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Da blieb kein Platz frei: Wegen des Wetters zog der Tag der Blasmusik vom Innenhof in die Tenne des Guts Kaltenbrunn. Die Gastkapellen etwa aus Tannheim (im Bild) konnten im Trockenen aufspielen.

Bläserfest in trockenen Tüchern

Tag der Blasmusik in Kaltenbrunn - so war‘s

Das gab‘s schon lange nicht mehr: Ein Tag der Blasmusik bei Regen und keiner wurde nass. Ein Stimmungsbericht von der Veranstaltung auf Kaltenbrunn.

Gmund– Ehe der Tag der Blasmusik 2016 nach Gut Kaltenbrunn zurückkehrte, wo er 2003 ins Leben gerufen worden war, hätte man bei Regen den Gast-Kapellen absagen und die Veranstaltung eindampfen müssen. Am Sonntag jedoch konnte das Blasmusik-Event, das mittlerweile weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, mit vollem Programm und inklusive der Tiroler Musikkapellen aus Steinberg und Schwaz, der Südtiroler Musikkapelle St. Martin in Thurn, der aus Tannheim in Baden-Württemberg sowie Unterhaching und Tegernsee stattfinden. In der Tenne rutschten 700 Besucher für die 250 Musiker der neun Kapellen aus drei Ländern zusammen, und Bürgermeister Georg von Preying lief als Moderator zu Höchstform auf. Nur ein paar wenige Nachzügler fanden in dem Saal keinen Platz mehr.

Nachdem der Spielmannszug Gmund als eine der vier regionalen Kapellen das Konzert mit dem „Regimentsgruß“ und dem „Brucker Lager-Marsch“ kraftvoll eröffnet hatte, drehte das Gemeindeoberhaupt richtig auf. Nicht nur, dass Preysing als Blasmusikexperte zu jeder Kapelle Hintergrundinfos lieferte und deren Tourplan im Kopf hatte. Jede wurde mit Witzen und Anekdoten aufgezwickt. Als berufener Traditions- und Brauchtumswächter tratzte er: „Mit deine Wadl daad i a lange Hosn oziagn.“ Die Bundesmusikkapelle Steinberg am Rofan, die heuer ihr 140-Jähriges feiert, durfte sich den ein oder anderen Österreicherwitz anhören. Die „Schwabendeifi“ aus Tannheim erinnerte Preysing, dass ihnen die Gemeinde Gmund mit einer ehemaligen Mitarbeiterin aus dem kommunalen Finanzbereich, die nach Tannheim heiratete, quasi eine Entwicklungshelferin geschickt habe. Das Tratzen nahmen die Gäste lachend zur Kenntnis und schossen lustvoll zurück. Etwa mit dem Dahoam-Walzer, den der Holzkirchner Karl Gertis komponiert und Georg von Preysing gewidmet hatte. Das Stück erinnert anfänglich stark an Richard Wagners „Götterdämmerung“, ehe heimatliche Motive durchblitzen. So wie ihn die „Schwabendeifi“ interpretierten, kam die Musik nur langsam in Fahrt. Sie betonten mit den Tubas mehr die gewichtigen Aspekte als die tirilierenden der Querflöten, um aber am Ende kaum noch zu bremsen zu sein. Eine Retourkutsche, die Preysing lachend zur Kenntnis nahm.

Auch einen Stock tiefer, wo die 250 Musikanten auf ihren Einsatz in der Tenne warteten, ging es bei Freigetränken und Brotzeit lustig zu. Man tauschte sich aus, machte Werbung für bestimmte Musikstücke oder den nächsten Auftritt. Es war ein Kommen und Gehen, denn nach je zwei Stücken war schon der Wechsel auf der Bühne angesagt. Die Musikkapellen präsentierten dabei ihre Trachten: Lederhosen in allen Längen, Dirndlgewänder in allen Macharten, imposante Hüte der Südtirolerinnen und weiße Hahnenfedern an den Hüten der Tiroler.

Mit Spannung erwarteten die Besucher das große Finale, bei dem der Kapellmeister der Blaskapelle Gmund, Klaus Raßhofer, alle Musikanten zusammen dirigierte. „Die Stücke sind anspruchsvolle, und von einigen der Kapellen weiß ich nicht, wie sie spielen“, verriet er vorab. Nervosität aber wollte Raßhofer nicht aufkommen lassen. „Da muss man Ruhe bewahren und davon ausgehen, dass sich alle ins Zeug legen.“ Und das taten die 250 Musikanten aus Süddeutschland, Österreich und Südtirol dann auch.

Alexandra Korimorth

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