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Wer macht das Rennen? Die drei Kandidaten für die Gmunder Bürgermeisterwahl - hier eine Plakatwand in St. Quirin -  führen seit Wochen einen engagierten Wahlkampf.

Stimmungsbericht aus der nördlichsten Tal-Gemeinde

Gmunder Bürgermeisterwahl: Spannend bis zum Schluss

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Der Endspurt zur Bürgermeisterwahl am 25. Februar läuft. Wer macht das Rennen? Ein Stimmungsbericht aus Gmund.

Gmund – Ist es der elegante Anzug, den CSU-Kandidat Franz von Preysing trägt, seine gerade Körperhaltung und sein klarer Blick zu den Zuschauern bei einer der beiden Podiumsdiskussionen im Ort? Ist es das ebenso elegante, aber eine Spur lässigere Auftreten des FWG-Aspiranten Alfons Besel im aufgeknöpften weißen Hemd und angesagtem Fünf-Tage-Bart? Ist es der gut-sitzende Trachtenanzug von SPD-Bewerber Johann Schmid und sein spontan aufblitzender Humor? Oder sind es doch die Aussagen, die die drei Bewerber zu den wichtigsten Themen treffen, die den Wahlkampf 2018 in Gmund prägen? Themen, die buchstäblich auf der Straße liegen: der oft unerträgliche Verkehr, Wohnungsnot und hohe Miet- sowie Immobilienpreise, Arbeitsplätze, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Herausforderungen der Digitalisierung, eine transparentere Politik, das Miteinander im Ort.

Seit die drei Kandidaten Ende November und Anfang Dezember in den Ring gestiegen sind, können sich die Wähler von deren Positionen überzeugen. Positionen, die sich nur in wenigen Bereichen unterscheiden oder nur anders gewichtet werden, wie etwa zum Thema Tunnel. Da gerät die scheinbare Harmonie des Trios kurzzeitig ins Wanken. Bei zwei großen Podiumsdiskussionen, unter anderem der Tegernseer Zeitung, konnte man sich informieren, bei Wahlkampfständen vor Supermärkten und in kleiner Runde kann man es immer noch. Bei Besuchen daheim im Wohnzimmer und im Netz auf Facebook und Twitter kann man die Kandidaten näher kennen lernen– falls überhaupt noch nötig. Knapp ein Drittel der Wähler, so schätzt Alfons Besel, sind noch unschlüssig. Das wurde auch bei einer spontanen Umfrage nach der Debatte im Neureuthersaal deutlich. Was also tun, um bis zum Wahltag am Sonntag in zwei Wochen endlich klar zu sehen? Hier lesen Sie alle aktuellen Infos zur Wahl.

„Weil wir doch alle ähnliche Themen haben, wird der Mensch es ausmachen“, glaubt Franz von Preysing. Die Podiumsdiskussionen seien eine „Traum-Möglichkeit“ gewesen, sich zu präsentieren. Dennoch suche er weiter fleißig das Gespräch mit den Leuten. „Dass ich dabei auf so große Offenheit stoße, hätte ich nicht erwartet“, sagt der 39-jährige CSU-Kandidat und freut sich über das große Interesse der Menschen. Die Leute, das habe er erfahren, wollen „mitgenommen“ werden, auch bei vielen kleinen Dingen, die nicht weltbewegend seien. Wie er den Endspurt sieht? Zweimal, am 16. Februar, von 16 bis 19 Uhr vor dem Rewe und am Samstag, 24. Februar, von 9 bis 13 Uhr am Dorfplatz Dürnbach wird er noch um Stimmen kämpfen. Und dann freue er sich auf das Ergebnis, das vergleichbar sei mit dem Zeugnis in der Schule, wenn die Leistungen bewertet werden.

Johann Schmid ist überzeugt, dass es zur Stichwahl am 11. März kommen werde. „Dann wird sich einer von uns aus dem Ring verabschieden, während sich zwei nochmal richtig ins Zeug legen müssen.“ Auch der 60-Jährige SPD-Kandidat ist angetan vom großen Interesse der Gmunder, die jetzt, nach 18 Jahren, endlich wieder eine richtige Wahl hätten. Überzeugungsarbeit für seine Person will Schmid am heutigen Samstag zwischen 9 und 13 Uhr am Dürnbacher Dorfplatz, am Sonntag, 18. Februar, bei einem kommunalpolitischen Ortsspaziergang um 14 Uhr ab dem Rathaus und am Samstag, 24. Februar, von 9 bis 13 Uhr vor dem Rewe leisten.

Sicherlich sei die Bürgermeisterwahl eine Persönlichkeitswahl, glaubt der 51-jährige FWG-Kandidat Alfons Besel. Er sei aber auch überzeugt, dass viele Gmunder themenbezogen wählen würden, etwa zum schwierigen Bereich Verkehr. Die aktuelle Stimmung im Ort empfinde er als sehr positiv. „Die Leute sind neugierig und gespannt, weil sie endlich einmal eine echte Wahl haben.“ Beim Verteilen von Prospekten werde er nicht abgewiesen, und auch seine Wahlkampfveranstaltungen seien mit durchschnittlich 30 bis 40 Gästen gut besucht gewesen. Beim „Fischessen“ am Mittwoch 14. Februar, um 19.30 Uhr im Nebenzimmer des Neureuthersaals, bei einem Infostand am Samstag, 17. Februar, von 7 bis 12 Uhr am Dürnbacher Dorfplatz sowie bei einem Stand am Freitag, 23. Februar, von 15 bis 19 Uhr bei Rewe, können Wähler dem Kandidaten Alfons Besel noch einmal auf den Zahn fühlen.

Dass es eine hohe Wahlbeteiligung geben dürfte, davon sind alle überzeugt. Als der noch aktuelle Amtsinhaber Georg von Preysing am 11. März 2012 zum dritten Mal in Folge auf den Chefsessel gehievt wurde, gingen nur 36,4 Prozent der Gmunder an die Urne. 92,4 Prozent gaben Preysing ihre Stimme. Sie hatten jedoch mangels Kandidaten keine Alternative. Das ist diesmal anders. Zum laufenden Wahlkampf möchte der 64-Jährige eigentlich nichts sagen, auch wenn oft Fragen an ihn herangetragen würden. Nur so viel: „Alle drei Kandidaten haben in etwa die gleichen Themen, aber mit unterschiedlichen Prioritäten.“

Die Gmunder haben die Wahl. Und die bleibt spannend bis zum Schluss.

gr

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