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Der Holzsteg über die Mangfall in Gmund ist wegen Baufälligkeit seit Anfang April gesperrt. Der Gemeinderat sucht nach der optimalen Lösung für den Neubau.

Diskussion im Gmunder Gemeinderat 

Suche nach der passenden Brücke über die Mangfall

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Ein neuer Holzsteg über die Mangfall, begehbar ab Weihnachten – das war der Plan. Es wird wohl anders kommen, denn der Gmunder Gemeinderat will sich noch nicht festlegen. 

Gmund – Es pressiert: Seit Anfang April ist der Holzsteg über die Mangfall in Gmund wegen Baufälligkeit gesperrt. Wer am See spazieren geht, muss den Umweg über die Brücke an der Bundesstraße und den Ludwig-Erhard-Platz nehmen. Ein unguter Zustand, zumal heuer viele Einheimische und Gäste Erholung am Seeufer suchen.

Bereits im Mai hatte sich der Gemeinderat grundsätzlich dafür ausgesprochen, wieder eine Holzbrücke zu bauen. Planer Sepp Schreder hatte Möglichkeiten vorgestellt und kam jetzt wieder zur Gemeinderatssitzung. Diesmal mit konkreten Varianten, die alle eines gemeinsam hatten: Um eine künftig 2,50 statt wie bisher 1,50 Meter breite, 56 Meter lange Brücke mit einer Längsneigung von sechs Prozent zu realisieren, müssen 14 Pfähle mit einem Durchmesser von 40 bis 50 Zentimeter, am besten aus Lärche, in den Boden gerammt werden, sieben an jeder Seite. 

Hohe Kosten, aufwendiger Bau 

Obenauf Längs- und Querträger für den Bodenaufbau sowie ein 1,10 Meter hohes Geländer aus längs befestigten Füllstäben, weil heute andere Sicherheitsvorschriften gelten als beim Bau des 1954 erstmals errichteten Mangfallstegs mit einfachen Querbrettern. Kosten von rund 350 000 Euro plus Ausgaben für die Planung von rund 70 000 Euro standen zuletzt im Raum.

„Die größte Herausforderung ist das Einbringen der Pfähle“, sagte Schreder, um diese Aussage im weiteren Verlauf der Diskussion noch mehrmals zu wiederholen. Weil die Pfähle aus statischen Gründen 17 bis 18 Meter lang sein müssten und die Bodenverhältnisse schwierig seien, wäre schweres Gerät nötig, unter Umständen sogar das Anlegen einer eigenen Fahrstraße. „Das geht ja ins Uferlose“, fand Dritte Bürgermeisterin Christine Zierer (FWG) und forderte: „Der Steg muss wieder her, aber wir brauchen eine andere Lösung.“

Doch welche? Florian Floßmann (FWG), selbst Zimmerer, hielt das Einbringen von Doppel-Piloten, wie bisher, für sinnvoll, und Franz von Preysing (CSU) stellte das vorgeschlagene „Monsterteil“ sogar infrage: „Wollen wir wirklich eine so massive Nutzung?“

Kleinere Lösung gefordert 

Barbara von Miller (SPD) stieß ins gleiche Horn: „Ich weiß nicht, ob da wirklich zwei Rollstuhlfahrer nebeneinander rüber müssen.“ Die Größe zurückschrauben und hoffen, dass der Bau ohne Großgeräte möglich wird, lautete ihre Meinung.

Während Korbinian Kohler (CSU) grundsätzlich dafür war, den gleichen Steg wie bisher zu bauen, weil er doch ein Wahrzeichen sei, überlegte Michael Huber (Grüne), ob nicht eine filigranere Lösung die bessere wäre. Er sah das Gremium bei seinen Überlegungen in einer Sackgasse, die durch die Eile geschuldet sei, und war dafür, weitere Brückenvarianten zu prüfen. Dass die von Schreder vorgeschlagenen Varianten allesamt nur eine Lebensdauer von 25 Jahre haben, fand Huber dann doch „grenzwertig“. Vize-Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU) regte an, einen Praktiker zurate zu ziehen. „Dann bekommen wir gesagt, was wegen der Pfähle machbar ist.“

Entscheidung bleibt offen

Bürgermeister Alfons Besel (FWG), der im weiteren Verlauf der Sitzung darüber informierte, dass sich die Gemeinde vergeblich um den Bau einer provisorischen Brücke durch die Bundeswehr bemüht habe, griff diese Anregung auf: „Drehen wir noch mal eine Runde“, formulierte er und ließ über das Zurückstellen einer weiteren Entscheidung abstimmen. Alle waren dafür, dass eine Fachfirma befragt und auch das Einbringen von Doppel-Piloten geprüft wird. „Dann bekommen wir eine Entscheidung, bei der alle ein gutes Gefühl haben.“

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