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Die Tegernseer Bürgerstiftung hofft auf Spenden und Zuwendungen.

Damit das Geld im Tal bleibt

Tegernseer wollen Bürgerstiftung gründen

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Im Tegernseer Tal gibt es viel Vermögen, aber oftmals keine Erben. Damit das Geld im Tal bleibt, soll jetzt die Tegernseer Bürgerstiftung ins Leben gerufen werden.

Gmund – Wenn vermögende Personen aus dem Leben scheiden, aber keine Erben haben, dann bekommt der Staat die Hinterlassenschaft: Grundstücke, Häuser, Bargeld. Josef Paul ist Vorsitzender der Raiffeisenbank Gmund und kennt sich aus mit Vermögen. Laut aktuellem Geschäftsbericht belief sich das betreute Anlagevolumen der Kunden im Jahr 2016 auf 254 Millionen Euro. Und das sind allein die Kunden der Raiffeisenbank. Zusammen mit vier weiteren Personen aus dem Tal möchte er nun die Tegernseer Bürgerstiftung gründen. „Wir wollen dazu beitragen, dass Geld im Tal bleibt und nicht an den Staat fällt“, erklärt Paul. Die Initiatoren haben bereits eine Satzung ausgearbeitet und an die Regierung von Oberbayern geschickt. Aktuell, so Paul, liege bereits der dritte Entwurf vor, denn immer wieder gebe es juristische Korrekturen zu machen.

Grundsätzlich steht jedoch fest: Die Tegernseer Bürgerstiftung soll eine nachhaltige Entwicklung im Tegernseer Tal fördern, die Eigenverantwortung, den Gemeinsinn und die Beteiligung der Bürger stärken. Materielle und immaterielle Ressourcen von Bürgern sollen für eine „gemeinwohlorientierte Entwicklung in der Region“ zur Verfügung gestellt werden, die Stiftung soll Ideengeber für innovative Konzepte und Projekte für Kinder, Jugendliche, Senioren und Familien sein und transparent mit den Unternehmen und den Gemeindeverwaltungen zusammenarbeiten. So steht’s in der Präambel der Stiftungssatzung.

Im gesamten Tal, einschließlich Waakirchen, sollen gemeinnützige und mildtätige Zwecke gefördert werden – von der Jugend- und Altenpflege, über Tierschutz, Umweltschutz bis zu traditionellem Brauchtum, einschließlich dem Fasching. Ein Dutzend Punkte sind in der Satzung aufgeführt, um den Zweck zu verwirklichen: Etwa die Unterstützung eigener Veranstaltungen, die Vergabe von Stipendien und Preisen, die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, die Förderung der Palliativversorgung und die finanzielle Förderung der Musikschule Tegernseer Tal sowie von Mehrgenerationenhäusern und des Tierheims. Sogar die Finanzierung von Studien und Gutachten für ein Verkehrskonzept fürs Tegernseer Tal, mit dem Ziel, den Durchgangsverkehr zu vermindern, ist anvisiert.

Zur Struktur gibt’s schon klare Konzepte: Stiftungsvorstand und Stiftungsrat bilden die Organe. Der Vorstand besteht aus zwei bis fünf Mitgliedern und wird auf drei Jahre gewählt. Den Stiftungsrat sollen fünf bis maximal 20 Personen bilden. Sie werden für die Dauer von fünf Jahren von den Stiftern berufen. Mitglieder sollen die jeweiligen Bürgermeister der Talgemeinden, der jeweilige Landtagsabgeordnete des Stimmkreises sowie der jeweilige Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Starnberg sein. Und schließlich die Stifterversammlung: Ihr gehören alle Stifter an – ob für die Dauer von drei Jahren oder auf Lebenszeit, das hängt von der Höhe der Zuwendung ab.

Fest steht zudem, dass die Bürgerstiftung mit einem Grundstock von 100 000 Euro loslegen möchte. „Die Absichtserklärungen für dieses Barvermögen liegen bereits vor“, erklärt Josef Paul. Er rechnet damit, dass drei Prozent Ertrag erzielt werden. „Mit dieser Summe muss die Stiftung ihre Unkosten decken, denn der Grundstock bleibt unangetastet.“ Die Tätigkeit in den Stiftungsorganen, so steht’s in der Satzung, ist ehrenamtlich.

Nun hofft Paul, der nach eigenen Aussagen die Initiative für die Bürgerstiftung bündelt, dass die Regierung von Oberbayern so bald wie möglich das Okay zur Satzung gibt. „Dann“, so Paul, „kann die Gründungsurkunde unterzeichnet werden.“

gr

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