmusik im Innenhof von Gut Kaltenbrunn.
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Junge Bläser: Die Jugend der Blaskapelle Agatharied mit Musikmeister Wolfgang Probst zählte am Sonntag zum reduzierten Aufgebot von sechs Kapellen beim Tag der Blasmusik im Innenhof von Gut Kaltenbrunn.

Weniger Musikanten, aber voller Live-Genuss

Sommer, Sonne, Stimmung beim Tag der Blasmusik in Kaltenbrunn

Sommer, Sonne, Stimmung: Im Innenhof von Gut Kaltenbrunn genossen echte Kapellen und wirkliches Publikum am Sonntag endlich wieder einen richtigen Tag der Blasmusik am Tegernsee.

Kaltenbrunn – Sommer, Sonne, Stimmung: Im gemütlichen Innenhof von Gut Kaltenbrunn genossen echte Kapellen und wirkliches Publikum am Sonntagnachmittag endlich wieder einen richtigen Tag der Blasmusik. Dass Zuhörer- und Musiker-Zahlen coronabedingt deutlich geringer waren als bei der vorigen Ausgabe 2019, tat der strahlenden Laune keinen Abbruch, hatte man sich doch voriges Jahr mit einer Radio-Übertragung begnügen müssen.

Der Fest-Erfinder und Moderator, Gmunds Altbürgermeister Georg von Preysing, führte sein loses Mundwerk einfach etwas mehr spazieren und hatte mit seinen ebenso kundigen wie anekdotengewürzten Ansagen die Lacher auf seiner Seite. Nur noch sechs der ursprünglich angekündigten neun Blaskapellen wechselten sich auf der Bühne im Gutshof ab, was die Begeisterung über die schwungvoll präsentierte Musik und das Beieinander im Freien bei Unterhaltung und gutem Essen und Trinken nicht bremsen konnte. Preysings Nachfolger als Bürgermeister, Alfons Besel, hatte sich bei seiner Begrüßung schon hocherfreut darüber gezeigt, dass es heuer wieder live geklappt hatte. Immerhin hatte Programm-Organisator Klaus Raßhofer gewissermaßen dank Corona auch den Musikverein Otterfing mit Musikmeister Robert Schüßlbauer einladen können, der sonst am ersten Wochenende im September beim heimatlichen Weinfest engagiert gewesen wäre. Hatten im Vorfeld bereits der Spielmannszug Gmund und die Musikkapelle Gaißach absagen müssen, so fielen jetzt auch noch kurzfristig die Gmunder Dorfmusikanten aus.

Dafür fühlten sich die anderen umso mehr animiert, frisch und fröhlich aufzuspielen. Die Jugend der Blaskapelle Agatharied unter Dirigent Wolfgang Probst startete mit einem „Gruß an den Tegernsee“ von Franz Watz und überraschte sogar mit einer Gesangseinlage bei „Ein Leben lang“ von den Schweizer Fäaschtbänklern. Die Tegernseer Blaskapelle mit Klaus Raßhofer am Pult zeigte ihre Vielseitigkeit mit Swing von John Philip Sousa, Paul Dierigs „Auf der Wacht“ mit einem langen Trompetensolo von Stefan Rinshofer und Hans Kolditz’ großem Potpourri aus russischen Klängen unter dem Titel „Wolga“.

Am Mikro: Gmunds Altbürgermeister Georg von Preysing. 

Ein schwelgerisches Medley aus alten Schlager-Ohrwürmern präsentierte die hörbar beschwingte Blaskapelle Rottach-Egern mit ihrem Musikmeister Hans Weber. Die Gasteiger Blasmusik aus Gmund mit ihrem Vormann Josef Schmid animierte mit Marsch und Polka zum Mitklatschen und ließ Preysing an eine griabige Florida-Reise mit der Musi vor 30 Jahren zum Budweiser-Oktoberfest denken. Mit ihren drei Stücken riss auch die Schützenkapelle Reichersbeuern unter der Stabführung von Markus Hochwind die Zuhörer mit.

Stürmische Begeisterung erzeugten die sechs Orchester gemeinsam, als sie abschließend unter Klaus Raßhofers Führung zusammen zwei Stücke spielten und nach einer Zugabe noch den Bayerischen Defiliermarsch sowie die Bayernhymne nachlegten. Nach dem abschließenden Beifallssturm blieb so mancher noch hocken und genoss den so lange entbehrten warmen Spätsommer-Sonntagnachmittag.

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Gudula Beyse

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